SAP-Systemhaus des Jahres – Immer vorne mit dabei

Dreimal in Folge vom Center for Enterprise Research als SAP-Systemhaus des Jahres ausgezeichnet und weitere Nominierungen und Auszeichnungen in anderen Wettbewerben sind nicht alltäglich für ein Softwarehaus. Die Gründe für die Erfolge schildert uns Christian Deininger, Geschäftsführer der Waiblinger Innovabee GmbH.

Dreimal SAP-Systemhaus des Jahres. Was macht Innovabee so erfolgreich, Herr Deininger?

Wir sind seit 31 Jahren im Mittelstand unterwegs und seit neun Jahren SAP-Partner. Diese Erfahrungen, kombiniert mit unserer Partnerschaft mit SAP, haben dazu geführt, dass uns Prof. Gronau nominierte. Da haben wir nicht lange überlegt, uns in einem mehrstufigen Wettbewerb qualifiziert und letztendlich in unserer Kategorie durchgesetzt. Dabei konnten wir vor allem mit den Themen punkten, die uns auch im Markt erfolgreich machen: dass wir uns deutlich auf den Mittelstand und unsere Kernbranchen fokussieren, dass wir bei innovativen Themen wie Cloud und Hybrid ganz weit vorne dabei sind und dass wir unseren Kunden Kosten- und Planungssicherheit bieten – unter anderem durch unsere agile Vorgehensweise und durch analytische Tools wie unseren SAP-Check-Up.

Was waren denn Ihre Highlights?

Alle SAP-Partner haben zunächst einmal das gleiche Produkt. Den Unterschied beim Kunden macht das Systemhaus. Innovabee konzentriert sich auf drei Kernbranchen: Die Lebensmittelbranche sowie die Kosmetik- und Chemieindustrie. Dazu haben wir noch anspruchsvolle Rechnungswesen-Projekte, bei denen die Branche nicht so entscheidend ist. Alles andere als eine Konzentration auf diese drei Branchen wäre bei unserer Größe von zurzeit 63 Mitarbeitern in der Zentrale in Waiblingen und unserem Hamburger Büro auch wenig sinnvoll. Wir haben in über 30 Jahren ein entsprechendes Know-how aufgebaut, wir sprechen die Sprache unserer Kernbranchen. Und dieses Wissen bündeln wir in Branchenlösungen, die die wesentlichen Anforderungen dieser Branchen komplett abbilden. Da gibt es dann unter anderem ein Food-Paket Innovafood, Innovacos für die Kosmetikbranche und Innovachem für die chemische Industrie, alle basierend auf SAP S/4HANA.

Branchenlösungen mit selbstentwickelten Tools?

Ja, das sind in SAP integrierte und mit SAP-Mitteln von uns entwickelte Add-ons, die sich nahtlos in die Software einfügen und voll releasefähig sind. Der Kunde erkennt nicht, was ist Branchen-Add-on und was ist originär SAP. Da gibt es beispielsweise eine Entsorgungsabrechnung, die braucht man in etlichen Branchen. Sie beinhaltet das Abführen der Lizenzgebühren für den Grünen Punkt und andere Systeme. Hier haben wir eine integrierte, fertige Lösung geschaffen, die es den Kunden ermöglicht, mit den Entsorgern, die im europäischen Markt agieren, abzurechnen. So haben wir pro Branchenlösung etwa 15 Add-ons, die in der jeweiligen Branche üblich sind.

Wie bei den Branchen ist es uns auch bei der Technologie wichtig, dass wir das, was wir verkaufen, aus eigener Erfahrung kennen. Deshalb machen wir uns als Early Adopter so früh wie möglich mit neuen Lösungen vertraut. Denken Sie an den Februar 2015, da hat SAP mit S/4HANA die vierte große Softwaregeneration auf den Markt gebracht. Wir haben das als Chance begriffen und nach nur 37 Tagen unser eigenes Rechnungswesen im Juni auf S/4HANA umgestellt. Wir gehörten so zu den weltweit Ersten, die das System produktiv einsetzten. Für uns steht fest: Die Produkte, die wir unseren Kunden verkaufen, die wollen wir auch selbst einsetzen, um Erfahrungen zu sammeln, von denen unsere Kunden profitieren sollen. So liegt unsere S/4HANA-Bilanz bei 14 Live-Installationen, wobei sowohl Neuimplementierungen als auch Migrationen von älteren SAP-Systemen auf S/4HANA dabei sind. 

