IT-Budgets sozialer Organisationen wachsen, Sicherheitslücken bleiben

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Neuer IT-Report für die Sozialwirtschaft erschienen.

Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch und soziale Einrichtungen investieren kräftig in Informationstechnologie. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Ausgabe des jährlich von der Arbeitsstelle für Sozialinformatik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) herausgegebenen »IT-Report für die Sozialwirtschaft« [1]. Demnach stiegen die IT-Budgets der Träger mit über 100 Mitarbeitern in den letzten fünf Jahren um rund 50 Prozent. Der Anteil der IT-Aufwendungen am Gesamtumsatz der Einrichtungen beträgt heute im Durchschnitt 1,5 Prozent. Investieren wollen die Organisationen vor allem in Fachsoftware für Klientenverwaltung, Dokumentation und Dienstplanung.

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IT-Nutzung professionalisiert sich

Gleichzeitig professionalisiert sich die IT-Nutzung. So werden heute vermehrt moderne Server-Technologien eingesetzt und eigene Stellen für IT-Verantwortliche geschaffen. Entwicklungsbedarf gibt es jedoch noch bei den Mobiltechnologien: Erst 16 Prozent aller Endgeräte sind Smartphones und Tablets, der Rest besteht meist noch aus stationären PCs, der Anteil an Notebooks steigt nur moderat.

Kaum Anstrengungen in IT-Sicherheit

Ein Befund des IT-Reports gibt Anlass zur Sorge: »Trotz der aktuell prekären Sicherheitslage im IT-Bereich finden sich in der Branche kaum Anstrengungen, vermehrt in die Sicherheit der Daten von Klienten und Mitarbeitern zu investieren«, warnen die Autoren Prof. Helmut Kreidenweis und Prof. Dr. Dietmar Wolff. Mehr als Drittel der befragten Organisationen verfüge nach den vorliegenden Daten über kein IT-Sicherheitskonzept und schule ihre Mitarbeiter nie beziehungsweise nur einmalig bei Einstellung zu Themen des Datenschutzes. Lediglich ein Viertel lasse die IT von unabhängiger Seite auf Sicherheitslücken testen – vor drei Jahren waren dies noch 35 Prozent. Zudem bleiben die Anteile an den IT-Budgets, die für Gefahrenabwehr aufgewendet werden, seit Jahren konstant. »Bewusstsein und Sensibilität zur Bedeutung von IT und IT-Sicherheit im Unternehmen ist im Vorstand nicht ausreichend entwickelt« – so der Originalton eines Befragungsteilnehmers.

Strukturmodell Pflegedokumentation

Neben der Nutzerseite befragt der IT-Report regelmäßig auch die Anbieter von Branchensoftware für die Sozialwirtschaft. Sie zeigen sich hinsichtlich der weiteren Marktentwicklung optimistisch und freuen sich über steigende Umsätze. Treiber sind dabei vor allem neue bundesweite Vorhaben wie das neue Strukturmodell Pflegedokumentation, das PSG II oder das Bundesteilhabegesetz. Mobile Lösungen sowie Cloud-Angebote werden langsam aber kontinuierlich ausgebaut und den Markttrends angepasst. Investieren wollen die Firmen vor allem in erweiterte Programmfunktionen und die Nutzerfreundlichkeit ihrer Software. Eine Übersicht am Ende des Reports enthält die Kontaktdaten der befragten Unternehmen, ihre Anwender- und Umsatzzahlen sowie Informationen zu ihrem Software-Angebot.

[1] Der IT-Report für die Sozialwirtschaft 2015 kann zum Preis von 68,– Euro inkl. Versand bezogen werden https://www.sozialinformatik.de/it-report/ausgabe-2016/bestellung/
Kontakt: christine.vetter@ku.de

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