Wie die IT-Glaubwürdigkeit durch den Nachweis der Rentabilität gestärkt wird

Illustration: Absmeier, Stux

Der Beginn des Jahres 2022 markierte einen bedeutenden Wendepunkt bei vielen Unternehmen: Führungskräfte ließen die Herausforderungen des vergangenen Jahres hinter sich und richteten ihren Blick auf die Etablierung neuer, zukunftsfähiger und digitaler Unternehmen. So erwarten laut Umfragen von Deloitte 94 Prozent der Chief Financial Officers (CFOs), dass sie im Jahr 2022 mehr in digitale Technologien investieren werden [1]. Zudem zeigt die Deloitte-Studie »2020 Global Technology Leadership«, dass fast acht von zehn Befragten (79 Prozent) [2] kürzlich eine technologiegestützte Umstrukturierung in ihrem Unternehmen durchgeführt haben oder in Erwägung ziehen.

 

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Die Auswirkungen der Pandemie und die noch immer anhaltende Folgen auf die Weltwirtschaft [3], erhöhen dabei den Druck auf CIOs und IT-Teams. Inzwischen muss nicht nur in einer komplexeren und dynamischeren Umgebung gearbeitet werden, sondern es soll auch ein höherer Kundenmehrwert in kürzerer Zeit, bei knapperen Budgets geliefert werden. Um den Druck auf die IT-Teams zu verringern und gleichzeitig aus der digitalen Transformation zu profitieren, ist es für Unternehmen deswegen unumgänglich, ihre derzeitigen Betriebsmodelle und Arbeitsweisen zu überdenken und sich auf Transparenz zu konzentrieren.

 

In einem aktuellen Gespräch zum Thema unterhielt sich Alex Becker, Chief Operating Officer (COO) bei Serviceware, mit Peter Grydgaard, Partner bei Deloitte Dänemark, über die Chancen der Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen, welche wegweisende ITFM-Tools mit führender Beratung verknüpft. Sie kamen zum Schluss, dass CIOs und CFOs nur dann einen optimalen geschäftlichen Nutzen aus ihren Technologieinvestitionen ziehen können, wenn sie:

  • die vollständige Transparenz über die IT-Kosten eines Unternehmens erhalten,
  • effizientere IT-Dienste erbringen und
  • den Diskurs von einer Frage der Kosten zu einer Frage des Wertes verschieben.

 

Intelligente IT-Investitionsentscheidungen treffen

 

Die Veränderungen der vergangenen 18 Monate haben dazu geführt, dass Unternehmen mit unvorhergesehenen pandemiebedingten Ausgaben und Investitionen zur Aufrechterhaltung des virtuellen Geschäftsbetriebs belastet wurden. Infolgedessen waren viele Geschäftsführer dazu gezwungen, ihre Kosten an anderer Stelle zu minimieren, um einen stabilen Cashflow zu gewährleisten. Der Druck auf die Führungsebene hat insofern zugenommen, da nicht nur eine gewisse Leistung erbracht und Widerstandsfähigkeit aufgebaut werden muss, sondern auch die Förderung eines zukünftigen Unternehmenswachstum gewährleistet werden soll.

 

Peter Grydgaard hilft als Partner bei Deloitte Dänemark Kunden dabei, die Kluft zwischen Finanzen und IT zu überbrücken und berichtet: »Es herrschte eine gewisse Unruhe aufgrund von Covid und der dadurch entstandenen Auswirkungen auf die Unternehmen. Zu Beginn der Pandemie hielten sich daher die meisten Unternehmen mit Investitionen in Technologien zurück. Inzwischen sind sie allerdings wieder in der Lage, sich für neue Möglichkeiten zu rüsten, indem sie mehr in die neuesten technologischen Möglichkeiten investieren und flexiblere Arbeitsweisen innerhalb der Organisation einführen.«

 

Auch wenn viele Unternehmen bestrebt sind, ihre Investitionen im digitalen Bereich zu erhöhen, reicht das dafür allokierte Budget oftmals nicht aus. Daher müssen sie ihre aktuellen Ausgaben überdenken und überprüfen, wie Effizienzsteigerungen erzielt werden können, die vorhandene Budgets freisetzen.

 

»Während überall Projekte initiiert werden, um das IT-Geschäft voranzutreiben, werden die Höhe der notwendigen Investitionen und vor allem die langfristigen Kosten unterschätzt. Daher ist die rechtzeitige Schaffung eines effektiven Management-Toolsets die beste Versicherung, um die Kosten unter Kontrolle zu halten und den maximalen geschäftlichen Nutzen aus digitalen Investitionen zu erzielen«, erklärt Alex Becker, COO bei Serviceware.

 

Cloud-Investitionen zur Unterstützung von Green IT

 

Neben dem Kostenaspekt steht die Führungsebene auch vor der Herausforderung, die Nachhaltigkeit zu fördern und in Initiativen wie beispielsweise Green IT zu investieren. Für Unternehmen, die ihre Kohlendioxidemissionen verringern wollen, gilt der Wechsel zur Cloud als umweltfreundlichere und kostengünstigere Option für die Datenverwaltung.

