Welches Studium lohnt sich finanziell am meisten?

Ein erfolgreich abgeschlossenes Jurastudium mit Promotion führt nach dem Eintritt in die Berufswelt im Schnitt zu einem besonders hohen ersten Gehalt. Im Durchschnitt liegt dieses bei rund 61.000 Euro brutto pro Jahr. Das zeigt die Statista-Infografik mit Daten des Portals gehaltsreporter.de [1]. Die Einstiegsgehälter von Grafikern und Sprach- und Geisteswissenschaftlern nehmen sich dagegen recht bescheiden aus – sie liegen unter der 40.000-Euro-Marke.

Die Verleihung des akademischen Grades eines Doktors wird als Promotion bezeichnet. Der Titel bescheinigt einem Doktoranden eine tiefergehende wissenschaftliche Arbeitsweise. Um diesen Grad zu erlangen, muss eine wissenschaftliche Arbeit (Dissertation) selbstständig verfasst und eine mündliche Prüfung abgelegt werden. Voraussetzung dafür ist in der Regel ein Masterabschluss, früher ein Diplom oder Magister.

Dass sich die Löhne der Absolventen der einzelnen Studienrichtungen so stark unterscheiden, hat verschiedene Ursachen. Abhängig von der Branche können sich neben dem allgemeinen Strukturwandel in der Arbeitswelt auch weltweite Entwicklungen wie beispielweise die Digitalisierung, die Automatisierung oder die Globalisierung der Wirtschaft im Allgemeinen auf die Gehälter auswirken.

Matthias Janson

https://de.statista.com/infografik/32731/bruttoeinstiegsgehalt-fuer-hochschulabsolventen-nach-studienrichtung-in-deutschland/?lid=141j9iplsil5

 

[1] https://gehaltsreporter.de/absolventengehaelter/

 


1999 und 2025: Welches sind die beliebtesten Studienfächer?

Die beliebtesten Studienfächer in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahrzehnten mitunter deutlich verschoben. Während im Wintersemester 1998/99 klassische Fächer wie Betriebswirtschaftslehre mit 137.129 Studierenden sowie Rechtswissenschaft und Germanistik dominierten, stehen im Wintersemester 2024/25 weiterhin wirtschaftsnahe Studiengänge an der Spitze – nun jedoch mit deutlich höheren Zahlen. So erreicht Betriebswirtschaftslehre 229.753 Studierende, während sich Informatik mit 152.472 als eines der gefragtesten Fächer etabliert hat.

Auffällig ist vor allem der Aufstieg technischer und sozialwissenschaftlicher Disziplinen. Informatik taucht Ende der 1990er-Jahre noch nicht unter den Top-Fächern auf, gehört heute aber zu den größten Studiengängen. Gleichzeitig gewinnen Fächer wie Psychologie mit 116.474 und Soziale Arbeit mit 85.311 Studierenden an Bedeutung. Traditionelle Studiengänge wie Maschinenbau bleiben relevant, verlieren jedoch im Ranking an relativer Bedeutung. Diese Entwicklung spiegelt strukturelle Veränderungen im Arbeitsmarkt wider. Die Digitalisierung dürfte die Nachfrage nach IT-Kompetenzen weiter erhöhen, während gesellschaftliche Trends den Bedarf an sozialen und psychologischen Berufen stärken könnten.

Auch beim Frauenanteil zeigen sich deutliche Verschiebungen. In klassischen Fächern wie Betriebswirtschaftslehre steigt der Anteil von 38,6 Prozent im Wintersemester 1998/99 auf 46,4 Prozent im Wintersemester 2024/25. In der Medizin erhöht er sich sogar von 50,0 Prozent auf 64,9 Prozent. Gleichzeitig bleiben technische Studiengänge männlich dominiert: In der Informatik liegt der Frauenanteil aktuell bei 20,2 Prozent, im Maschinenbau bei 13,6 Prozent. Besonders hoch ist er dagegen in Psychologie mit 77,0 Prozent sowie in Sozialer Arbeit mit 77,2 Prozent, was auf eine anhaltend ungleiche Verteilung zwischen den Fachrichtungen hindeutet.

