Einkauf im Handel: Eigenmarkenentwicklung des Großhandels zeigt Probleme

Die Studie »Einkauf im Handel« aus der Reihe der Fachbereichsstudien zum Business Performance Index Mittelstand D/A/CH zeigt, dass der Großhandel häufig nicht mit der Entwicklung von Eigenmarken zufrieden ist [1]. Der Bericht fasst für Fachbereichsverantwortliche in komprimierter Form die aktuell im Zusammenhang mit den Fachbereichsprozessen stehenden Umsetzungsdefizite in ihrer Branche zusammen. Zum einen können dabei akute Handlungsfelder festgestellt werden, das heißt, dass die bisherige Umsetzung noch nicht das als wünschenswert erachtete Niveau erreicht hat, zum anderen wird auch sichtbar, bei welchen Teilprozessen am häufigsten Unzufriedenheit mit der Umsetzung besteht.

Einzelhandel im Fachbereich Einkauf weiterhin deutlich leistungsfähiger als Großhandel

Der Einkauf im Handel kann das Vorjahresniveau nicht ganz halten und verliert mit -0,3 Punkten leicht an Performance. Der Fachbereich erreicht damit einen BPI-Wert von 66,7 Punkten. Der Einzelhandel konnte dabei leicht um 0,7 Punkte hinzugewinnen, während der Großhandel 0,9 Punkte verlor. Damit steigt der Vorsprung des Einzelhandels auf den Großhandel auf nun 7 Punkte an. Die Lebensmittelgroßhändler (+0,5 Punkte) und die Textileinzelhändler (+2,6 Punkte) konnten ihre Performance verbessern. Die im Vergleich stärkste Subbranche, der Elektronikeinzelhandel, bleibt exakt auf dem hohen Vorjahresniveau (73,0 Punkte). Alle anderen Fachbereiche konnten ihre Performance nicht halten und büßten Performancepunkte ein. Rückgänge gab es bei den Textilgroßhändlern (-1,6 Punkte), den Großhändlern für Maschinen, Technik, Baustoffe und Elektro (-0,3 Punkte), den Elektronikgroßhändlern (-2,5 Punkte) sowie den Lebensmitteleinzelhändlern (-1,3 Punkte).

Eigenmarkenentwicklung bereitet Großhändlern häufig Probleme

Für 26 Prozent der Händler stellt die Eigenmarkenentwicklung einen Prozess dar, mit dessen Umsetzung die Unternehmen nicht zufrieden sind. Dabei haben die Einzelhändler eher weniger Probleme damit, nur 14 Prozent geben an, dass dieser Teilprozess nicht zufriedenstellend umgesetzt ist. Hierin zeigt sich, dass die Eigenmarkenentwicklung schon seit langer Zeit ein fester Bestandteil der Einzelhandelsstrategie ist. Bei den Großhändlern hingegen sind mehr als ein Drittel der Unternehmen (35,6 Prozent) mit Problemen bei der Umsetzung konfrontiert. Die Eigenmarkenentwicklung kann auch für den Großhandel positive Effekte nach sich ziehen. Selbst entwickelte Marken können dazu beitragen, die eigenen Kunden zu binden, weil Eigenmarkenprodukte durch günstige Preise und vergleichsweise hohe Margen attraktiv für den Handel sind und auch von Endkunden stark nachgefragt werden. Dadurch lassen sich höhere Absätze generieren, die durch höhere Gewinnanteile zusätzlich positive Auswirkungen auf die Bilanz haben.

Welche Teilprozesse des Bereichs Einkauf in den Subbranchen des Handels besonders gut oder schlecht laufen, analysiert die nun vorliegende Fachbereichsstudie, die ab sofort auf der Projektseite www.business-performance-index.de zum Download bereit steht und zudem jedem Fachbereichsentscheider die Möglichkeit bietet, seinen Bereich mit vergleichbar aufgestellten Handelsunternehmen zu vergleichen.

An der repräsentativen Studie BPI Mittelstand Handel 2016 beteiligten sich über 230 mittelständische Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Befragt wurden in erster Linie Geschäftsführer und Fachbereichsleiter. Der BPI wird unterstützt von marcom source, BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, dem FIR an der RWTH Aachen, dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft sowie weiteren Partnern aus der ITK-Branche.

grafik techconsult handel einkauf

Abbildung: Die größten Umsetzungsprobleme in den Subbranchen

 

[1] Analystenhaus techconsult legt Fachbereichsstudie zum Business Performance Index (BPI) Mittelstand Handel vor

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