Kaufkraft steigt 2018 um 2,8 Prozent

Die Kaufkraft der Deutschen wird im Jahr 2018 laut der GfK Kaufkraftstudie auf 22.992 Euro pro Kopf ansteigen [1]. Das entspricht einem rechnerischen Plus von nominal 2,8 Prozent und 633 Euro mehr pro Kopf. Obwohl die Kaufkraft in allen Bundesländern steigt, hängt der Westen den Osten erneut ab.

 

GfK prognostiziert für das Jahr 2018 eine Kaufkraftsumme von 1.893,8 Milliarden Euro für Gesamtdeutschland. Das sind pro Kopf nominal 2,8 Prozent und 633 Euro mehr als im Vorjahr, basierend auf der revidierten Vorjahresprognose. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft von 22.992 Euro, die den Deutschen im Jahr 2018 für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder Sparen zur Verfügung stehen.

Unter Kaufkraft versteht man das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Transferzahlungen wie Renten, Arbeitslosen- und Kindergeld. Die für 2018 prognostizierte positive Kaufkraftentwicklung stützt sich auf wachsende Löhne in vielen Branchen und den stabilen Arbeitsmarkt. Auch bei den Renten wird 2018 ein Anstieg erwartet. Wie viel vom nominalen Kaufkraftzuwachs real übrig bleibt, hängt allerdings davon ab, wie sich 2018 die Verbraucherpreise entwickeln werden.

 

 

Regionale Kaufkraftverteilung
Auf Ebene der Bundesländer verändert sich im Jahr 2018 wenig. Im Ranking zieht nur Berlin an Bremen vorbei auf Rang 10. Die anderen ostdeutschen Bundesländer entwickeln sich ebenfalls positiv, mit einer Zunahme des Kaufkraftindexes zwischen 0,7 und 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt liegen sie aber noch immer deutlich unter dem Niveau der alten Bundesländer.

Den größten Rückgang verzeichnen Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bremen mit Indexpunktverlusten zwischen 0,7 und 0,8 Prozent. Da der Index den Vergleich zum Bundesdurchschnitt darstellt, handelt es sich aber nur um einen relativen Rückgang. In der Summe steigt im nächsten Jahr die nominale pro-Kopf-Kaufkraft in allen Bundesländern an.

Bundeslandranking

Rang 2018 (Vorjahr) Bundesland Einwohner Kaufkraft 2018 pro Einwohner in € Kaufkraftindex*
1 Hamburg 1.798.654 25.242 109,8
2 Bayern 12.884.983 25.107 109,2
3 Baden-Württemberg 10.925.081 24.732 107,6
4 Hessen 6.193.150 24.329 105,8
5 Schleswig-Holstein 2.876.873 23.020 100,1
6 Nordrhein-Westfalen 17.875.813 22.777 99,1
7 Rheinland-Pfalz 4.062.075 22.587 98,2
8 Niedersachsen 7.948.507 22.475 97,8
9 Saarland 997.754 21.620 94,0
10 (11) Berlin 3.550.948 21.033 91,5
11 (10) Bremen 676.256 20.969 91,2
12 Brandenburg 2.487.511 20.938 91,1
13 Sachsen 4.078.397 19.727 85,8
14 Thüringen 2.160.943 19.669 85,5
15 Sachsen-Anhalt 2.239.428 19.456 84,6
16 Mecklenburg-Vorpommern 1.612.585 19.356 84,2

Quelle: © GfK Kaufkraft Deutschland 2018 * Index je Einwohner; 100 = Landesdurchschnitt
Einwohner Mecklenburg-Vorpommern und Hessen: GfK-Fortschreibung der amtlichen Einwohnerzahl

 

Kaufkraft in den Kreisen
Wie seit Jahren ist der höchste Kaufkraftdurchschnitt Deutschlands im bayerischen Landkreis Starnberg zu finden: Mit 33.102 Euro pro Kopf liegen die Starnberger rund 44 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Doch es gibt drei Veränderungen in den Top 10 der Stadt- und Landkreise: Erlangen sinkt einen Platz ab auf Rang 9 und tauscht mit Dachau. Neu in den Top 10 ist der Landkreis Miesbach, der 2018 von Platz 12 auf 10 aufsteigt. Der schleswig-holsteinische Kreis Stormarn verliert damit seinen Top 10 Platz und rutscht auf Rang 17.

Der Landkreis Görlitz stellt mit 18.157 Euro pro Kopf weiterhin das Schlusslicht dar. Die Görlitzer haben rund 21 Prozent weniger als der deutsche Bundesdurchschnitt, der 2018 vom Landkreis Günzburg markiert wird.

