Online-Dating-Dienste: Die große Liebe aus dem Internet

■  Jeder vierte Online-Dater hat seinen derzeitigen Partner im Netz kennen gelernt.

■  Vor allem Ältere haben noch Vorurteile gegenüber Online-Dating-Dienste.n

Illustration: Absmeier, Geralt

 

Verliebte Chats, Selfies via Messenger und Liebesgeflüster in Sprachnachrichten: Jeder zweite Online-Dating-Nutzer (44 Prozent) hat sich schon einmal im Netz verliebt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom im Vorfeld des Valentinstages [1].

Dabei sagten 25 Prozent, dass sie ihren derzeitigen festen Partner so kennen gelernt haben. Weitere 25 Prozent haben eine Ex-Beziehung über das Netz kennen gelernt. Befragt man alle Internetnutzer, so sagt mehr als die Hälfte (52 Prozent), dass Online-Dating eine unkomplizierte Möglichkeit ist, einen neuen Partner zu finden. 42 Prozent glauben sogar, dass man seine große Liebe im Internet finden kann. Mehr als jeder Dritte (36 Prozent) meint außerdem, dass Online-Dating die Suche nach einem Partner erleichtert.

»Gerade für Schüchterne und Menschen mit wenig Zeit sind Dating-Plattformen eine gute Alternative, neue Kontakte zu schließen und einen passenden Gegenüber kennenzulernen«, sagt Bitkom-Expertin Julia Miosga.

 

Viele gängige Vorurteile über das Online-Dating sind dabei inzwischen offenbar widerlegt. Vorbehalte haben aber vor allem noch die Älteren. Über alle Altersgruppen hinweg sagen 45 Prozent aller Befragten, dass Online-Dating unromantisch ist, darunter 64 Prozent der 65-Jährigen und Älteren. Das gängige Vorurteil, dass Online-Dating nur etwas für Übriggebliebene ist, bejahen 33 Prozent aller Internetnutzer und 41 Prozent der 65-Jährigen und Älteren. Lediglich 18 Prozent aller Befragten finden, dass Online-Dating nur etwas für Jüngere ist. Insgesamt gehen drei von zehn Internetnutzern (29 Prozent) online auf die Suche nach einem Partner oder Flirt. Im Vorjahr waren es 26 Prozent.

 

[1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.009 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt, darunter 829 Internetnutzer und 244 Nutzer von Online-Dating-Diensten. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: »Haben Sie schon einmal einen festen Partner über einen Online-Dating-Dienst kennengelernt?« und »Nun lese ich Ihnen einige allgemeine Aussagen zum Thema Online Dating vor. Bitte sagen Sie mir inwieweit sie diesen Aussagen zustimmen oder nicht zustimmen – auf einer Skala von 1 Stimme voll und ganz zu, 2 Stimme eher zu, 3 Stimme eher nicht zu bis 4 Stimme überhaupt nicht zu?« (Angaben für stimme zu/stimme nicht zu)

 


 

Risiko Online-Dating: Wenn User blind vor Liebe sind, wittern Cyberkriminelle fette Beute

 

Sehen Sie auch rot? Kein Wunder, denn Valentinstag steht vor der Tür! Wer noch immer auf einen Treffer von Amors Pfeil wartet, sucht sein Glück inzwischen meistens online, insbesondere bei Dating-Apps. Nicht umsonst gilt LOVOO als die aktuell erfolgreichste iPhone-App in Deutschland. Laut Bitkom nutzen rund 47 Prozent der Deutschen ihr Smartphone für den Onlineflirt, 42 Prozent ihr Tablet und immerhin noch 34 Prozent suchen mit dem Laptop nach einem potenziellen Partner. Doch beim heißen Online-Flirt gibt es einiges zu beachten, damit die Partnersuche so sicher wie möglich verläuft. Der europäische Security-Hersteller ESET gibt Tipps, damit aus der vermeintlichen großen Liebe keine böse Überraschung wird.