Matthias Janson

Infografik: Welches sind die beliebtesten Studienfächer? | Statista

 

Warum studieren so wenige Frauen technische Fächer? – Die zentralen Gründe

  1. Frühe soziale Prägung & traditionelle Rollenbilder

Bereits in der Schulzeit wirken geschlechtsspezifische Erwartungen:

  • Mädchen werden häufiger in soziale, kommunikative oder »helfende« Berufe orientiert.
  • Jungen werden stärker mit Technik, Maschinen und Informatik in Verbindung gebracht. Dies spiegelt sich in der Studienwahl wider: Frauen dominieren soziale Fächer, Männer technische.
  1. Stereotype über technische Berufe

Technische Fächer gelten oft als »männlich«, abstrakt oder wenig sozial. Studien zeigen, dass diese Wahrnehmung viele junge Frauen davon abhält, obwohl das Interesse eigentlich vorhanden wäre.

  1. Falscheinschätzung der eigenen Fähigkeiten

Expertinnen und Experten betonen, dass Frauen ihre mathematisch‑technischen Kompetenzen häufiger unterschätzen – unabhängig von der tatsächlichen Leistung. Dies führt zu einer geringeren Wahrscheinlichkeit, ein MINT‑Fach zu wählen.

  1. Fehlende Vorbilder & Sichtbarkeit

In vielen technischen Fachbereichen gibt es wenige Professorinnen, Ingenieurinnen oder Entwicklerinnen. Das MIT zeigt, dass gezielte Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder den Frauenanteil massiv steigern kann (dort fast 50  % im Maschinenbau).

  1. Mangelnde Ansprache & Rekrutierung

Viele Hochschulen und Unternehmen sprechen Frauen nicht gezielt an. Das MIT konnte den Frauenanteil erhöhen, indem es:

  • aktiv Schülerinnen einlud,
  • weibliche Studierende sichtbar machte,
  • das Image der »Männerdomäne« aufbrach.
  1. Strukturelle Barrieren im Bildungssystem
  • Technikunterricht ist oft wenig praxisnah.
  • Mädchen erhalten seltener Ermutigung, technische Wahlfächer zu belegen.
  • In MINT‑Ausbildungsberufen liegt der Frauenanteil sogar nur bei 8,9  %.

Kurzfazit

Der geringe Frauenanteil in technischen Studienfächern ist kein Talentproblem, sondern das Ergebnis von sozialen Erwartungen, Stereotypen, fehlenden Vorbildern und strukturellen Hürden. Dort, wo Hochschulen aktiv gegensteuern – wie am MIT – steigt der Anteil deutlich.

Albert Absmeier & KI

 

433 Artikel zu „Studium“

Nach dem Studium: Erwartungen an Job und Arbeitgeber

 

Großes Interesse an Quantencomputing, Green IT und Cloud Computing. Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben weiterhin von großer Bedeutung.   Sopra Steria, ein europäischer Tech-Player, stellt eine Studie über die Wünsche von Hochschulabsolventen aus den Bereichen Ingenieurwesen, IT und MINT in Europa und Indien vor. Die Untersuchung zeigt: Es besteht beim IT-Nachwuchs ein großes Interesse an…

Der lange Weg zum Literatur-Übersetzer: Ausbildung, Studium, Quereinsteiger

 

Der Beruf des Literatur-Übersetzers garantiert, dass fremdsprachige Literatur auch hierzulande veröffentlicht und verstanden werden kann. Obwohl der Weg dorthin nicht klar vorgezeichnet ist, gibt es einige Möglichkeiten, um in der Branche Fuß zu fassen. Außerdem zeigt dieser Artikel auf, worauf es besonders ankommt und was es im Vorfeld zu wissen gibt.   Keine geschützte Bezeichnung…

Beruf Hacker: Wie man ohne Hochschulstudium ein Master-Hacker wird 

 

In diesem Jahr wurde Santiago Lopez, ein 19-jähriger Hacker aus Argentinien, zum weltweit ersten Bug-Bounty-Hacker, der mit Hacking 1 Million Dollar verdient hat. Dieses Ereignis wurde zu so etwas wie einem Meilenstein für die Hacker Community. Ganz offensichtlich gibt es ein nicht ganz geringes Ertragspotenzial für Hacker, die sich dem Ethical Hacking verschrieben haben, und…

Beruf und Karriere: Das Ingenieurstudium lohnt sich

 

Ein Ingenieurstudium zahlt sich aus: Schon als Berufseinsteiger lassen sich gute Gehälter verdienen, wie aktuelle Daten der Onlineplattform Ingenieur.de zeigen. In die Auswertung sind 2.900 Gehaltsdaten von jungen Ingenieurinnen und Ingenieuren eingeflossen. Demnach verdient man in der Chemie- und Pharmaindustrie mit knapp 53.000 Euro brutto pro Jahr am besten, gefolgt vom Flugzeugbau mit gut 51.000…

Studiums- und Berufswahl: Gute Gehaltsaussichten?

