Europäischer KI-Markt verfünffacht sich binnen fünf Jahren

  • Deutschland hinkt hinterher.
  • Ausgaben für künstliche Intelligenz steigen bis 2022 auf 10 Milliarden Euro.
  • Vor allem Gesundheitswesen und Handel werden investieren.

 

Der europäische Markt für künstliche Intelligenz wird von rund drei Milliarden Euro in diesem bis auf 10 Milliarden Euro im Jahr 2022 wachsen. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich 38 Prozent. Im vergangenen Jahr lag das Markvolumen gerade einmal bei 2 Milliarden Euro. Das teilt der Digitalverband Bitkom auf Grundlage einer Studie »AI in Europe – Ready for Take-off« mit [1]. Die Studie wurde vom European Information Technology Observatory (EITO) angefertigt.

Dabei wachsen die Ausgaben für Server und Speicherplatz lediglich um 24 Prozent pro Jahr, während die Umsätze mit Software (45 Prozent) und Dienstleistungen rund um KI (47 Prozent) deutlich stärker anziehen.

»Es gibt inzwischen ein breites Angebot an marktfähigen Lösungen, die künstliche Intelligenz nutzen. Es reicht von Software-Tools, die für Sprach- oder Bilderkennung genutzt werden können über fertige Lösungen etwa für Chatbots zur Kundenberatung bis zu komplexen Anwendungen, mit denen sich personalisierte Mailings fast ohne menschliches Zutun versenden lassen«, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

»Allerdings zeigen die Umsatzzahlen trotz der beeindruckenden Wachstumsraten auch, dass die Unternehmen in Europa mit Investitionen in künstliche Intelligenz noch sehr zurückhaltend sind.«

Unternehmen in Deutschland sind noch zurückhaltend

In einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom gibt nur jedes vierte deutsche Unternehmen mit 50 oder mehr Beschäftigten (25 Prozent) an, der KI-Technologie interessiert und aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Ebenso viele bezeichnen sich selbst als kritisch oder ablehnend – und 17 Prozent haben sich mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt. Zugleich sind zwei Drittel der Bundesbürger (64 Prozent) überzeugt, dass der Wohlstand hierzulande in Gefahr gerät, wenn Deutschland bei der künstlichen Intelligenz nicht zu den führenden Nationen gehört.

Gesundheitswesen und Handel in Europa investieren verstärkt in KI

Dem EITO-Bericht zufolge investiert das produzierende Gewerbe in Europa aktuell am stärksten in KI. Auf dem zweiten Platz liegt die Finanzbranche, gefolgt vom Handel. Bis zum Jahr 2022 werden die größten Ausgabesteigerungen für das Gesundheitswesen sowie den Handel vorhergesagt.

Big-Data.AI-Summit erstmals in Berlin

Bitkom veranstaltet am 10. und 11. April den Big-Data.AI-Summit erstmals in Berlin. Mehr als 5.000 Experten aus der Datenwirtschaft und der künstlichen Intelligenz werden in über 100 Vorträgen und Workshops aktuelle KI-Anwendungen und Lösungen diskutieren. Im Mittelpunkt stehen dabei konkrete Technologien und Trends, um die Digitalisierung der Unternehmen in allen Branchen voranzutreiben. Darüber hinaus werden ethische und politische Fragestellungen rund um Big Data und KI debattiert. Alle Informationen unter www.big-data.ai und auf der Partnerveranstaltung www.hub.berlin.

[1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben sind neben dem Bericht des European Information Technology Observatory (EITO) zwei Umfragen, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden zum einen 1.004 für das Thema digitale Technologien verantwortliche Personen (u.a. Leiter Informationstechnik, Leiter Digitalisierung, technische Direktoren) von Unternehmen aller Branchen mit 50 und mehr Beschäftigten telefonisch befragt. Zum anderen wurden 1.007 Bundesbürger ab 16 Jahren telefonisch befragt.

 

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