Die Cloud muss zum Unternehmen passen

Sie gehört für viele Unternehmen ins IT-Portfolio. Bei der Auswahl sollte man aber die Cloud-Anwendungen und die eigenen Geschäftsprozesse auf den Prüfstand stellen.

 

Die Cloud ist weiter auf dem Vormarsch. Viele IT-Manager sind überzeugt von den Vorteilen: hohe Skalierbarkeit, vielfach automatische Integration verschiedener Anwendungen auf einer Plattform, Kostenersparnis und stets aktuellste Versionen ohne eigenen Wartungsaufwand. Nach dem Bitkom Cloud Monitor 2017 setzen über 50 Prozent der deutschen Unternehmen eine Cloud für Office-Anwendungen, Security, Collaboration oder Business Intelligence ein. 18 Prozent planen aktuell den Einsatz. Der IT Trend Report 2017 von Solarwinds zeigt aber eine Parallelentwicklung. Zwar verlagerten 76 Prozent der befragten internationalen IT-Professionals Anwendungen in die Cloud. Rund 35 Prozent migrierten aber auch wieder zurück auf On-Premises-Systeme. Dieser Befund ist ein Hinweis, die Erwartungen an die Cloud und die eigenen Geschäftsprozesse genau zu definieren. Fünf Aspekte sollte man prüfen:

 

Geschäftsprozesse hinterfragen

Eine Cloud-Lösung muss die Geschäftsprozesse optimal unterstützen. Häufig laufen in einem Unternehmen Hunderte von Anwendungen, die die Workflows abbilden. In ihnen leben die gesammelten Best Practices sowie das unternehmerische Know-how. Davon muss ein Unternehmen auch weiterhin profitieren. Die Erwartungshaltung an die Cloud muss daher sein, dass diese Workflows nicht verloren gehen. Unternehmen müssen gleichwohl zur Anpassung bereit sein, die eigenen Prozesse hinterfragen, statt dysfunktionale Modelle beizubehalten.

 

Stimmigkeit der Cloud-Lösung

Cloud-Lösungen gibt es für alle Fachbereiche. Aber nicht jede Anwendung arbeitet wie eine echte Cloud. Es existieren Lösungen, die On-Premises-Applikationen lediglich in der Cloud hosten. Dann profitiert man nicht von den schnellen Aktualisierungszyklen. Bei einem Umstieg sollte man das genau prüfen, bevor man seine Prozesse und Workflows transformiert. Im Zweifel ist es ratsam, Spezialisten hinzuzuziehen, um Enttäuschungen zu vermeiden.

 

Behutsame Konfiguration

Workflow-Tools sind adaptionsfähig genauso wie benutzerdefinierte Datenfelder und Benutzeroberflächen. Komplexe Cloud Suite-Lösungen lassen sich mit variablen Datenmodellen ohne Wechsel der Plattform konfigurieren. Aber Vorsicht ist geboten: Alleine die Konfigurationsmöglichkeiten sollte nicht dazu verleiten, alles anzupassen. Hier gilt die Faustformel: 20 Prozent Konfiguration für 80 Prozent des Business Values reichen aus.

 

Sicherheit prüfen

Sicherheit »State of the Art« versprechen heute alle Cloud-Anbieter. Die meisten haben längst verstanden, dass sie in Deutschland den höchsten Ansprüchen genügen müssen. »Cloud Made in Germany« und deutsche Rechenzentren gewährleisten auch außereuropäische Anbieter. Sie lassen sich zertifizieren und haben fein-granulare Kontrollen implementiert. Aber Skepsis bei der Auswahl der Anbieter ist immer geboten.

 

Investitionen in Schulung und Support

Wer in die Cloud will, muss mit einer steilen Lernkurve auf allen Ebenen rechnen. Investitionen in Schulung und Beratung durch erfahrene Implementierungspartner sind allemal ratsam. Unternehmen, die sich vorher prüfen, setzen danach Cloud-Lösungen zu ihrem nachhaltigen Erfolg ein. Auch wenn es kompliziert erscheint: Die Support-Angebote sind so vielfältig, dass niemand die Herausforderungen alleine bewältigen muss.

Brett Stineman

Brett Stineman, director of product marketing, Dell Boomi

 

 

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