Jeder dritte Wissensarbeiter ist davon überzeugt, dass sein Job in fünf Jahren nicht mehr existiert

9.000 Menschen geben Einblick in ihre aktuelle Arbeitssituation, ihre Wünsche rund um ihren Job und den Arbeitsplatz der Zukunft.

grafik unifiy wissensarbeiterÜber ein Drittel (35 %) der befragten Wissensarbeiter* in den USA, Großbritannien und Deutschland gehen davon aus, dass es ihre heutigen Positionen schon in fünf Jahren nicht mehr geben wird. Deutschland liegt bei dieser Einschätzung mit 39 Prozent sogar etwas über dem ermittelten Gesamtergebnis. Über 65 Prozent aller Befragten gehen weiterhin davon aus, dass ihre Rollen zumindest nicht mehr so aussehen werden wie heute, und das denken auch gut über die Hälfte (55 %) aller befragten deutschen Wissensarbeiter.

Die Gründe dafür sind vielfältig und könnten in der rasanten Veränderung der Arbeitswelt, der On-Demand-Economy, der globalen digitalen Transformation oder in einer Kombination von allen liegen. Unumstößlich ist jedoch, dass die Auswirkungen der sich verändernden Arbeitswelt von der Chefetage bis in die Aufenthaltsräume der Mitarbeiter spürbar sind.

Das belegen die Ergebnisse der »The Way We Work«- Studie von Unify, der Tochterfirma von Atos für Kommunikationssoftware und -services. Für die von Unify beauftragte Studie wurden in den USA, Großbritannien und Deutschland 9.000 Wissensarbeiter, also Arbeitnehmer, die »hauptberuflich denken«*, zu ihren aktuellen und zukünftigen Einstellungen und Erwartungen bezüglich ihres Berufslebens befragt [1].

»Virtualität ist die neue Realität für viele Teams« – so lautet ein weiteres Ergebnis der neuen Studie: Mehr als die Hälfte der Wissensarbeiter (gesamt: 52 %, Deutschland: 34 %) gaben an, dass sie jetzt stärker in virtuellen Teams (über verschiedene Büros und Standorte hinweg) arbeiten als es früher der Fall war. Sie schätzen dies generell positiv ein: Zwei Fünftel der Wissensarbeiter (gesamt: 42 %, Deutschland: 46 %) sind der Meinung, dass virtuelle Teams tatsächlich effektiver arbeiten können als Teams, die physisch zusammensitzen, und fast die Hälfte (gesamt: 49 %, Deutschland: 48 %) geben an, dass ihr Unternehmen eher durch Technologie und Kommunikation funktioniert anstatt durch Büros und Standorte.

Über ein Drittel (gesamt: 36 %, Deutschland: 40 %) glauben, dass der Freiraum für kreatives Denken einer der größten Vorteile von Zusammenarbeit außerhalb traditioneller, physisch präsenter Teams ist. Und Cloud-Technologie spielt bei der Arbeit in virtuellen Teams offensichtlich eine erleichternde Rolle: Mehr als die Hälfte der Wissensarbeiter (gesamt: 57 %, Deutschland: 63 %) nutzen bereits On-Demand-Anwendungen (zum Beispiel Internet- und Cloud-basiert) für Teamarbeit, Projektmanagement oder virtuelle Zusammenarbeit.

»Wissensarbeiter genießen heutzutage eine unvergleichliche Freiheit, wenn es darum geht, sich zu vernetzen und miteinander zu interagieren. Das wird größtenteils durch Technologie ermöglicht«, erklärt Jon Pritchard, CEO von Unify, »Unsere neue Studie ›The Way We Work‹ zeigt, welchen signifikanten Einfluss Technologie, der Trend zur digitalen Transformation und die On-Demand-Economy derzeit auf unseren Arbeitsplatz haben. Wir glauben, dass Wissensarbeiter immer stärker eigenständig entscheiden möchten, wann und wo sie arbeiten. Es ist die Aufgabe von Unternehmen, diese Haltung zu fördern und auch zukünftig diese radikale Veränderung mitzugestalten.”

Klassische Büroumgebung

Ebenso wie sich die Rolle von Wissensarbeitern verändert, befindet sich auch das Büro, wie wir es kennen, im Wandel. Die Studie legt nahe, dass Arbeit nicht mehr nur ein Ort ist, an den man geht oder gehen möchte. Durchschnittlich verbringen Wissensarbeiter bereits ein Fünftel (gesamt: 20 %, Deutschland: 16 %) ihrer Arbeitszeit außerhalb einer klassischen Büroumgebung. Und über ein Viertel (Welt: 27 %, Deutschland: 30 %) der Befragten möchten bis zu 50 Prozent ihrer Arbeitszeit gerne so verbringen. Zudem sind 69 Prozent der Meinung, dass ein eigenes Büro oder ein physischer Arbeitsplatz heute weniger wichtig sind als in der Vergangenheit. Des Weiteren glauben fast drei Viertel der Wissensarbeiter (gesamt: 74 %, Deutschland: 69 %), dass digitale Technologien, das Internet und Social Media ihr Verhalten am Arbeitsplatz fundamental verändert haben. Dabei ist das Büro noch lange nicht Geschichte. Nur 7 Prozent der Wissensarbeiter (Deutschland: 4 %) geben an, dass sie mehr als 75 Prozent ihrer Zeit außerhalb einer klassischen Büroumgebung verbringen möchten – und beweisen damit, dass der Schreibtisch immer noch seinen Platz in der Arbeitswelt hat.

