Personalisierung im digitalen Zeitalter – Information Management is Key

Im digitalen Zeitalter ist die Personalisierung von Produkten ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg und das nicht mehr nur im Einzelhandel, sondern ganz besonders auch in der Automotive-Branche.

Anders als einst Henry Ford müssen Autobauer heute individuelle Lösungen entwickeln und veränderte Kundenbedürfnisse frühzeitig erkennen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dem Daten- und Informationsmanagement kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Enterprise-Content-Management-Systeme (ECM) ermöglichen eine strategische Datennutzung, wodurch Ineffizienzen im Informations- und Warenfluss entlang der gesamten Supply Chain vermieden, oder aber der Informationsfluss zwischen unterschiedlichen Abteilungen verbessert werden können, um die Entwicklung personalisierter Produkte zu beschleunigen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts revolutionierte Henry Ford die Automobilfertigung, indem er auf standardisierte Massenproduktion setzte: Jedes Auto, das vom Fließband lief, war absolut identisch – bekanntermaßen bis hin zur schwarzen Lackierung. Heute, gut einhundert Jahre später, verfolgt die Automobilproduktion erneut einen zukunftsweisenden Ansatz, wählt dabei jedoch einen völlig entgegengesetzten Weg.

Mit ECM Mehrwert generieren. Die tiefgreifenden Veränderungen, die Automobilhersteller derzeit durch ihre Maßnahmen auf den Weg bringen, werden in den nächsten zwei bis vier Jahren in der globalen Fertigungsindustrie deutlich spürbar sein und Unternehmen zwingen, riesige, bislang ungenutzte Datenmengen zu managen und zur Anwendung zu bringen. Digitalisierung bedeutet, dass Informationen nutzbar gemacht werden, Enterprise Content Management (ECM) ermöglicht es, diese strategisch zu verwenden und einen entscheidenden Mehrwert zu generieren.

Diese Veränderungen haben ihren Ursprung im Einzelhandel, wo sich die Einführung von Massenvernetzung via Internet für all jene Unternehmen auszahlte, die schnell auf die veränderten Bedingungen reagieren konnten, während die weniger flexiblen Anbieter zurückblieben. Als Einkaufen noch bedeutete, durch Läden zu flanieren, bestachen die besseren Boutiquen durch aufmerksames Personal, das seinen Kunden ein wohliges Gefühl des Willkommenseins vermittelte. Das Einkaufserlebnis bei Massenware beschränkte sich dagegen nur auf eine simple Auswahl aus dem gerade auf den Regalen Verfügbaren. Und der Online-Einzelhandel bot den Boutique-Service lediglich zu hohen Preisen an.

Bei den Internet-Einzelhändlern hat vor allem Amazon das Prinzip der Personalisierung verstanden und beansprucht den größten Marktanteil für sich. Amazon bietet eine beispiellose Produktvielfalt, grüßt jeden seiner Kunden mit Namen, macht Produktvorschläge und gewährt personalisierte Preisnachlässe.

Service- und Produktpersonalisierung. Konsumenten gewöhnen sich zunehmend an die Service- und Produktpersonalisierung und Hersteller müssen reagieren. Nicht nur, weil das vom Kunden erwartet wird, sondern auch, weil durch effektives Datenmanagement attraktive Chancen zur Umsatz- und Effizienzsteigerung bestehen. Lang vergangen ist also die Zeit, als Automobilhersteller ihre Fahrzeuge in nur einer Farbe produzieren konnten. Nicht nur kann jedes Detail vom Kunden individuell ausgewählt werden, auch der Vertrieb und die technischen Abteilungen arbeiten eng bei der Entwicklung neuer Features zusammen. Zudem wird Kunden-Feedback im Design-Prozess berücksichtigt, um den Wünschen der Konsumenten zu entsprechen.

In Anbetracht der erhöhten Kundenerwartungen wählen immer mehr Hersteller, die für den wachsenden globalen Markt mittelständischer, technik-affiner Käufer produzieren, einen personalisierten Ansatz – denn wo Premium-Produkte den Anfang gemacht haben, werden Massenprodukte mit geringerer Gewinnspanne nicht lange auf sich warten lassen.

ECM stellt Daten bereit und löst Probleme. Um einen lückenlosen Überblick über die gesamte Produktions- und Lieferkette zu gewinnen, müssen Unternehmen eine Struktur entwickeln, die die enge Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen ermöglicht. Technologie kann nicht mehr ausschließlich von internen IT-Abteilungen zur Verfügung gestellt werden. Stattdessen sorgen hochentwickelte ECM-Systeme für eine lückenlose Bereitstellung aller benötigen Daten, um mit der Nachfrage von Vertrieb und Konsumenten schrittzuhalten.

Hersteller können Schwachstellen in ihren laufenden Prozessen prüfen und ein ECM-System nutzen, um Probleme zu lösen, die Engpässe und Verzögerungen im Informations- und Warenfluss zur Folge haben. So könnten beispielsweise Design-Teams auf der Suche nach relevanten Informationen wertvolle Zeit verlieren oder wichtige Bauteile nach internen Änderungen die entsprechenden Produktionsabschnitte nicht pünktlich erreichen. ECM-Systeme können auf solche Ineffizienzen ausgerichtet werden und ermöglichen unter Berücksichtigung des Informationsflusses die Erarbeitung von maßgeschneiderten Lösungsansätzen.

Die Zusammenführung von zuvor kaum überschaubaren Daten in einem einzigen System, auf das alle relevanten Personen zugreifen können, ermöglicht einen besseren strategischen Überblick über alle Prozesse. So sind Organisationen flexibel genug, um mit den sich wandelnden Kundenanforderungen schrittzuhalten.

Effektives ECM kann mit einer Vielzahl unterschiedlicher Plattformen integriert werden. Das ermöglicht zum einen schnellere Implementierungen, zum anderen können Mitarbeiter weiterhin mit den ihnen vertrauten Lösungen arbeiten. Im Zeitalter der modernen Personalisierung sind langfristig angelegte Projekte unnötig und ineffizient – deshalb sollte ein System innerhalb weniger Tage installiert und in Betrieb genommen werden können.

Fazit. ECM-Systeme erlauben es Unternehmen, Daten, die sich in ihrem Produktionssystem im Umlauf befinden, vollständig zu nutzen und unterstützen sie auf dem Weg hin zu profitablem Wachstum, besserem Kundenservice und letztlich besseren Produkten. Diese Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit, die bei Produkten mit geringer Auflage und hoher Gewinnspanne auf globaler Ebene bereits Realität ist, wird auch entscheidend für die nächste Stufe im Wachstum vieler Hersteller von Massenkonsumgütern. Für Unternehmen mit Kunden aus der Industrie bietet ein digitaler Paper-Trail, der sofort geteilt werden kann, zudem die Möglichkeit einer Integration mit Systemen in der nachgeschalteten Lieferkette und erlaubt personalisierte Qualitätskontrollen, Einzelkomponenten-Zertifizierung sowie einen noch reaktionsschnelleren Service.


Herbert Loerch,
General Manager EMEA,
Hyland
www.onbase.com

 

 

Illustration: © Sergey Nivens /shutterstock.com 

 


 

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