 

In den vergangenen Wochen haben die diesjährigen Abiturienten in Deutschland ihre Noten bekommen. Danach geht für viele das Bewerben los, etwa für ein Studium. Nicht ganz unwichtig bei der Wahl des Faches sind neben persönlichen Interessen auch die Situation auf dem Stellenmarkt und die Gehaltsmöglichkeiten. Wie die Grafik von Statista zeigt, liegen Mediziner und Zahnmediziner…

Zweifel am Studium steigen: Jeder zweite Student spielt gedanklich mit Abbruch

 

49 Prozent der deutschen Studenten wollten schon mal abbrechen. Unzufriedenheit mit den Inhalten, fehlender Praxisbezug und hohe Leistungsanforderungen sind Hauptgründe. Bei fast jedem zweiten deutschen Studenten droht ein Studienabbruch. Dies ist das Ergebnis einer Befragung des Personaldienstleisters univativ unter 1.000 deutschen Studenten und Hochschulabsolventen. Demnach haben 49 Prozent der befragten Studenten schon mal einen Abbruch…

Arbeiten während des Studiums

 

Rund die Hälfte der jungen deutschen Studierenden (47,3 Prozent) geht neben dem Studium einer Arbeit nach. Das zeigen Zahlen der OECD. In anderen Ländern, darunter die USA (55,2 Prozent) und die Niederlande (61,0 Prozent), sind es sogar noch mehr. In Japan hingegen kombinieren weniger als ein Viertel Arbeit und Studium, in Frankreich ist es nur…

Cyber-Security-Software – Schutz in Schichten denken

 

Mehrstufige Sicherheit als Unternehmensstrategie Die Infografik »Cyber Security Software« zeigt, dass IT‑Sicherheit heute aus einem mehrschichtigen System besteht. Kein einzelnes Tool kann alle Risiken abdecken – entscheidend ist das Zusammenspiel spezialisierter Lösungen entlang der gesamten IT‑Infrastruktur. Prävention und Zugriffsschutz Firewalls, Antivirensoftware und Endpoint‑Protection bilden die erste Verteidigungslinie. Sie verhindern, dass Schadsoftware oder unautorisierte Zugriffe überhaupt…

Kompetenzen im Umgang mit KI messbar machen

 

Als erste Hochschule in Deutschland setzt die IU auf einen systematischen Ansatz, um Kompetenzen im Umgang mit KI messbar zu machen. Fünfstufiges KI-Kompetenzmodell im Lehrplan verankert: von grundlegender Nutzung bis zur strategischen Zusammenarbeit mit KI. Internationale Befragung bestätigt: 61,5 Prozent der Befragten bewerten das Modell gegenüber vergleichbaren Frameworks (z.B. WEF) als effektiver. Seit April nehmen…

Be tougher than the rest – Live is a sales talk: Das Management-by-Chaos- Phänomen

 

Stagnation ist kein Schicksal, sondern eine Entscheidung – und sie kostet im Vertrieb täglich Abschlüsse. Denk‑ und Managementfehler lassen Unternehmen im Kreis laufen, vom fehlenden Follow‑up bis zur reaktiven Kundensteuerung. Ein pointierter Appell für mehr Haltung, Strategie und Mindset: Denn Erfolg beginnt nicht beim Produkt, sondern beim Menschen.

Zu schnell für die Wahrheit: Wie Tempo Distanz erzeugt

 

  Zu viel Tempo erzeugt Distanz, nicht Leistung: Organisationen scheitern weniger an fehlender Effizienz als daran, dass Beschleunigung Kontakt, Wahrheit und Lernen im Team untergräbt. Professionalität wird mit Vermeidung verwechselt: Unter Druck gelten Glätte, Positivität und Tempo als professionell – tatsächlich verhindern sie frühzeitige Klärung und erhöhen spätere Nacharbeit. Distanz entsteht im Alltag, nicht im…

Von der Wiege bis zur Bahre: ALM – der treue Begleiter durchs Softwareleben

 

