Software Defined Networking (SDN) – eine Revolution im Netzwerkumfeld

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Nach den Virtualisierungswellen im Server- und Storage-Umfeld rollt nun die Virtualisierung des Netzwerks auf die Anwender zu. Herkömmliche Netzwerkinfrastrukturen sind in die Jahre gekommen und können die Anforderungen an Flexibilität, Schnelligkeit und Sicherheit nicht erfüllen.

In jedem einzelnen traditionellen Switch ist die Software (Firmware) implementiert, bei Änderungen oder Neuinstallation von Devices oder Anwendungen muss die Konfiguration an jeder einzelnen Netzkomponente vorgenommen werden. Das kann Tage, Wochen, oft Monate in Anspruch nehmen und ist nicht mehr akzeptabel. Der Schwerpunkt liegt auf den Bedürfnissen der Geräte und nicht auf den Anwendungen.

Virtuelle Datacenter-Umgebungen, Cloud Computing (Private, Public und Hybrid), IoT, Big Data und Mobilität erwarten eine flexible Netzwerkumgebung, die sich den Änderungen schnell anpassen kann. Die Unternehmen sehen in der Analyse von großen Datenmengen einen Wettbewerbsvorteil. Dafür reicht der Durchsatz in den heutigen Switches nicht aus.

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Vorteile

Mit Software Defined Networking (SDN) können diese Probleme gelöst werden. SDN trennt die Control Plane von der Data Plane. Die Switches werden zentral von einem separaten softwarebasierenden Controller konfiguriert, administriert und gesteuert. Es kann programmiert werden, über welche Pfade der Datentransport erfolgen soll, es kann klar definiert werden, zwischen welchen Servern eine Datenkommunikation zulässig ist, es kann QoS (Quality of Service) eingerichtet werden, es können Switch-Regeln eingerichtet und auch wieder aufgehoben werden, es können automatisch Bandbreiten zugewiesen und auch wieder aufgegeben werden.

Der Controller bietet eine Netzwerküberwachung in Echtzeit. Durch das zentrale Administrieren aller Leistungen sind Anschaffungen von teuren Switches nicht mehr notwendig und reduzieren die Capex (Investitionsausgaben). Es können SDN-fähige Switches von anderen Herstellern installiert werden. Anwendungen und neue Netzdienste können in wenigen Stunden bereitgestellt werden; mit dem traditionellen Netzwerk sind dazu Tage, oft Monate erforderlich. Für die Server können Gruppen angelegt und Richtlinien definiert werden. Wird der Gruppe ein neuer Server hinzugefügt, wird die Richtlinie automatisch auf diese Maschine angewendet. Konfigurationsfehler werden dadurch vermieden.

Der Controller vermittelt über die Management-Plattform eine komplette Übersicht auf Anwendungen, Netzwerkgeräte und Datendurchsatz. Durch die Korrelation von Analysedaten werden Probleme schnell erkannt und behoben. Die offenen Schnittstellen lassen die Integration von Netzwerkgeräten anderer Herstellern wie ADC, Firewall, Security Services etc. zu und können über den Controller administriert und überwacht werden. Die Komplexität einer herkömmlichen Netzwerkinfrastruktur verringert sich mit einer SDN-Netzwerkarchitektur um bis zu etwa 70 Prozent.

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Herausforderungen und Umsetzung

Die Netzwerkumstellung auf eine SDN-Umgebung kommt einem Paradigmenwechsel gleich und muss sorgfältig geplant werden. In vielen Unternehmen fehlt das Know-how für eine Umsetzung. Zahlreiche Dienstleister bieten umfangreiche Portfolios von Workshops über eine Konzepterstellung bis hin zur Implementierung an. Die meisten Dienstleister verfügen über ein eigenes Labor in dem ein kundenspezifisches Testszenario aufgebaut werden kann, um die Vorteile hautnah zu erleben. Die Umsetzung sollte schrittweise erfolgen, etwa wenn die Netzwerkkomponenten ausgetauscht werden, bei einem neuen Projekt etc.

Wolfgang Heinhaus, Experton Group, www.experton-group.de

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