E-Commerce in Deutschland in Zahlen

Deutschland ist der zweitgrößte b2c-E-Commerce-Markt in Europa und mit einem Wert von 75 Milliarden Euro gleichzeitig der fünftgrößte der Welt. Derzeit liegt die Marktdurchdringung von Online-Einkäufen im gesamten Einzelhandel in Deutschland bei 14%.

Deutschlands führende E-Commerce-Plattform ist Amazon, der Marktführer hinsichtlich Umsatz und Nutzerzahl weltweit, und man braucht keinerlei Eye of Horus Tricks, um das herauszufinden. Neben dem amerikanischen Riesen gibt es jedoch auch mehrere lokale Versandhändler wie Otto und Tchibo, die ein breites Produktspektrum abdecken, sowie branchenspezifische Versandhändler wie Zalando in der Modebranche und Cyberport im Bereich Unterhaltungselektronik. Weitere Bereiche, in denen der E-Commerce besonders gut entwickelt ist, sind Kosmetik- und Körperpflegeprodukte, Sportartikel und Möbel.

Der Anteil der deutschen Nutzer, die im Ausland online einkaufen, liegt bei 57%. Hauptsächlich wird in Großbritannien, den Vereinigten Staaten und China bestellt. Ausschlaggebend dafür ist angeblich das Angebot einer Reihe von Produkten, die in Deutschland noch nicht erhältlich sind.

In einem ausgereiften digitalen Markt wie dem deutschen, der über effiziente und strukturierte Dienstleistungen verfügt, sind die Erwartungen der Kunden besonders hoch. Eine schnelle Lieferung muss gewährleistet sein und der Käufer muss die Möglichkeit haben, Rücksendungen oder Änderungen vorzunehmen, falls das Produkt die Erwartungen nicht erfüllt (z.B. sollten mehrere Größen eines Kleides zur Verfügung gestellt werden, um die Chancen zu erhöhen, dass der Kunde sofort zufrieden ist). Es ist zu bedenken, dass Deutschland eines der Länder mit der höchsten Anzahl von Rücksendungen im E-Commerce, insbesondere in der Modebranche, ist.

Eine aktuelle Studie der Europäischen Kommission, die sich auf ganz Europa bezieht, zeigt, wie viel in diesem Bereich noch zu tun ist. Etwa 60 % der Websites, die Waren verkaufen, informieren die Verbraucher nicht korrekt über Preise, Widerrufsrechte, Rückerstattungen und Reklamationen. Das geht aus der kürzlich von der Europäischen Union veröffentlichten Studie hervor, die 560 E-Commerce-Websites untersucht hat, die Dienstleistungen, digitale Inhalte, Kleidung, Computer, Software oder Tickets für Veranstaltungen in allen EU-Ländern verkaufen. Laut dieser Studie weisen zirka 60% der Websites Unregelmäßigkeiten im Bereich Verbraucherschutz, insbesondere in Bezug auf die Art und Weise, wie Preise und Sonderangebote präsentiert werden, auf.

Die Studie ergab, dass 31% der Websites, die preisreduzierte Waren anbieten, nicht zuverlässig sind, weil die Angebote entweder nicht authentisch sind oder so dargestellt werden, dass eine korrekte Preisermittlung nicht möglich ist. So war der tatsächlich gezahlte Endpreis bei 211 Websites höher als ursprünglich angegeben. Der Grund dafür ist, dass 39% dieser Händler keine Informationen über zusätzliche Transportkosten, Zahlungsmethode oder Buchung enthalten. Dies trotz der Tatsache, dass die EU-Rechtsvorschriften zu völliger Transparenz verpflichten.

Darüber hinaus verfügen 59% der 560 untersuchten Websites nicht über einen leicht zugänglichen Link zu einer nach EU-Recht obligatorischen Streitbeilegungsplattform, was den Verbraucher daran hindert, sich im Streitfall direkt an den Richter wenden zu können. Schließlich wurden in 30% der Fälle Unregelmäßigkeiten bei den Informationen zum Widerrufsrecht festgestellt. Auch diese müssen laut der EU-Vorschriften sehr klar und deutlich formuliert sein.

 

Illustration: © Studio_G/shutterstock.com

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