Die Menschen in ganz Deutschland sind heute zufriedener

Die Menschen in West- und Ostdeutschland sind seit 2015 im Durchschnitt zufriedener als zu jedem anderen Zeitpunkt nach der Wiedervereinigung (Abbildung 1). Dass die Zufriedenheit in Deutschland im Vergleich zu 1990 deutlich angestiegen ist, geht im Wesentlichen auf den Aufholprozess in Ostdeutschland zurück. Das in Ostdeutschland gemessene Niveau der Zufriedenheit liegt jedoch auch mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung noch unter dem westdeutschen Niveau (Abbildung 2). Das zeigt eine neue Auswertung von Daten der für Deutschland repräsentativen Langzeitstudie Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) am DIW Berlin

»So ernüchternd es ist, dass es ihn immer noch gibt: Der Abstand zwischen Ost und West hat sich über die Jahre maßgeblich verringert und ist so niedrig wie noch nie«, sagt SOEP-Direktor Jürgen Schupp, der die Analyse durchgeführt hat.

Den Grund für die relativ große Zufriedenheit hierzulande vermutet Schupp darin, dass Deutschland – trotz aller gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen – viele Krisen der vergangenen Jahre erfolgreich bewältigt habe. Anders als in vielen anderen Ländern habe zum Beispiel die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt und die Wirtschaft in Deutschland nicht aus dem Takt gebracht.

Zufriedenheitsforschung mit SOEP-Daten
Das SOEP befragt seit seinem Gründungsjahr 1984 jährlich mehr als 10.000 Personen zu ihrer Lebenszufriedenheit (»Glück«). Auf einer Skala von null bis zehn geben die Befragten an, wie zufrieden sie derzeit alles in allem mit ihrem Leben sind. Die Zahl null bedeutet »ganz und gar unzufrieden«, zehn hingegen steht für »ganz und gar zufrieden«. Die sogenannte Glücksforschung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Forschungsfelder auf der Basis von SOEP-Daten entwickelt. Bis heute sind mehr als 700 SOEP-Studien zum subjektiven Wohlbefinden, zur Zufriedenheit und zum Glück Zufriedenheit erschienen. »Daten zur persönlichen Lebenszufriedenheit sind eine wichtige Größe bei der Messung von Lebensqualität«, sagt SOEP-Direktor Jürgen Schupp. »Wer Aussagen zur Lebensqualität treffen möchte, muss neben den objektiven Lebensbedingungen auch die subjektive Lebenszufriedenheit im Blick haben«.
Zum SOEP
Das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) ist die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland. Das SOEP im DIW Berlin ist Teil der Forschungsinfrastruktur in Deutschland und wird unter dem Dach der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Ländern gefördert. Für das SOEP werden seit 1984 jedes Jahr vom Umfrageinstitut Kantar Public mehrere tausend Menschen befragt. Zurzeit sind es etwa 30.000 Befragte in etwa 15.000 Haushalten. Die Daten des SOEP geben unter anderem Auskunft über Persönlichkeitsmerkmale, Bildung, Gesundheit, Einkommen, Erwerbstätigkeit und Lebenszufriedenheit. Weil jedes Jahr dieselben Personen befragt werden, können nicht nur langfristige gesellschaftliche Trends, sondern auch die gruppenspezifische Entwicklung von Lebensläufen besonders gut analysiert werden.

Regelmäßig Sport treiben und sich gesund ernähren bringt Zufriedenheit mit sich

In einer Studie wurde der Frage nachgegangen, was Deutsche tun können, um die Zufriedenheit mit ihrem Aussehen zu steigern. Es zeigt sich, dass ausgehend von dem durchschnittlichen Zufriedenheitswert (41,3% bei den Frauen und 53,3% bei den Männern) einige Maßnahmen zu einer deutlichen Steigerung der Zufriedenheit führen.

So sind 47,4 Prozent der Frauen, die regelmäßig Sport treiben, mit dem eigenen Körper bzw. Aussehen zufrieden. Das sind deutlich mehr als im Durchschnitt aller Frauen. Das bedeutet, dass regelmäßiger Sport die erfolgversprechendste Maßnahme ist, um die allgemeine Zufriedenheit der Frauen mit dem Körper/ Aussehen zu steigern. Bei den Männern verhält es sich ähnlich. Während die allgemeine Zufriedenheit mit dem eigenen Körper/ Aussehen bei 53,3 Prozent liegt, geben knapp zwei Drittel der Männer, die regelmäßig sportlichen Aktivitäten nachgehen, an, zufrieden zu sein. Keinen Einfluss auf die Zufriedenheit hat für Frauen die Haarentfernung. 41,3 Prozent der Frauen, die sich die Haare entfernen, sind mit sich zufrieden. Das entspricht exakt der allgemeinen Zufriedenheit der Frauen. Möglicherweise werden Haarentfernungsmöglichkeiten von Frauen als selbstverständlich erachtet, sodass sie keinen Einfluss auf die allgemeine Zufriedenheit darstellen.

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[1] Das Institut myMarktforschung.de hat im Rahmen einer aktuellen repräsentativen Umfrage 1.057 Deutsche zwischen 18 und 70 Jahren online zu ihrem subjektiven Gesundheitszustand und ihrer Inanspruchnahme von ärztlich empfohlenen präventiven Kontrollen befragt. Die vollständigen Ergebnisse gibt es kostenlos unter www.myMarktforschung.de

 


 

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