Die vierte industrielle Revolution: Technologische Fortschritte verleihen dem verarbeitenden Gewerbe neuen Schwung

Automation, Robotik und die Analyse von Big Data sind notwendige Faktoren eines nachhaltigen Erfolgs.

Die DIHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2016 zeigt auf, dass die Industrie wieder an Zuversicht gewonnen hat und auch der ifo Geschäftsklimaindex für das verarbeitende Gewerbe hat sich im vergangenen Monat erneut verbessert. Die vierte industrielle Revolution, allgemein als Industrie 4.0 bekannt, transformiert die Fertigungs- und Baubranche durch Technologien, wie die Automation, Sensorik und den 3D-Druck, welche wiederum die Effizienz steigern, sowie die Markteinführungszeit und die Herstellungskosten senken.

In diesem Umfeld müssen sich Unternehmen entscheiden: Entweder sie nehmen Neuerungen vor, oder sie gehen das Risiko ein, an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

Nitin Rakesh, Geschäftsführer und Präsident der führenden digitalen Modernisierungsfirma Syntel, sagt: »Das digitale Zeitalter hat viele verschiedene Bereiche des verarbeitenden Gewerbes, von der Forschung und Entwicklung bis zum Marketing und Verkauf, grundlegend verändert. Unternehmen können es sich nicht leisten, für Modernisierungen ihre Fertigung zu stoppen, sondern müssen ihre Herstellungsprozesse transformieren, um in einem immer kompetitiveren Umfeld Erfolg zu haben.«

Maßnahmen und Konzepte der Industrie 4.0

Einer Studie der Boston Consulting Group zufolge haben schon zwanzig Prozent der deutschen Firmen erste Maßnahmen der Industrie 4.0 umgesetzt und mehr als fünfzig Prozent haben zumindest ein Konzept entwickelt. Die Kosten der Erstinvestitionen werden von Unternehmen auf sieben bis neun Prozent ihres Umsatzes geschätzt. Zwanzig Prozent der Unternehmen in Deutschland fühlen sich für die Industrie 4.0 noch nicht vorbereitet.

»Der finanzielle Druck im verarbeitenden Gewerbe veranlasst Unternehmen die Einsetzung von Technologien im Fertigungsbetrieb zu überdenken und herauszufinden, wie sie ihre Systeme am besten modernisieren, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen«, erklärt Rakesh. »Kostenbewusste Unternehmen müssen sich klar machen, dass ihre langfristigen Betriebskosten ohne eine fortschrittliche technologische Infrastruktur höher sind.«

grafik bitkom industrie 40 anwendung

Investition in die Automatisierung

Es gibt verschiedene Gründe für die Investition in die Automatisierung. Neben einer gesteigerten Effizienz spielen reduzierte Durchlaufzeiten und erhöhte Qualitätsstandards für Unternehmer eine entscheidende Rolle. Zudem können Werksleiter mit neuen Managementinstrumenten das gesamte Versorgungsnetz, wie unter anderem die Ablauf- und Lieferplanung, im Auge behalten, was ihnen ein besseres Verständnis von dem Materialfluss und den Produktströmen gibt.

Rakesh hebt die Modernisierung und Automatisierung der Backend-Systeme hervor und nennt sie einen Hauptfaktor bei der Kostensenkung und Effizienzerhöhung im verarbeitenden Gewerbe.

»Die digitale Revolution hat die Fabrikhalle erreicht«, meint Rakesh. »Investitionen in IoT-fähige Maschinen und vernetze Geräte ermöglichen Fabrikanten, die Daten dieser Anlagen nutzbar zu machen und die Fertigungsabläufe zu optimieren.«

»Die erlangten Informationen erlauben Unternehmen ihre Materialeinsätze zu überwachen, ihre Produktionsleistung zu erhöhen und einen hohen Qualitätsgrad zu garantieren. Durch integrierte Sensoren und Automationstechnologie ist es Firmen zudem möglich, effektivere Entscheidungen in anderen Bereichen wie der Finanzierung, dem Produktdesign und dem Vertrieb treffen zu können.«


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