 

Peter Grydgaard kommentierte dazu: »Das Streben nach Klimaneutralität und der Reduzierung von CO2-Emissionen im eigenen IT-Anwendungsbereich ist ein wichtiger Bestandteil der Kostensenkung. Unsere Untersuchungen zeigen, dass Cloud Computing für viele Nutzer eine sauberere und begrüßenswerte Verbesserung darstellt. Denn weniger laufende Hardware und eine geringere Arbeitslast bedeuten einen niedrigeren Stromverbrauch. Trotzdem benötigen Cloud-Rechenzentren für ihren Betrieb nach wie vor Strom. Hier kommt das umweltfreundlichere, nachhaltige Cloud Computing ins Spiel, das die auf fossilen Brennstoffen basierende Energie im Netz durch erneuerbare Ressourcen ersetzt.«

 

Doch was ist erforderlich, um sicherzustellen, dass Cloud-Investitionen diese Anforderungen erfüllen und einen Mehrwert schaffen? Becker erklärt: »Unternehmen brauchen die nötigen Daten der aktuellen Gesamtbetriebskosten eines Dienstes, den sie in die Cloud verlagern wollen, sowie zu dem damit verbundenen Volumen und Nutzungsgewohnheiten. Es ist wichtig zu wissen, wie viele Kosten mit einem Dienst verbunden sind, da dies dabei helfen kann, festzustellen, ob eine Investition in die Cloud kurz- und langfristig sinnvoll ist.«

 

Der durch Covid entstandene Zuwachs der digitalen Arbeit von zuhause und eine allgemein stärkere digitale Abhängigkeit spiegelt sich zudem in der Reduzierung der Kohlendioxidemissionen im Straßenverkehr wider, was nahelegt, dass Nachhaltigkeit auch mit der digitalen Transformation erreicht werden kann. Grydgaard erklärt: »Viele Cloud-Anbieter entwickeln eine Nachhaltigkeitsmatrix auf der Grundlage ihrer Datensammlungen. Ein klassischer Bereich ist hier der Energieverbrauch. Sie untersuchen die Lieferkette und prüfen, woher sie die Energie beziehen, insbesondere für die Rechenzentren. Die Nachhaltigkeitsmatrix in Verbindung mit der Kostentransparenz bietet eine ausgewogene Entscheidungsgrundlage, um zu sehen, wo man den größten Nutzen für die Nachhaltigkeit mit den niedrigsten Kosten erzielt.«

 

ITFM-Tools können dabei in zweierlei Hinsicht eine bessere Chance auf Nachhaltigkeit bieten: Zum einem durch eine Verbesserung der Nachhaltigkeitsmatrix, welche die Zuordnung und Identifizierung der Kostenstellen pro IT-Dienstleistung und IT-Produkt ermöglicht. Durch die Streichung redundanter Komponenten, kann so die IT-Aus- und Belastung minimiert werden. Zum anderen bietet der Einsatz von ITFM eine bessere Kostentransparenz.

 

Warum der Rentabilitätsnachweis der Schlüssel für künftige Investitionen ist

 

Die Vorbereitung der digitalen Transformation eines Unternehmens erfordert ein hohes Maß an Transparenz in Bezug auf die voraussichtlichen Investitionskosten im Vergleich zum endgültigen Return on Investment (ROI). Alex Becker erklärt, warum es so wichtig ist, dass Investitionen jeglicher Art immer ihren Wert nachweisen können: »Transparenz und eine klare Sicht auf die Daten sind die Grundlage einer guten Entscheidungsfindung. Wenn CIOs oder CFOs nicht über diese Transparenz verfügen, wird es ihnen schwerfallen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Im besten Fall verlangsamt dies ›nur‹ die Entscheidungsfindung, da das Unternehmen beispielsweise viel Zeit braucht, um die richtigen Daten für einen Business Case zu erhalten, der die Investition rechtfertigt. Im schlimmsten Fall treffen sie jedoch eine falsche Entscheidung, die sich letztlich negativ auf ihr Geschäft auswirkt.«

 

Peter Grydgaard ergänzt: »Daher ist ein flexiblerer Ansatz für die Planung und das Forcasting erforderlich. Wir empfehlen, Szenarios zu entwerfen, die auf unterschiedliche, vielleicht sogar extreme Bedingungen im Unternehmen vorbereiten. Wer für die Zukunft plant, ist gut beraten, verschiedene Optionen in Betracht zu ziehen: schnelle Erholung, längere Inflation und Rezession – wer weiß. Wer über Werkzeuge verfügt, mit denen sich solche Varianten leicht entwerfen und vergleichen lassen, ist wesentlich flexibler und anpassungsfähiger.«

 

Becker sagt abschließend dazu: »Ich halte es für entscheidend, die notwendige Transparenz zu schaffen und eine Datenbasis zu etablieren, die es erlaubt, die Kostenbasis flexibel zu analysieren und anzupassen. Daher sollten Unternehmen ein klares Steuerungsmodell für ihre Technologiekosten haben, das auch Prozesse und Governance umfasst.«

 

Das vollständige Videointerview in Englisch mit Untertexten finden Sie hier. https://www.youtube.com/watch?v=qF1lDZGUs9I
[1] www.digit.fyi/uk-business-investment-in-tech-to-grow-in-2022/
[2] www2.deloitte.com/us/en/insights/topics/leadership/global-technology-leadership-study.html
[3] www.dihk.de/de/aktuelles-und-presse/aktuelle-informationen/klimapolitik-corona-konjunktur-was-2022-auf-die-wirtschaft-zukommt-63856