Entwickler-Studie 2016: Wissbegierig und offen für Neues

Stack Overflow hat die Ergebnisse der fünften weltweiten Umfrage unter Entwicklern bekannt gegeben. Über 56.000 Entwickler aus 173 Ländern haben an der Umfrage teilgenommen und geben so einen einzigartigen Einblick in ihre Welt. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse:

Der typische Entwickler 2016: männlich, jung und wissbegierig

Global betrachtet ist der durchschnittliche Entwickler in der Studie männlich, lebt in den USA und ist zwischen 25 und 29 Jahre alt. In Deutschland ist der typische Entwickler ebenfalls männlich, zwischen 25 und 29 Jahre jung und lebt in Berlin. Er arbeitet in einem Unternehmen mit 20-99 Mitarbeitern und ist generell zufrieden mit seinem Job – aber offen für neue Herausforderungen. Er verdient 46.900 Euro (55.000 Dollar) im Jahr und die Arbeit macht ihm vor allem dann Spaß, wenn er viel Zeit mit Programmieren verbringt und er neue Technologien erlernt. Besonders wichtig ist ihm dabei die Vereinbarkeit von Beruf- und Privatleben, ein gutes Gehalt und eine gute Unternehmenskultur. In seiner Freizeit verbringt er mindestens eine Stunde mit Open-Source- und Hobby-Projekten.

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Kein Platz für Rockstars und Gurus

Wenn es um die Selbstwahrnehmung geht, dann bezeichnen sich Entwickler selbst am liebsten als Entwickler (69,8 %), Programmierer (58,6 %), Ingenieure (38,9 %) Senior-Entwickler (23,5 %) oder Full-Stack-Entwickler (19,9 %). Die Bezeichnungen Ninjas (11,5 %) und Rockstars (6,7 %) landen auf den hintersten Plätzen. Das Schlusslicht ist der Guru, nur 5,1 % der Befragten würden sich selber so betiteln. Interessant: Besonders unter den unter 20-Jährigen bezeichnet sich der übermäßige Teil als Programmierer mit 73,75 %.

Autodidakten erobern die Szene

Ein großer Teil deutschen Entwickler sind Autodidakten und gaben an, zumindest einen Teil ihrer Fähigkeiten selbst erlernt zu haben. Ihre Zahl stieg von 45,9 % im vergangenen Jahr auf 74,7 % in diesem Jahr (weltweit 69,6 %). Für Unternehmen gilt deshalb: Wer bei der Beurteilung von Bewerbungsunterlagen zunächst auf den Universitätsabschluss achtet, verpasst die besten Bewerber. 42,5 % nutzen zur Fortbildung berufliche Weiterbildungen (weltweit 40,9 %). Dagegen sind Onlinekurse wie etwa Coursera oder Codeacademy mit 19,8 % noch wenig verbreitet (weltweit 26,18 %). 26,7 % der Entwickler in Deutschland haben einen Master-Abschluss und liegen damit weltweit an der Spitze (weltweit 18,6 %).

Deutsche Entwickler verdienen mittelmäßig

Im internationalen Vergleich verdienen Full-Stack-Entwickler in Deutschland mittelmäßig mit einem Durchschnittseinkommen von 46.940 Euro (55.000 Dollar). Spitzenreiter sind die USA mit 83.080 Euro, gefolgt vom Vereinten Königreich mit 58.110 Euro. Im Vergleich dazu verdienen Entwickler in Polen und Brasilien besonders wenig mit einem Jahreseinkommen von knapp 24.980 Euro und 20.877 Euro.

In Deutschland verdienen Backend-Entwickler mit einem Durchschnittseinkommen von 50.310 Euro am besten. Mobil-Entwickler (iOS, Android, WP & Multi-Plattform) verdienen im Schnitt 49.780 Euro, Full-Stack- und Desktop-Entwickler knapp 46.940 Euro.

Der Großteil aller Entwickler ist zufrieden mit dem Job – aber offen für Neues

73,2 % aller Entwickler sind Vollzeit angestellt. Wenn man Freiberufler und Selbstständige einbezieht (13,4 %), steigt der Wert sogar auf 86,6 %. Dabei gibt es mittlerweile keine Branche mehr, in der Entwickler nicht arbeiten.

31,3 % lieben ihren Job und 42,4 % sind mit ihrem Job zufrieden. 11,5 % sind ihrem derzeitigen Job gegenüber neutral eingestellt und 13,1 % sind eher oder sehr unzufrieden. Da ist es nicht verwunderlich, dass 11,8 % aktiv nach einem Job suchen und ganze 60,5 % aller Befragten zwar nicht aktiv suchen, aber offen für neue Herausforderungen sind.

Entwickler legen Wert auf Work-Life-Balance, ein gutes Gehalt und eine gute Unternehmenskultur

Besonders wichtig sind für die Befragten in ihrem Job die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben (55,6 %), ein gutes Gehalt (53,7 %), eine gute Unternehmenskultur (48,3 %) und die Kollegen am Arbeitsplatz (46,1 %). 43,5 % der Umfrageteilnehmer gaben an, dass ihnen flexible Arbeitszeiten wichtig sind und 34,6 % möchten »etwas Bedeutendes entwickeln« oder an »innovativen Projekten arbeiten« (28,8 %). Ein Drittel (33,9 %) der Teilnehmer gab außerdem an, dass ihnen der Arbeitsstandort wichtig ist.