Top 10 Stadt- und Landkreise 2018

Rang 2018 (2017) Stadt-/Landkreis Einwohner Kaufkraft 2018 pro Einwohner in € Kaufkraftindex*
1 LK Starnberg 134.308 33.102 144,0
2 LK Hochtaunuskreis 234.574 32.137 139,8
3 LK München 341.747 31.687 137,8
4 SK München 1.452.826 30.998 134,8
5 LK Main-Taunus-Kreis 234.424 30.537 132,8
6 LK Ebersberg 138.523 30.179 131,3
7 LK Fürstenfeldbruck 215.178 28.574 124,3
8 (9) LK Dachau 149.952 28.156 122,5
9 (8) SK Erlangen 109.501 27.875 121,2
10 (12) LK Miesbach 98.753 27.553 119,8

Quelle: © GfK Kaufkraft Deutschland 2018 * Index je Einwohner; 100 = Landesdurchschnitt

 

Einwohnerstarke Stadtkreise
Die 25 einwohnerstärksten Stadtkreise vereinen bereits ein gutes Fünftel der Gesamtkaufkraft Deutschlands. Doch nicht alle Großstädte erreichen ein überdurchschnittliches Kaufkraftniveau: Die Hauptstadt Berlin liegt bei der pro-Kopf-Kaufkraft gut acht Prozent unter dem deutschen Durchschnitt, Dortmund und Dresden kommen auf ein ähnliches Niveau. Sogar gut 12 Prozent unter dem Durchschnitt liegt Leipzig.

Stadtkreise über 500.000 Einwohner

Rang 2018 Name Einwohner Kaufkraftsumme 2018 in Mio. € Kaufkraft 2018 pro Einwohner in € Kaufkraftindex*
286 SK Berlin 3.550.948 74.686,4 21.033 91,5
52 SK Hamburg 1.798.654 45.401,6 25.242 109,8
4 SK München 1.452.826 45.035,3 30.998 134,8
79 SK Köln 1.070.357 26.221,1 24.498 106,5
31 SK Frankfurt am Main 731.009 19.199,8 26.265 114,2
39 SK Stuttgart 626.144 16.197,5 25.869 112,5
18 SK Düsseldorf 611.302 16.546,0 27.067 117,7
279 SK Dortmund 585.352 12.345,3 21.090 91,7
192 SK Essen 583.768 13.042,6 22.342 97,2
334 SK Leipzig 564.305 11.356,8 20.125 87,5
259 SK Bremen 563.257 12.067,8 21.425 93,2
296 SK Dresden 543.501 11.385,1 20.948 91,1
110 SK Nürnberg 510.405 12.189,1 23.881 103,9

Quelle: © GfK Kaufkraft Deutschland 2018 * Index je Einwohner; 100 = Landesdurchschnitt

 

Kaufkraftdichte: Hohe Potenzialabschöpfung auf kleinem Raum
Dass die einwohnerstarken Städte und insbesondere die großen Metropolregionen für Einzelhändler und Dienstleister unverzichtbare Zielmärkte darstellen, zeigt ein Blick auf die Kaufkraftsummen. Die Kaufkraftdichte, also die verfügbare Kaufkraftsumme in Millionen Euro je Quadratkilometer, ist in Metropolen wie Berlin, Hamburg und München, aber auch im Ruhrgebiet, dem Großraum Stuttgart und Frankfurt/Main sehr hoch. Die Kaufkraftdichte ist somit ein wichtiger Indikator, dass Unternehmen dort auf kleinstem Raum viel Kaufkraftpotenzial allein schon bei den dort lebenden Menschen mobilisieren können, wenn sie ihre Zielgruppe gezielt ansprechen.

 

 

 

 

[1] Die GfK Kaufkraft ist definiert als die Summe aller Nettoeinkünfte der Bevölkerung, bezogen auf den Wohnort. Neben dem Nettoeinkommen aus selbstständiger und nichtselbstständiger Arbeit werden ebenso Kapitaleinkünfte und staatliche Transferzahlungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld und Renten zur Kaufkraft hinzugerechnet. Von diesem verfügbaren Einkommen sind allerdings noch nicht die Ausgaben für Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Miete und Nebenkosten wie Gas oder Strom, Bekleidung oder das Sparen abgezogen.

Folglich bedeutet ein nominaler Anstieg der Kaufkraft nicht zwangsläufig, dass jedem Einzelnen real mehr Geld zur Verfügung steht, wenn die aufgeführten Ausgaben stärker ansteigen. Darüber hinaus ist auch zu berücksichtigen, dass die Kaufkraft einer Region ein Durchschnittswert der dort lebenden Bevölkerung ist und nichts über die Kaufkraft einzelner Individuen, die Kaufkraft je Haushalt oder über die dahinter liegende Einkommensverteilung und damit die Schere zwischen »Arm« und »Reich« aussagt.

Basis der Berechnung sind, neben der Lohn- und Einkommenssteuerstatistik, einschlägige Statistiken zur Berechnung der staatlichen Leistungen sowie Prognosewerte der Wirtschaftsinstitute. GfK stellt die detaillierte Prognose für das neue Jahr jeweils im Januar fertig. Die GfK Kaufkraftdaten sind ab dann verfügbar für alle deutschen Stadt- und Landkreise sowie alle Gemeinden und Postleitzahlgebiete. Die Kaufkraftdaten auf Ebene der Straßenabschnitte werden in der 2. Jahreshälfte aktualisiert.

Verwendungszweck der Daten
Die regionalen GfK Kaufkraftdaten sind eine wichtige Grundlage der Vertriebs- und Marketingplanung in Unternehmen vieler Branchen. Entscheidend ist dabei eine realistische Abbildung der regionalen Verteilung der Kaufkraft. Der Fokus der Studie liegt entsprechend nicht in der Vergleichbarkeit der Daten über Jahre hinweg. Da es sich um Prognosen handelt, wird ausdrücklich davon abgeraten, die Daten der Vorjahre 1:1 miteinander zu vergleichen.

Weitere Informationen zu den regionalen Marktdaten von GfK
finden Sie hier.

 


 

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