Co-Managed Software-Defined WAN – das Beste aus zwei Welten

Software-Defined WANs sind schon längst keine »Exoten« mehr. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts IDC vom September 2017 wollen innerhalb der kommenden zwei Jahren 75 Prozent der Unternehmen in den USA ein SD-WAN implementieren. In Europa und Deutschland dürften sich die Zahlen in vergleichbaren Regionen befinden.

Unternehmen, die ein softwarebasiertes Weitverkehrsnetz einrichten und nutzen möchten, haben heute in erster Linie folgende Wahlmöglichkeiten:

  • Sie implementieren und betreiben ein SD-WAN in Eigenregie, Stichwort »Do it Yourself« oder
  • sie nutzen den gemanagten SD-WAN-Service eines Managed-Services-Providers (MSP).

 

Do-it-Yourself: Expertise im eigenen Haus

Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile. Das Do-it-Yourself-Modell (DIY) kommt vor allem für Unternehmen in Frage, die über die Fachleute und das Know-how verfügen, um ein SD-WAN zu verwalten und die entsprechenden Lösungen zu testen. Das Unternehmen beschafft, installiert und managt in diesem Fall die SD-WAN-Systeme, die Software und die dazugehörigen Netzwerkkomponenten.

Der Vorteil von »DIY« ist, dass ein Unternehmen die Kontrolle über die SD-WAN-Lösung hat. Zu den Nachteilen zählt, dass der Nutzer die Ausrüstung selbst beschaffen und bezahlen muss. Das läuft dem Trend zuwider, Kapitalkosten (Capex) in Betriebskosten (Opex) umzuwandeln. Außerdem ist es notwendig, für die Installation und den Betrieb des SD-WANs eigene IT-Fachleute abzustellen. Auch das kostet Geld und bindet Ressourcen.

 

Gemanagte SD-WAN-Dienste vom Provider

Ein gemanagter SD-WAN-Dienst ist dagegen eine schlüsselfertige Lösung, die ein MSP bereitstellt. Einen solchen Dienst ermöglicht es einem Unternehmen, ein globales, hybrides Wide Area Network zu nutzen. Es kombiniert konventionelle Techniken wie Multi-Protocol Label Switching (MPLS) mit Breitband-Internet-Verbindungen und Mobilfunk-Links. Der Nutzer hat zudem jederzeit den Überblick darüber, in welcher Qualität Applikationen an den Unternehmensstandorten zur Verfügung stehen, die über das gemanagte SD-WAN bereitgestellt werden.

Ein Pluspunkt von Managed SD-WAN-Services ist das Opex-Modell: Der Nutzer zahlt nur für die Services, nicht die Netzwerkausrüstung. Außerdem wird die IT-Abteilung des Nutzers entlastet und kann sich um wichtigere Aufgaben kümmern, etwa den Ausbau von digitalen Angeboten.

 

Das Beste aus beiden Welten: Co-Management

Doch es gibt noch einen dritten Weg, gewissermaßen das Beste aus beiden Welten: SD-WAN-Lösungen, die den Do-it-Yourself-Ansatz mit einem Managed Service kombinieren. Ein solcher Co-Managed SD-WAN-Dienst erlaubt es Unternehmen, Anwendungen und Sicherheitsregeln eigenständig zu verwalten. Der Managed Services Provider ist für die Netzwerkdienste, die Infrastruktur und die Einhaltung von Service Level Agreements (SLAs) zuständig. Dafür erhält er vom Kunden eine Nutzungsgebühr.

Der Nutzer wiederum legt über ein Online-Managementtool wie Silber Peaks Unity Orchestrator fest, welche Vorgaben (Policies) für Applikationen und Sicherheitseinstellungen gelten sollen. Diese Policies orientieren sich an den individuellen Geschäftsanforderungen des Unternehmens. Unternehmen können somit bestimmte Parameter ihres SD-WAN-Overlays anpassen. Gleichzeitig profitieren sie von den Vorteilen eines gemanagten softwarebasierten WAN, inklusive der entsprechenden SLAs.

 

Interesse an gemeinsam verwalteten SD-WANs wächst

IT-Führungskräfte zeigen ein wachsendes Interesse an SD-WAN-Services, die der Nutzer und MSP gemeinsam verwalten. Bei einem solchen Modell haben sie sie beispielsweise die Möglichkeit, ohne Hilfe des Service-Providers Regeln für SaaS-Anwendungen wie Salesforce.com oder SAP for Skype festzulegen. Dazu zählen Vorgaben für die Dienstgüte (Quality of Service) und die Sicherheitsrichtlinien. Gleichzeitig teilen sich der Nutzer und der MSP die Verantwortung, wenn es um die Performance von Applikationen und die Einhaltung von Service Level Agreements geht.

Auch der Managed Services Provider profitiert von diesem Ansatz. Er kann beispielsweise ergänzende Services anbieten, etwa für die Analyse und Visualisierung von Daten. Hinzu kommen Beratungsleistungen für Unternehmen, welche die Performance von Applikationen steigern möchten. Somit bieten gemeinsam gemanagte SD-WAN-Dienste beiden Seiten Vorteile: dem Nutzer von SD-WAN-Services und dem Service-Provider.

Nav Chander, Silver Peak

 

Managed Services Provider können Kunden aus unterschiedlichen Branchen einen Co-Managed SD-WAN-Dienste anbieten. Der Nutzer definiert dabei die Policies für Applikationen und die Sicherheit. Der Provider stellt die Infrastruktur und garantiert die Einhaltung von SLAs. Bild: Silver Peak

 

 


 

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