68,2 % aller Entwickler ist besonders wichtig, dass sie in ihrem Job neue Technologien erlernen und 59,4 % wünschen sich, etwas Neues zu entwickeln. 45 % der Entwickler möchten Produktentscheidungen beeinflussen können und 35,8 % bestehende Applikationen verbessern. 21 % gaben an, dass Ihnen eine Beförderung wichtig ist und 31,5 % möchten sich mit der Unternehmensphilosophie identifizieren können.

65,8 % der Entwickler ist die Möglichkeit, zu Hause zu arbeiten, zumindest etwas wichtig. Bemerkenswert ist zudem, dass die Zahl der Entwickler, die das Homeoffice als stark ausschlaggebend für eine Stelle ansehen, mit steigender Erfahrung zunimmt. So hat für 26,9 % der Entwickler mit der meisten Erfahrung (11+ Jahre) die Arbeit von zu Hause aus höchste Priorität.

Für viele Entwickler geht die Begeisterung für ihre Tätigkeit so weit, dass sie auch außerhalb des Jobs weiter an Open-Source- oder Hobby-Projekten arbeiten. 88,6 % der Entwickler programmieren mindestens eine Stunde pro Woche vor oder nach der Arbeit. 19,5 % investieren fünf bis zehn Stunden pro Woche in ihrer Freizeit in diese Projekte, 5,6 % sogar über 20 Stunden.

Der Anteil der Frauen wächst, sie bleiben aber in der Minderheit

Wie überall auf der Welt sind Frauen auch in Deutschland noch deutlich in der Minderzahl. Hierzulande kamen nur 3,9 % aller Antworten von Frauen. 29 % der weiblichen Programmierer haben dabei über fünf Jahre Programmiererfahrung, über 55 % weniger als fünf Jahre.

44,8 % der Befragten in Deutschland gaben an, keine Frau im Team zu haben. Ein weiteres Viertel der Befragten konnte lediglich ein weibliches Teammitglied verzeichnen. Im globalen Durchschnitt hat jedes Team dabei sieben Mitglieder. Auffallend ist hier: Die Frauenquote steigt mit der Größe des Betriebs. In Firmen mit ein bis vier Mitarbeitern sind nur 14,9 % der Mitarbeiter weiblich, während in Unternehmen mit 10.000 und mehr Mitarbeitern die Quote innerhalb der IT-Teams bei 22,7 % liegt.

Bewerbungsgespräche und Quizze sind ärgerlich

Im Bewerbungsprozess finden 19,5 % aller Bewerber das Verfassen von Anschreiben besonders nervig und 16,9 % gaben an, dass ihnen die Suche nach einem interessanten Job schwer fällt. 15,4 % der Entwickler benannten das Bewerbungsgespräch als eines der größten Ärgernisse während des Bewerbungsprozesses.

Unternehmen können ihre Bewerbungsgespräche deutlich verbessern, wenn sie die Kandidaten dem Team vorstellen, was sich 55,6 % aller Entwickler wünschen. 48,3 % wollen darüber hinaus ihren Arbeitsplatz gezeigt bekommen und 35,9 % möchten schon im Bewerbungsgespräch den Live-Code sehen, mit dem sie zukünftig arbeiten sollen. 32,3 % gaben an, dass sie vorab wissen möchten, wen sie im Bewerbungsgespräch treffen und 26,4 % wünschen sich weniger Quizze in der Bewerbung.

Herausforderungen im Job: Unklare Anforderungen und unrealistische Erwartungen

Mit dem voranschreitenden technischen Fortschritt müssen Entwickler vielen Anforderungen gerecht werden. 37,3 % nennen unrealistische Erwartungen im Job als große Herausforderung. 36,7 % empfinden eine unzureichende Dokumentation und 35,6 % unklare Anforderungen als besonders herausfordernd. 34,5 % aller Entwickler beklagen eine instabile Code-Basis und 30,2 % ineffiziente Entwicklungsprozesse.

»Unsere aktuelle Studie zeigt, dass sehr viele Entwickler an neuen Herausforderungen und Karrieremöglichkeiten interessiert sind. Aber gleichzeitig sehen wir, dass Personalmanager oft nicht genau wissen, wie sie am besten an Entwickler herantreten und wie sie sie für sich gewinnen können – was ein großes Problem im hart umkämpften IT-Markt ist. Deshalb arbeiten wir bei Stack Overflow intensiv daran, Unternehmen und Personalmanagern das passende Wissen und die richtigen Werkzeuge zur Seite zu stellen und zwischen beiden Seiten eine Brücke zu bauen. Der erste Schritt für eine gute Zusammenarbeit ist dabei immer, dass sich beide Seiten besser kennen und verstehen lernen«, sagt Stefan Schwarzgruber, Country Manager Deutschland bei Stack Overflow.

Umfassende Studien-Webseite (englisch): https://stackoverflow.com/research/developer-survey-2016
Deutschland-Report speziell für Unternehmen, Personalabteilungen und die Wirtschaftsmedien geschrieben: https://business.stackoverflow.com/c/content-die-stack-overflow-entwicklerumfrage?utm_campaign=Content%20Offer&utm_source=pr
Weitere Informationen finden Sie unter business.stackoverflow.com/careers/de

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