Warum Ende-zu-Ende-Verschlüsselung so wichtig ist

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»Tim Cook, der CEO von Apple, wies öffentlich die Forderung der US-Regierung zurück, für das FBI Hintertüren zu bauen, um Zugang zu verschlüsselter Kommunikation zu erhalten.

Neben den USA versuchen momentan auch einige andere Regierungen eine Illegalisierung von Verschlüsselung durchzusetzen, darunter die Investigatory Powers Bills im Vereinigten Königreich, das Schweizer Nachrichtendienstgesetz und in Zwischentönen auch Österreichs neues Staatsschutzgesetz.

Die Debatte hat einen Punkt erreicht, an dem sich selbst Silicon-Valley-Riesen wie Google, Facebook oder Yahoo – normalerweise nicht als Vorkämpfer für Privatsphäre bekannt – öffentlich gegen die Anstrengungen stellen, Verschlüsselung zu verbieten oder zu brechen.

Für mich ist das ein bedeutsamer Wendepunkt in der Debatte um das Recht der Menschen auf Online-Privatsphäre, da nun nicht nur europäische, sondern auch große US-Firmen auf derselben Seite stehen.

Dass Technikexperten weltweit so entschieden das Recht auf Verschlüsselung verteidigen, verdeutlicht den Mangel an Verständnis vieler Politiker, was Verschlüsselung technisch genau bedeutet und wie essentiell sie für das Funktionieren der Weltwirtschaft und das Ökösystem Internet ist. Jedes Gesetz, Hintertüren in Ende-zu-Ende-verschlüsselte Systeme einzubauen, ist eine schlechte Idee, da dies die globale Cybersicherheit dramatisch gefährden und Grundrechte der Bürger weltweit bedrohen würde. Es ist nicht möglich, Verschlüsselung in Einzelfällen abzustellen oder rückgängig zu machen, ohne gleichzeitig die Sicherheit des gesamten Systems aufs Spiel zu setzen.

Wer seine Informationen schützen möchte, muss dies mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung tun. Diese Form der Verschlüsselung ist die einzige Methode, die weder von Gesetzen noch von Hackern umgangen werden kann. Es ist physisch nicht möglich, so verschlüsselte Daten ohne die Zustimmung der Nutzer zu entschlüsseln. Das bedeutet auch, dass nicht einmal der Online-Anbieter auf die privaten Daten seiner Nutzer zugreifen kann [1].

Daher auch von mir ein klares »Ja!« zu Verschlüsselung.«

foto autor istvan lam tresorit

Tresorit-Gründer & CEO: Istvan Lam Quelle: Tresorit

[1] Um die Stärke von End-to-End-Verschlüsselung zu beweisen, luden wir Hacker mit Aussicht auf ein Preisgeld von 50.000 USD dazu ein, das Verschlüsselungskonzept zu knacken und gaben ihnen dazu auch dieselben Zugangsrechte wie den Tresorit-Admins – trotzdem konnte keiner der über 1.000 Programmierer die Belohnung einstreichen.
Für mehr Details, warum ein Verbot von Verschlüsselung sowohl irrational als auch gefährlich ist, können Sie in einem meiner früheren Blogposts nachlesen: https://tresorit.com/blog/frontdoor