Freelancer- und On-Demand-Wirtschaftswelt

Es scheint, als haben wir es heute zunehmend mit einer Freelancer- und On-Demand-Wirtschaftswelt zu tun. Jeder Fünfte (gesamt: 21 %, Deutschland: 37 %) der befragten Wissensarbeiter arbeitet zurzeit freiberuflich oder als Auftragnehmer. Und gut die Hälfte (gesamt: 53 %, Deutschland: 50 %) gibt an, dass sie eine freiberufliche oder On-Demand-Tätigkeit dem regulären Angestelltenverhältnis vorziehen würde, wenn ihr die Option angeboten würde.

Außerdem haben Wissensarbeiter eine klare Vorstellung davon, wie ihr ideales Arbeitsumfeld aussehen soll. Ihren momentanen Arbeitgeber beschreiben sie als erfolgreich (gesamt: 30 %; Deutschland: 23 %), kollaborativ (gesamt: 28 %, Deutschland: 31 %) und unterstützend (gesamt: 26 %, Deutschland: 18 %). Das ist allerdings weit von ihren Idealvorstellungen entfernt – die Befragten wünschen sich natürlich ein erfolgreiches (gesamt: 51 %, Deutschland 38 %), aber zugleich auch ein kreatives (gesamt: 50 %; Deutschland 51 %), aufregendes (gesamt: 45 %, Deutschland 41 %) und innovatives (gesamt: 41 %, Deutschland 38 %) Arbeitsumfeld.

Wissensarbeiter teilen sich ihre Zeit bewusst ein – sowohl zuhause als auch in der Arbeit. Work-Life-Balance, so scheint es, ist nicht länger nur ein Wunsch: 95 Prozent (Deutschland: 94 %) der Wissensarbeiter haben eine gute Balance zwischen ihrem beruflichen und privaten Leben gefunden, und 50 Prozent (Deutschland: 48 %) geben an, dass sich ihre Work-Life-Balance in den letzten fünf Jahren verbessert hat.

»Die Studie The Way We Work beweist, dass sich unser Arbeitsumfeld und die Art und Weise, wie wir arbeiten, in einem drastischen Wandel befinden. Wissensarbeiter sind dabei, die Zukunft ihrer Arbeit selbst zu gestalten, und die Arbeitgeber müssen damit Schritt halten. Technologien werden eine zentrale Rolle dabei spielen, dass Unternehmen ihre Ziele verwirklichen und gleichzeitig die großen Talente halten können«, so Pritchard. »Jetzt liegt es an globalen Wirtschaftsunternehmen, dies zu erkennen und die Werkzeuge bereitzustellen, die sich ihre Wissensarbeiter wünschen – und zwar genau solche, die die Kreativität und Innovationskraft ihrer Mitarbeiter fördern und unterstützen.«

* Wissensarbeiter werden in diesem Kontext definiert als Arbeitnehmer, deren wichtigstes Kapital ihr Wissen ist – in anderen Worten sind sie Mitarbeiter, deren berufliche Hauptaufgabe es ist, »zu denken«. Für die Studie The Way We Work wurden Wissensarbeiter befragt, die in ihrer täglichen Arbeit Technologie verwenden.
[1] Die Studie The Way We Work von Unify wurde von dem unabhängigen Forschungsunternehmen Censuswide mit Sitz in London, Großbritannien, durchgeführt. Im Auftrag von Unify befragte das Unternehmen 9.000 Wissensarbeiter – Mitarbeiter, deren Hauptkapital Wissen ist, deren Aufgabe darin besteht »hauptberuflich zu denken”, und die im Rahmen ihrer täglichen Arbeit Zugang zu unterstützenden Technologien haben – davon jeweils 3.000 in Großbritannien, den USA und Deutschland. Unter den Befragten waren Berufseinsteiger genauso wie Geschäftsführer und Firmeninhaber, mit repräsentativer Abdeckung der Sektoren Gesundheitswesen und Finanzen, der öffentlichen Bildung, sowie der Automobil- und Energiebranche. Sie nahmen an der Online-Umfrage im Januar 2016 teil.
Weitere Informationen:The Way We Work Studie — https://go.unify.com/TWWW-DE

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