Verbraucher vertrauen nicht auf die Datensicherheit von vernetzten Geräten

Verbraucher bevorzugen Produkte von Unternehmen, die für Datensicherheit bekannt sind und wünschen sich ein Kennzeichen, das Auskunft über die Sicherheit von IoT-Geräten gibt.

 

BlackBerry Limited in einer Umfrage das Verbraucherverhalten beim Kauf und der Nutzung von IoT-Geräten analysiert. Hierzu zählen unter anderem Autos, Drohnen, Gesundheits-Tracker, Fernseher, Sicherheitskameras, smarte Lautsprecher und weitere Geräte.

BlackBerry und Atomik Research hatten in einer Online-Umfrage insgesamt 4.010 Erwachsenen in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Kanada befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass etwa 80 % der Befragten ihren aktuellen internetfähigen Geräten nicht zutrauen, ihre Daten und ihre Privatsphäre zu schützen. Darüber hinaus sagten die Befragten, dass sie sich bei einem zukünftigen Kauf oder einer geschäftlichen Partnerschaft eher für ein Unternehmen entscheiden würden, das einen guten Ruf beim Thema Datensicherheit genießt. Außerdem befürworten sie ein Kennzeichen, das ihnen Auskunft über die Sicherheit des vernetzten Gerätes gibt.

»Die Umfrage zeigt, dass es für Unternehmen eine echte Chance ist, sich mit sicheren Produkten gegenüber Wettbewerbern zu differenzieren«, sagt Mark Wilson, Chief Marketing Officer bei BlackBerry. »Wie schon zuvor bei Bio-Lebensmitteln und nachhaltigen Produkten werden die Verbraucher durch ihr Kaufverhalten den privaten und öffentlichen Sektor dazu bewegen, sich an einem gemeinsamen Sicherheitsstandard auszurichten.«

 

Verbraucher sind bereit, für Sicherheit mehr Geld zu investieren

Mehr als die Hälfte der Befragten (58 %) sind dazu bereit, mehr Geld für internetfähige Produkte, wie zum Beispiel Alexa, Sicherheitsprodukte für das Smart Home oder Wearables auszugeben, wenn sie wüssten, dass ihre Daten und ihre Privatsphäre geschützt sind. Ein Zehntel der Befragten wären sogar bereit, einen bis zu 20 % höheren Kaufpreis für das Produkt zu bezahlen. Der Großteil der Befragten würde bis zu 10 % mehr bezahlen.

Bei vernetzten Fahrzeugen gab die Mehrheit an, sie würden mehr bezahlen, wenn sie wüssten, dass die Software des Fahrzeugs höchste Sicherheitsansprüche erfüllt. Laut dem US-amerikanischen Fahrzeugbewertungs- und Automobilforschungsunternehmen Kelley Blue Book lag der geschätzte durchschnittliche Transaktionspreis für leichte Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten im September 2018 bei 35.742 US-Dollar. Das bedeutet, dass 23 % der Befragten, die bis zu fünf Prozent mehr für ihr Auto zahlen würden, wenn es sichere Software beinhaltet, zusätzlich 1.700 US-Dollar bei dem Händler ausgeben würden. Zehn Prozent der Befragten wären bereit, bis zu 20 % (ca. 7.000 US-Dollar) mehr zu zahlen.

 

Einsatz von Sprachassistenten wird unterschiedlich bewertet

Auf die Frage, welchem Sprachassistenten sie in einem Auto am meisten vertrauen würden, wurde Google (25 %) am häufigsten genannt, gefolgt von Apples Siri (19 %), Amazons Alexa (16 %), Microsofts Cortana (5 %) und IBMs Watson (3 %). 32 % der Befragten vertrauen »keinem der oben genannten«, wobei ein Großteil der Antworten von Personen kamen, die über 54 Jahre alt sind. Bemerkenswert ist, dass nur 20 % der Millenials sich für »keinem der oben genannten« entschieden haben.

 

Diskrepanz zwischen Sicherheitsbedenken und tatsächlicher Nutzung

Die Verbraucher sagten einerseits, dass sie um ihre Sicherheit besorgt sind und das Thema auch Einfluss auf ihre Kaufentscheidung hat. Andererseits hebt die Studie hervor, dass es eine Diskrepanz zwischen diesen Bedenken und der tatsächlichen Nutzung bei bestimmten Technologien gibt. So gaben beispielsweise 23 % der Befragten an, sie würden den Zugriff von Features oder Apps auf ihre Daten nicht begrenzen. 17 % sagten sogar, sie wissen nicht, wie man den Datenzugriff einschränkt.

Darüber hinaus gaben mehr als ein Drittel (36 %) der Befragten zu, nicht zu wissen, auf welche Sicherheitszertifikate sie beim Kauf eines internetfähigen Geräts achten müssen. 41 % der Befragten aus Kanada und Großbritannien, sowie 32 % aus den USA, gaben an nicht zu wissen, welche Sicherheitszertifikate es gibt.

 


 

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