Edge Computing für Systemintegratoren – Drei Lehren aus Covid-19, wie sich Systemintegratoren für die Zukunft besser positionieren

Während die Welt zaghafte Schritte unternimmt, um die globale Pandemiekrise zu überwinden, die eine ganze Ära prägen wird, ist es an der Zeit, eine Bestandsaufnahme zu machen und zu überlegen, wie sich Unternehmen besser aufstellen können.

Für Systemintegratoren (SIs) ist die Aussicht auf eine Rückkehr zu einem »normalen« Betrieb ein willkommenes Licht am Ende eines langen Tunnels.

Obwohl viele Aspekte des Arbeitslebens – und auch viele unserer Geschäftsabläufe – von mehr Flexibilität und Agilität profitieren, wird es noch eine ganze Weile dauern, bis wir wieder von einem »Normalzustand« sprechen können.

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Es gibt drei Lehren aus der Pandemie, die Systemintegratoren helfen können, sich besser für künftige Herausforderungen zu wappnen:

  1. Digitale Transformation ist eine Einbahnstraße
  2. Sich ändernde Kundenbedürfnisse bedingen eine schnelle Anpassungsfähigkeit
  3. Die neue Ära bietet SIs enorme Möglichkeiten

 

1. Digitale Transformation ist eine Einbahnstraße

Was als Reaktion auf Covid-19 kurzfristig in den digitalen Bereich verlagert wurde, wird nicht alles in den analogen Bereich zurückkehren, wenn sich die Dinge wieder normalisieren.

Fast alle Unternehmen mussten schnell handeln und neue Prozesse, neue Arbeitsmodelle und neue Technologien einführen und Umgebungslösungen anwenden, um weiterhin erfolgreich handeln zu können. SIs waren oft von entscheidender Bedeutung, um den betroffenen Unternehmen bei solchen reaktionsschnellen taktischen Manövern zu helfen, auch wenn dies in vielen Fällen auf Kosten eines strategischen Ad-hoc-Einsatzes von digitalen Plattformen und Technologien ging. Unternehmen wie diese müssen nun ihre digitale Transformationsstrategie überdenken und robuste und dauerhafte Systeme entwickeln, die ihre künftige Widerstandsfähigkeit und ihr Wachstum untermauern.

Das Gleiche gilt für Unternehmen, die in ihrer digitalen Entwicklung noch nicht so weit fortgeschritten sind. Diejenigen, die überlebt haben, haben dies oft mit einem »alle Mann an Deck«- Ansatz getan, der weder widerstandsfähig noch nachhaltig ist. Und das nur, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Viele, wenn nicht alle dieser Unternehmen stehen nun vor einer Zeit der raschen digitalen Umsetzung, um aufzuholen und zukunftsfähig zu werden.

 

2. Sich ändernde Kundenbedürfnisse bedingen eine schnelle Anpassungsfähigkeit

Als die Pandemie ausbrach, befand sich die Industrie bereits mitten in einer Phase des raschen Wandels. Die Ära der digitalen Transformation verspricht Lösungen für viele der drängendsten Probleme der Welt – vom Klimawandel bis zum Bevölkerungswachstum. Darüber hinaus werden diejenigen, die sich nicht der digitalen Transformation unterziehen, mittel- bis langfristig nicht überlebensfähig sein. Die Pandemie hat diesen Kurs nicht geändert, sondern das Tempo des Wandels deutlich beschleunigt.

Für die Industrie ist die größte Veränderung eine, die tiefgreifende und dauerhafte Auswirkungen auf die SIs hat, da sich Unternehmen von den traditionellen Beziehungen zu Anbietern und Maschinenbauern wegbewegen hin zu mehr Open-Source-, »As-a-Service«-Modellen, die auf Edge- und Cloud-Konnektivitäten aufbauen.

 

3. Die neue Ära bietet große Chancen für SIs

Wichtig ist, dass sich das projektbasierte Geschäftsmodell zu einem eher abonnementbasierten Modell mit DevOps-Funktionen wandelt, und dieser Wandel erfordert den Aufbau starker, kooperativer Beziehungen zu wichtigen Kunden und Anbietern.

Solche Veränderungen bieten Chancen für SIs, da sie zu App-Entwicklern werden, die das Anwendungs-Know-how nutzen und die Plattformen von Automatisierungs-, IT- und Softwareanbietern vermarkten. Sie können auch zu Implementierungspartnern für die digitale Transformation werden, die Systemintegrationsarbeit leisten, welche Softwareanwendungen (wie MES) umfassen. Sie können sogar Unternehmern für die digitale Transformation werden, die zusammengesetzte Plattformen entwickeln und vermarkten, die Technologie und Dienstleistungen verschiedener Anbieter kombinieren und eine schnelle Skalierung ermöglichen.

Die Bereitstellung der richtigen Edge-Plattform kann SIs von der Konkurrenz abheben und sowohl dem Endnutzer als auch dem Integrator eine Welt neuer Möglichkeiten eröffnen. Unternehmen benötigen eine robuste Datenverarbeitung am Edge, die ein Echtzeitverständnis ihrer Anlagen ermöglicht, während sie gleichzeitig mit einer Reihe neuer und legacy Anbietertechnologien integriert werden und Daten zur Verarbeitung auf Unternehmensebene an die Cloud weiterleiten. Sie müssen in der Lage sein, mehrere Anwendungen auf virtuellen Maschinen auszuführen, können sich aber keine Datenlücken oder Ausfallzeiten aufgrund von IT-Ausfällen leisten. Ebenso können sie bei solchen verteilten IT-Lösungen keine Plattformen implementieren, die eine komplexe Bereitstellung oder Wartung erfordern – vielmehr muss die IT am Edge für die Mitarbeiter der Betriebstechnologie, die dort bereits Geräte betreiben, einfach zu verwalten und zu warten sind. Ebenso müssen sich die Plattformen schnell und sicher in die bestehende Cyberabwehr einfügen und Open-Source-Funktionen mit hochsicherem Betrieb kombinieren.

Das Angebot von Edge Computing Plattformen mit solchen Fähigkeiten verschafft SIs einen großen Vorteil. Mit geringeren Bereitstellungs- und Wartungskosten können SIs robuste, fehlertolerante, flexible, leistungsfähige und zukunftssichere Plattformen anbieten, die herstellerneutral sind und es ihnen ermöglichen, sich auf die Ergebnisanforderungen ihrer Kunden einzustellen.

 


Greg Hookings, Direktor für Geschäftsentwicklung EMEA bei Stratus,
ist eine Führungspersönlichkeit mit umfassender Erfahrung in der Umsetzung
digitaler Projekte in Unternehmen in EMEA, Amerika und Asien.

 

 

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