Studie Freizeitbeschäftigung in Deutschland: Mädchen lesen, Jungs zocken

Drei Viertel aller männlichen Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren in Deutschland spielen Computer-, Konsolen- oder Onlinespiele, so eine repräsentative Studie. Bei den Mädchen ist es mit 17 Prozent nicht einmal ein Viertel so viel.

Umgekehrt lesen Mädchen deutlich mehr Bücher (45 Prozent gegenüber 27 Prozent der Jungen). Das ist das Ergebnis der JIM-Studie, die die Medienbenutzung in der Freizeit in Deutschland untersucht hat. Bücher lesen und Fernsehen ist für Mädchen auch deutlich wichtiger als für Jungen. Für diese wiederum ist Zocken und Tageszeitung lesen wichtiger. Eine höhere Schulbildung macht darüber hinaus eher empfänglich für Internet- und Smartphone-Nutzung sowie für Fernsehen und das Lesen von Büchern und Tageszeitung.

grafik ibusiness mpfs medienbeschäftigung  jugendliche


Jugendliche wollen über das aktuelle Weltgeschehen Bescheid wissen. Sie informieren sich dazu am häufigsten im Fernsehen.

Die heutige Medienlandschaft bietet Heranwachsenden unzählige Informationsangebote zu allen denkbaren Themen. Welche Mediengattungen je nach thematischem Interesse von Jugendlichen bevorzugt zur Information genutzt werden, untersucht die JIM-Studie.

Im Rahmen der JIM-Studie 2015 (Jugend, Information, (Multi-) Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest, wurden Zwölf- bis 19-Jährige in Deutschland zu 14 vorgegebenen Themenkategorien gefragt, wie wichtig es für sie sei, über neue Entwicklungen dieser Themen schnell Bescheid zu wissen. Im zweiten Schritt wurde nach den am häufigsten genutzten Informationsquellen zu den jeweiligen Themen gefragt.

Am stärksten ist das Interesse der Jungen und Mädchen an der Lösung persönlicher Probleme (87 %) sowie am aktuellen Weltgeschehen (83 %). Etwa drei von vier Jugendlichen ist es (sehr) wichtig, über Neues aus der Welt der Musik (78 %) und dem Themenfeld »Ausbildung und Beruf« (75 %) schnell Bescheid zu wissen. Zwei Drittel der Jugendlichen wollen beim Thema Smartphone (65 %) auf dem Laufenden sein. Gut die Hälfte der Jugendlichen zeigt bei Bundespolitik (59 %), Sport auf bundesweiter oder internationaler Ebene (57 %), Lokalsport (54 %), Lokalpolitik (54 %) und Fernsehsendungen und -serien (53 %) ein gesteigertes Informationsbedürfnis.

Betrachtet man die Informationspräferenzen zu jedem spezifischen Themengebiet, so ist das Internet für acht von 14 Themen die bevorzugte Informationsquelle. Dies gilt für das Thema Smartphone sowie für die »Soft News«-Themen Musik, Stars und Mode sowie Veranstaltungen oder Konzerte in der Region. Das Fernsehen hingegen ist beim aktuellen Zeitgeschehen, bei Sport in Deutschland sowie Bundespolitik das Informationsmedium erster Wahl. Die Tageszeitung hat ihre spezifische Stärke in der Lokalberichterstattung und spielt für die Themen Lokalpolitik und Lokalsport die wichtigste Rolle. Während die Information über das Internet für einige Themen überwiegt, können gewisse Informationsbedürfnisse der Jugendlichen offenbar besser durch die »traditionellen« Medien erfüllt werden: Tageszeitung und Fernsehen werden bei politischen und lokal relevanten Themen sowie dem aktuellen Zeitgeschehen (»Hard News«) klar bevorzugt.

[1] Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren im Frühsommer 2015 telefonisch befragt.
Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist eine Kooperation der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK). Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk (SWR). Kooperationspartner bei der JIMStudie ist die Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG).
Der Think-Tank für Zukunftsforschung, iBusiness.de, hat die Studienergebnisse in Infografiken umgesetzt. Sie stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz und sind daher frei nutzbar (Namensnennung, ohne Änderung).

Jugendliche wollen über das aktuelle Weltgeschehen Bescheid wissen

Weitere Artikel zu