Wie halten Sie es mit dem Main Stream, also digitaler Transformation, IoT, Cloud?

Die Anfragen von Kundenseite nehmen stetig zu. Um die neuen Technologien wie Anbindung von Sensoren, künstliche Intelligenz oder Machine Learning nutzen zu können, ist eine moderne Basis Grundvoraussetzung. Und die bietet S/4HANA und deckt in sich schon viele Aspekte wie Echtzeitverarbeitung und mobilen Einsatz ab. Wir versuchen unseren Kunden zu erklären, dass sie sich mit dieser Basis die Voraussetzung für die Nutzung dieser neuen Themen schaffen, bei denen ganz viel – auch von SAP – in und für die Cloud entwickelt wird. Natürlich lässt sich das alles auch an alte On-Premises-Systeme anschließen, der Aufwand ist aber höher.

 

 

Auch beim Thema Cloud fahren wir eine Early-Adopter-Strategie: Wenn Sie heute über ERP aus der Cloud sprechen, dann begegnen Sie noch großer Skepsis und Zurückhaltung. Aber auch hier konnten wir als Innovabee unseren ersten Kunden erfolgreich an den Start bringen. Unser Kunde DEE, ein Hersteller von Sport- und Arbeitskleidung, arbeitet seit Juni erfolgreich mit SAP S/4HANA Cloud, einer ERP-Komplettlösung aus der Cloud. Das war das erste Cloud-Projekt, das überhaupt von einem deutschen SAP-Partner akquiriert wurde. Die komplette Einführung inklusive Anbindung eines externen Logistik-Dienstleisters und elektronischer Kommunikation mit den Kunden gelang in gut vier Monaten. 

Und wie halten Sie es mit der digitalen Transformation?

Bei unseren Kunden legen wir Wert darauf, die Hauptgeschäftsprozesse End-to-End in SAP abzubilden. Lassen Sie mich das an einem Beispiel aus dem Vertrieb erläutern. Der End-to-End-Prozess beginnt für uns bei der Kundengewinnung und geht über die Angebotsabgabe, Lieferung und Rechnungsstellung bis in die Finanzbuchhaltung und Debitorenbuchhaltung. Abgeschlossen ist er erst mit der Bezahlung. Die Kommunikation verlagert sich zudem immer mehr auf sogenannte Plattformen, wo der Datenaustausch dann etwa auf Basis der SAP Cloud Platform stattfindet. Hier sollte die Basis wieder ein modernes ERP-System sein, idealerweise aus der Cloud. Die verfügen über Konnektoren zu den verschiedenen Services. 

Welche Rolle spielt bei Ihnen das Internet of Things?

IoT ist unter anderem bei unseren Chargen-orientierten Fertigern wichtig. Das Unternehmen muss in der Produktion erkennen, wann Stillstandzeiten an der Maschine drohen oder wann es Wartungsarbeiten geben kann. Diese Meldungen übernimmt aber klassischerweise kein ERP-System, sondern da gibt es Maschinensteuerungssysteme, die wir an das ERP anbinden können. Hier arbeiten wir mit einem Partnernetzwerk zusammen, das ist nicht unser originäres Business. Sie brauchen allerdings ein Backend-System, das in der Lage ist, mit der Menge dieser Daten umzugehen und da ist SAP mit der Technologie der HANA-Datenbank bestens geeignet. Darum ist für uns die Cloud und ERP aus der Cloud wichtig. Das ist der Kern, die Basis, denn ohne ein modernes ERP wird es ungleich schwieriger, sich diesen Themen zu nähern und sie zu erschließen und umzusetzen. Und Kunden, bei denen wir unsere Branchenlösungen einführen – ganz klassisch On-Premises – zeigen, dass man weitestgehend mit Standardprozessen arbeiten kann, wenn diese optimal zur Branche passen. Und genau das demonstrieren wir auch in unseren aktuellen Cloud-Projekten.

