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Wie viele Jobs sind in den USA durch KI gefährdet – oder werden neu geschaffen?

foto magnific

Rund 18 Prozent der Jobs in den USA sind kurzfristig einem erhöhten Automatisierungsrisiko durch künstliche Intelligenz ausgesetzt. Gleichzeitig zeigt die Infografik auf Basis eines aktuellen OpenAI-Reports [1], dass der größere Teil des Arbeitsmarkts differenzierter betroffen ist: 24 Prozent der Jobs dürften sich vor allem umstrukturieren, während 12 Prozent sogar von zusätzlichem Wachstum profitieren könnten. Mit 46 Prozent bleibt fast die Hälfte der Beschäftigung zunächst vergleichsweise stabil.

 

Damit relativiert sich die oft zugespitzte Debatte über massiven Jobverlust. Wie auch ein von Forbes formulierter Befund betont, bedeutet technologische Fähigkeit nicht automatisch Verdrängung [2]. Viele Tätigkeiten bleiben durch regulatorische Vorgaben, menschliche Interaktion oder physische Arbeit geprägt. KI verändert daher eher Aufgabenprofile als ganze Berufe.

 

Auf Deutschland sind diese Ergebnisse mit Einschränkungen übertragbar. Die stärkere Regulierung, höhere Tarifbindung und der größere Industrieanteil könnten den Wandel verlangsamen. Gleichzeitig dürfte der Fachkräftemangel die Integration von KI beschleunigen, da Unternehmen fehlende Arbeitskräfte durch Automatisierung und produktivitätssteigernde Technologien zu kompensieren versuchen. Die Entwicklung könnte somit ähnlich verlaufen, aber zeitlich gestreckter und stärker von institutionellen Rahmenbedingungen geprägt sein.

 

Zugleich ist insgesamt zu berücksichtigen, dass der Studienautor Ronnie Chatterji als Chefökonom von OpenAI nicht neutral ist, sondern ein institutionelles Interesse an einer ausgewogenen oder eher positiven Darstellung der KI-Auswirkungen haben könnte. Während OpenAI stärker betont, dass viele Jobs transformiert werden, gehen andere Studien eher von direkter Verdrängung aus.

 

Eine frühere Studie von Goldman Sachs (2023) etwa kam zu dem Ergebnis, dass ein großer Teil der Arbeit automatisierbar ist und weltweit bis zu 300 Millionen Vollzeitstellen betroffen sein könnten [3]. Damit setzt die Studie stärker auf potenzielle Verdrängung, während OpenAI stärker zwischen Automatisierung, Umstrukturierung und Wachstum differenziert.

Matthias Janson

https://de.statista.com/infografik/36190/anteil-der-arbeitsplaetze-in-den-usa-die-kurzfristig-folgendermassen-von-kuenstlicher-intelligenz-betroffen-sind/?lid=trdy2xow0jn8

 

[1]  https://cdn.openai.com/pdf/the-ai-jobs-transition-framework_report.pdf
[2] https://www.forbes.com/sites/joemckendrick/2026/04/27/at-least-18-of-jobs-face-major-ai-risk-openai-economist-predicts/
[3] https://www.goldmansachs.com/insights/articles/generative-ai-could-raise-global-gdp-by-7-percent/

 


Wie viele Stellen streicht die Tech-Branche?

 

Der Stellenabbau in der Tech-Branche beschleunigt sich 2026 deutlich. Bereits bis Anfang Mai summiert sich die Zahl der Entlassungen weltweit auf 101.550 Mitarbeitende und nähert sich damit dem Gesamtwert des Jahres 2025 von 124.474 an. Besonders auffällig ist das erste Quartal 2026 mit 81.747 Entlassungen – ein Wert, der deutlich über den Quartalen der Vorjahre liegt. Das zeigt die Statista-Infografik mit Daten des Portals Layoffs . fyi

 

Neben Unternehmen wie Oracle, Intel und Amazon hat jetzt auch Cloudflare angekündigt, 1.100 Stellen zu streichen. Der starke Stellenabbau im laufenden Jahr dürfte nur zum Teil direkt auf künstliche Intelligenz zurückzuführen sein. Zwar setzen viele Unternehmen verstärkt auf Automatisierung, etwa in der Softwareentwicklung, im Kundenservice oder im Backoffice. Dadurch könnten bestimmte Tätigkeiten effizienter erledigt und einzelne Rollen reduziert werden. Ein unmittelbarer, flächendeckender Ersatz von Arbeitsplätzen durch KI lässt sich aus den Daten jedoch nicht eindeutig ableiten.

 

OpenAI Chef Sam Altman sprach kürzlich auf einer Konferenz in Indien sogar von »AI-Washing«: Ein Teil der Entlassungen wäre auch ohne KI gekommen, werde aber nun kommunikativ damit begründet. Es gebe sowohl echte Verdrängung als auch symbolische Schuldzuweisungen an KI, so Altman laut Medienberichten.

 

Wichtiger sind anderen Experten zufolge strukturelle Faktoren: Nach der starken Expansion in den Jahren zuvor stünden viele Tech-Konzerne unter Druck, Kosten zu senken und ihre Organisation zu straffen. Steigende Zinsen, verhaltene Investitionen und schwächere Wachstumsraten hätten bereits seit 2023 zu Sparprogrammen geführt. KI wirke in diesem Kontext eher als Beschleuniger bestehender Entwicklungen, denn als alleinige Ursache.

 

Die Plattform layoffs.fyi erfasst weltweit Entlassungen in der Tech-Branche, indem sie öffentlich bekannte Fälle aus Unternehmensmeldungen, Medienberichten und sozialen Netzwerken zusammenführt. Ergänzend können Nutzer Hinweise einreichen, die geprüft und mit anderen Quellen abgeglichen werden, bevor sie in die Datenbank einfließen.

Matthias Janson

https://de.statista.com/infografik/29097/anzahl-der-weltweit-von-tech-unternehmen-entlassenen-mitarbeitenden/?lid=hxaafbi26evp

 

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