Vom Brettspiel Tutanchamuns zum Casino in der Hosentasche

Sie wollen Spielen, sind aber alleine unterwegs, in der U-Bahn oder hoch über den Wolken im Flieger? Kein Problem: Smartphone gezückt, App gestartet, los geht´s. Sobald Sie wieder Empfang haben aktualisiert sich die Rangliste und Sie spielen fröhlich weiter. Alleine gegen den Rest der Welt.

Werden Sie sich für einen Moment der Tragweite dieses Computers in Ihrer Jackentasche bewusst … In der Zwischenzeit begeben wir uns auf Spurensuche.

5000 Jahre alte Brettspiele

Spielen ist natürlich. Kleinkinder, unsere Primatenverwandten, Haustiere spielen. Die ältesten bekannten Brettspiele reichen 5.000 Jahre in die Vergangenheit in das Alte Reich Ägyptens: Im Grab Tutanchamuns fand man ein Senet-Spielset, das dem heutigen Backgammon ähnlich ist. Durch Spielen lernen wir die Regeln des Zusammenseins und können auch aus ihnen herausbrechen. Im Theater, beim Sport und mit Musikinstrumenten drücken Menschen sich selbst auf andere Weise aus, als dies im Alltag möglich ist. Der Homo ludens, der spielende Mensch liegt allen Gesellschaften zugrunde und ist kulturbildend. Selbstorganisation geht aus Spielen hervor und kulturelle Systeme wie Recht und Religion, Arbeitswelt und Politik sind institutionell verfestigte Spiele.

Staatliche Lotterie finanziert die chinesische Mauer

Die griechischen Götter sollen das Würfelspiel erfunden haben und die erste staatliche Lotterie hat im chinesischen Kaiserreich einen Teil der Chinesischen Mauer finanziert. Auch die ersten Spielkarten stammen aus dem fernen Asien und wurden schon vor der Zeitenwende hergestellt. Anfangs zu religiösen Zwecken verwendet wurde frühestens ab dem 12. Jahrhundert damit gespielt. In Europa kennt man Spielkarten zuerst vor allem aus Verboten, da das Kartenspiel schon sehr bald mit Geldeinsätzen verbunden war und damit moralischer Verfall verbunden wurde. Lange Zeit ein Spiel der Adligen begann mit dem Buchdruck bald auch der Druck von Spielkarten für das Volk. Lyon tat sich um 1500 speziell hervor, weshalb noch heute vornehmlich mit den französischen Karten (Herz, Pik, Kreuz, Karo) gespielt wird. Wann genau das erste Mal »Poker« gespielt wurde ist schwer zurück zu verfolgen. Roulette wurde 1796 in Frankreich erfunden, damals noch mit der heute amerikanischen Version: Mit zwei Nullen.

Ab dem 18. Jahrhundert wurde das Glücksspiel in Europa institutionalisiert und 1720 in Bad Ems die erste Spielbank auf deutschem Boden gegründet. 1763 folgte das »Redoute« im belgischen Spa, heute eine europäische Glücksspielmetropole. Ab 1891 tauchen die ersten Einarmigen Banditen auf, die Vorläufer der heutigen Spielautomaten.

Überall, alle, immer

Den heutigen Glücksspielen liegen komplexe Computeralgorithmen zugrunde, die in den 1970ern enormen Aufschwung erlebten. Die Entwicklung von Video-Poker und der ersten Online-Spiele durch Microgaming 1994 ebneten den Weg der Industrie ins Internetzeitalter.

Das vergangene Jahrzehnt war geprägt vom rasanten Aufstieg der Mobiltelefontechnologie, die es den leistungsstarken Minicomputern ermöglicht, in HD-Qualität Spielautomaten abzuspielen. Dank besseren Grafikkarten, schnelleren Prozessoren und leistungsstärkerer Datenverarbeitung steht dem Onlinespiel nichts mehr im Wege: Ob zu Hause auf dem Sofa, unterwegs im Bus, oder zur Mittagspause im Park. Ob Drückglück, Betway, 888 oder der Mobile-Casino Testsieger NetBet: Das Online Casino ist stets dabei. Verrückt, nicht?

 


 

Olympia 2018: Spielwiese der Hacker

Computer, Smartphone und Spielekonsolen rauben den Schlaf

Digitalisierung von Märkten am Beispiel der Sport- und Freizeitbranche

Online-Glücksspiel: Glücksspiel findet zunehmend im Netz statt

Glücksspiel in Deutschland – Aktuelle Gesetze und Änderungen

Spiel 2017: 65 % spielen analog

Weitere Artikel zu