  ALM ist unverzichtbar geworden: Application Lifecycle Management ist heute kein optionales Tool mehr, sondern ein strategisches Muss, um komplexe, cloudbasierte Systemlandschaften ganzheitlich, effizient und compliant zu steuern. Ganzheitlicher Ansatz über den gesamten Lebenszyklus: ALM umfasst alle Phasen einer Anwendung – von Planung und Entwicklung über Tests und Betrieb bis hin zur Ablösung – mit…

Wie künstliche Intelligenz den Arbeitsmarkt neu ordnet

 

Künstliche Intelligenz ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern ein zunehmend prägender Faktor der Arbeitswelt. In rasantem Tempo haben sich insbesondere die Fähigkeiten generativer KI‑Systeme erweitert. Sprachmodelle verfassen heute komplexe Texte, Bild‑ und Videotools erzeugen visuelle Inhalte auf Knopfdruck, und agentische Systeme können Softwareprojekte weitgehend autonom planen, umsetzen und korrigieren. Diese technologische Dynamik wirft eine zentrale…

KI sorgt häufiger für Beschäftigungswachstum als für Stellenabbau

 

Viele Unternehmen melden Beschäftigungswachstum durch KI.   Der Einsatz von künstlicher Intelligenz geht in deutschen Unternehmen häufiger mit Beschäftigungswachstum als mit Stellenabbau einher. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue globale Studie von Snowflake, dem AI Data Cloud-Unternehmen, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Omdia veröffentlicht wurde. Für die Studie »The ROI of Gen AI and Agents«…

Superintelligenz für die Arbeit, die Antworten findet, handelt und Arbeitsabläufe automatisiert

 

Sana for Workday bringt ein neues konversationelles KI-Erlebnis in Workday Der neue Sana Self-Service Agent startet mit 300+ Fähigkeiten und übernimmt bereits tägliche HR- und Finanzaufgaben für Kunden weltweit. Sana Enterprise verbindet Workday mit Apps wie Gmail, Microsoft Outlook, Salesforce und SharePoint, um die Arbeit systemübergreifend zu erledigen.   Workday, die KI-Plattform für Unternehmen zur…

Das Cloud-Paradoxon: Warum mehr Effizienz zu mehr Kosten führt – Wenn Sparen nicht hilft, sondern Wertsteuerung gefragt ist

 

Effizienz senkt die Stückkosten in der Cloud – und befeuert dadurch die Nutzung. Die Folge: Gesamtausgaben steigen trotz Optimierung. Der folgende Beitrag ordnet dieses Paradox ein und zeigt Wege, wie Unternehmen ihre Cloud trotzdem wirtschaftlich steuern und den Geschäftsnutzen pro Euro erhöhen können.

Global Risks Report 2026: Geopolitische und wirtschaftliche Risiken nehmen zu

 

Die geoökonomische Konfrontation ist das größte globale Risiko für 2026, sie klettert in der Zweijahresprognose um acht Positionen nach oben, während die wirtschaftlichen Risiken kurzfristig am stärksten zunehmen – sowohl die Rezessions- als auch die Inflationsgefahr steigen im Vergleich zum Vorjahr um acht Ränge. Die Angst vor künstlicher Intelligenz nimmt zu, während die Umweltrisiken kurzfristig…

Der WEF-Bericht 2026 bestätigt: Transparenz ist der Schlüssel zur Resilienz

 

Ein Kommentar von Zac Warren, Chief Security Advisor EMEA bei Tanium   Der kürzlich veröffentlichte Global Risks Report 2026 des Weltwirtschaftsforums macht eines unmissverständlich klar: Digitale Stabilität und physische Sicherheit lassen sich heute nicht mehr getrennt voneinander betrachten.   Es ist bemerkenswert, dass Cyberunsicherheit für die nächsten zwei Jahre zu den wichtigsten globalen Risiken zählt…

Unicorns: USA verlieren an Attraktivität als Gründungsstandort

 

6 von 10 würden wieder in Deutschland gründen, gerade einmal 7 Prozent ziehen die USA vor. Die Hälfte erwartet, dass Deutschland 2026 attraktiver für innovative Tech-Unternehmen wird. 8 von 10 fordern Bürokratieabbau.   Erfolgreiche Gründerinnen und Gründer blicken skeptischer auf die USA, zugleich gewinnt Deutschland als Tech-Standort an Attraktivität. Nur 7 Prozent würden sich aktuell…