Sie bevorzugen eine besondere Projektvorgehensweise?

Ja, wir haben vor einigen Jahren auf eine agile Vorgehensweise umgestellt. Das heißt, wir nutzen früh im Projekt einen Prototypen, der die genannten Standard- und Branchenprozesse aus dem Innovafood- oder Innovacos-Paket enthält. Wir können dem Kunden diese Standards im Rahmen von Schulungen vorstellen und dann in iterativen Zyklen gemeinsam in sogenannten Sprints das Gap von den 80 Prozent Prototyp zu den 100 Prozent Soll-Anforderungen in kleinen Paketen schließen. Unsere bisherigen 14 Live-Installationen von S/4HANA sprechen hier eine deutliche Sprache und zeigen unsere Kompetenz im Umgang mit dem doch recht neuen Produkt.

In Ihrem Firmennamen steckt die Innovation. Müssen Sie da immer auf SAP warten?

Nein, denn wir verstehen uns als Mittler und Übersetzer zwischen der global aufgestellten SAP und dem Mittelständler – darum ja auch »Innovabee – SAP für den Mittelstand«. Die SAP treibt Innovationen und wir sind ebenfalls innovativ, indem wir etwa die Projektvorgehensweise überdenken und ständig an neue Gegebenheiten anpassen sowie innovative Tools beisteuern. 

Wie sieht denn Ihr typischer Kunde aus?

Das unterscheidet sich natürlich von Branche zu Branche. Unser kleinster Kunde hat sieben oder acht User, der größte einige hundert. Bei dem Bremer Honigspezialisten Sonnentracht haben wir im letzten Jahr in nur vier Monaten ein ERP-System komplett eingeführt, über alle Bereiche, Vertrieb, Logistik, Produktion, FiBu und Qualitätsmanagement hinweg. Und wir haben uns mit diesem Projekt für den SAP Innovation Award qualifiziert. Ein Projekt, in dem wir mit der kompletten Einführung gezeigt haben, dass SAP nicht nur für die Großen geeignet ist. Das ist unser Mehrwert für den Kunden, dass wir SAP auch für kleinere Unternehmen schnell, kompakt und bezahlbar einführen können. 

Was passiert bei Innovabee in den nächsten Jahren?

SAP für den Mittelstand wird auf jeden Fall weiterhin unser Motto sein. Vor allem wollen wir flexibel und wach genug sein, um die richtigen Trends für unsere Kunden zu erkennen. Die Wichtigkeit des ERP-Systems nimmt in Zeiten der digitalen Transformation weiter zu, weil Insellösungen in die Wertschöpfungsketten integriert werden und ein stabiles, verlässliches ERP-System mit vielen Funktionen als Rückgrat, als Basis dient, die ganzen neuen Lösungen überhaupt nutzbar zu machen. Und da ist SAP bestens geeignet. Wenn in fünf Jahren unsere Kunden sagen, Innovabee ist der Partner, der mir auf dem Weg in die Digitalisierung geholfen hat, dann haben wir sehr viel richtig gemacht. 

Außerdem ist die Anzahl der Unternehmen sehr groß, die auf S/4HANA wechseln wollen oder müssen. Wir wollen aufklären: Welche Wege dahin gibt es? Welche Schwierigkeiten können auftauchen und wie lange dauert es? Da haben wir beste Referenzen, weil wir schon etliche Migrationen durchgeführt haben und auch mit einem SAP Quality Award für eine unserer ersten Migrationen bei unserem Kunden Scheurich ausgezeichnet wurden. 

Herr Deininger, vielen Dank für das Gespräch.


Das Gespräch führte Volker Vorburg

 

Bilder: © Innovabee GmbH

 

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