 

Lockvögel erkennen

Jeder dritte Nutzer in Deutschland hat über Online-Dating einen festen Partner gefunden. Doch egal ob zuhause am Rechner oder mobil via Smartphone oder Tablet: Wenn man am Anfang nur miteinander chattet, weiß man nicht, wer am anderen Ende der Leitung sitzt. Man kann also nie sicher sagen, ob es die Person ehrlich meint oder ob sie überhaupt die Person ist, für die sie sich ausgibt. Egal, ob man auf der Suche nach der großen Liebe ist oder einfach nur flirten will: Vorsicht ist geboten. Nicht selten kommt es vor, dass gefälschte Profile online gestellt werden, um neue User in die Falle zu locken. Zudem bedienen sich Betrüger oft bei Bildern anderer Nutzer, die sie häufig einfach von Facebook herunterladen und als ihr eigenes Bild im Dating-Profil ausgeben.

Der ESET Tipp: Google bietet auch die Möglichkeit, Bilder hochzuladen und daraus eine Suchanfrage zu erstellen. Dafür muss man nur das Bild des vermeintlichen Angebeteten herunterladen, es in die Suchleiste laden und schauen, ob noch jemand anderes das Bild verwendet. Wenn man auf eine ganze Fotogalerie von mehreren Profilen stößt, handelt es sich ziemlich sicher um ein Fake-Profil.

 

Geld statt Liebe

Neben Fake-Profilen gibt es eine ganze Reihe an Schadsoftware. Und jeden Tag kommt neue hinzu. Die meisten Cyberkriminellen wollen liebeshungrige User um ihr Geld erleichtern und teilen gefälschte E-Mails oder senden verseuchte Links. Da hilft nur eins: eine gesunde Portion Skepsis. Die virtuelle Welt bietet eben nicht nur Möglichkeiten, sondern auch Risiken. So ist auch bei Anhängen Vorsicht geboten, denn dahinter verbirgt sich schnell ein Virus, der den Rechner infiziert oder den Empfänger ausspioniert. Doch zumindest davor kann man sich mit einer aktuellen Antivirensoftware für PC und Mobilgeräte schützen.

Spätestens, wenn der Flirtpartner um Geld bittet oder sehr persönliche Fragen stellt, sollten die Alarmglocken läuten. »Horchen Sie auf, wenn der Chatpartner zum Beispiel versucht, Sie von der Dating-Seite wegzulocken und Sie in eine separate Messaging- oder E-Mail-Unterhaltung verwickeln will«, so Thomas Uhlemann, Security Specialist bei ESET. Insbesondere finanzielle Daten oder Adressen sollten nicht online – und vor allem nicht mit Unbekannten – geteilt werden. »Wenn es sich hierbei um einen Betrüger handelt, haben die meisten Singlebörsen Mechanismen, die so etwas aufdecken können. Wenn beispielsweise Kontonummern ausgetauscht werden, sperren sie verdächtige Profile. Bleiben Sie also erst einmal nur auf der Dating-Seite in Kontakt, bis Sie Ihren vermeintlichen Traumpartner persönlich getroffen und besser kennengelernt haben.«

 

Nur seriöse Anbieter nutzen

Egal ob App oder Webseite, auch der Anbieter selbst sollte vorher überprüft werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, lohnt es sich, Erfahrungsberichte anderer User zu lesen oder Informationen zum Portal zu googeln. Dating-Apps sollten wie alle anderen Mobilanwendungen generell nur aus offiziellen Quellen heruntergeladen werden. Cyberkriminelle nutzen gerne Namen bekannter Anbieter, um ahnungslose User in die Falle zu locken. »Im schlimmsten Fall können Cyberkriminelle so ihre persönlichen Daten ausspionieren, ihre Kreditkartendaten klauen oder ihr Smartphone mit sogenannter Ransomware infizieren«, erklärt Uhlemann. Vor dem Download lohnt sich also ein kritischer Blick in die Bewertungen, um gefälschte Apps zu enttarnen und gar nicht erst herunterzuladen.

 


 

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