Mobilfunk und künstliche Intelligenz – ein Blick auf Herausforderungen und Chancen

Mittlerweile ist Artificial Intelligence (AI) bereits für viele Verbraucher ein Begriff. Es wurde und wird bereits viel diskutiert, wie diese Technologie die Welt und die Art und Weise, wie wir leben, verändern wird. AI ist ohne Zweifel ein Zukunftstrend: Die Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten – und die Geschwindigkeit, in der dies geschieht – verspricht viele neue Möglichkeiten und ein sehr viel besseres Management von Prozessen, Systemen, Netzwerken und Informationen. Für die Verbraucher liegt die augenscheinlichste Veränderung jedoch in den Innovationen, die ihr Smartphone »intelligenter« machen wie Siri, Cortana und Google now – also PDAs (Personal Digital Assistants), die in das Smartphone integriert sind.

Gegenseitige Beeinflussung

Dies ist allerdings nur ein kleiner Ausschnitt des Potenzials von AI für das Smartphone. Die PDAs sind punktuelle Lösungen, die Intelligenz nur für einzelne Funktionen bieten – beispielsweise, um durch eine fremde Stadt geleitet zu werden oder für die Terminverwaltung. Sie können die verschiedenen Bereiche unseres täglichen Lebens (noch) nicht komplett vernetzen oder verstehen. In den nächsten zwei bis drei Jahren werden sich diese punktuellen Lösungen weiterverbreiten. Dadurch wird leicht ein uneinheitliches Bild und keine ideale Vision von AI entstehen. Doch gleichzeitig wird eine zweite Ausprägung von AI-Diensten beginnen, nämlich sich zu vernetzen. Mit dieser Vernetzung geht eine gegenseitige Beeinflussung einher und ab diesem Punkt wird es auch eine »echte« AI auf den Smartphones der Verbraucher geben.

Genau hier tritt das Potenzial eines Personal Digital Assistants erst richtig zu Tage. Denn diese »wahre« AI ermöglicht, dass der Alltag der Verbraucher zu einem wichtigen Asset für diejenige Marke werden kann, die es schafft, Hauptanbieter dieser AI zu werden. Dies gibt den Zugang zu riesigen Datenmengen für die Verbesserung bestehender und die Einführung neuer Services frei.

Personal Digital Assistants mit offenen APIs und Standards

Momentan sind es die Marken, die das Ökosystem bereitstellen – Google, Apple oder Microsoft –, die die AI-Erfahrung maßgeblich prägen. Andere Unternehmen beginnen währenddessen, ihre eigene Plattform zu erstellen – Amazon beispielsweise startete im Home-Markt mit Alexa. Es müssen nicht unbedingt nur diese Anbieter sein, die am Ende das letzte Wort haben werden. Die Einführung dieser umfassenden AI hängt von den Kosten ab und davon, wie stark die Verbraucher willens sind, persönliche Informationen in der Cloud abzulegen und wie sie den Zugang dazu kontrollieren. Personal Digital Assistants dieser Tiefe werden darüber hinaus sehr datenintensiv sein. Und um das Versprechen zu erfüllen, dass Daten nicht auf eine Anwendung oder einen Dienst beschränkt sind, werden sich PDAs auf die Vernetzung der Dienste und einen ausreichenden Zugang zu Kundendaten stützen müssen. Nur so kann AI wirklich intelligent und auf jeden individuellen Nutzer persönlich zugeschnitten werden.

Keiner dieser Dienste muss dabei an ein bestimmtes Betriebssystem gebunden oder auch nur dahingehend voreingenommen sein. Tatsächlich haben Mobilfunkanbieter die Möglichkeit, eigene PDAs einzuführen, die im Unterschied zu denen der Betriebssystem-Hersteller mit jeder Plattform kompatibel sind, gestützt durch eine garantierte Leistung von Seiten der Netzwerke. In einer Welt der offenen APIs und Standards wird das Zusammenführen von Diensten auf dem Telefon des Nutzers zu einer einzigen wahren AI-Erfahrung der (relativ) einfache Teil des Angebots.

Mobilfunkbetreiber können die treibende Kraft sein

Während OTT-Anbieter bisher die Nase vorn haben im Rennen um den Personal Digital Assistant, gibt es eigentlich keinen Grund, warum Mobilfunkbetreiber nicht die gesamte Erfahrung – von der Cloud bis zum Verbraucher – verbessern sollten. Ihnen gehören die Nutzungsdaten, die AI erst richtig intelligent machen, sie können eine konsistente Leistung des Netzwerks garantieren und sie verfügen über die Kundenbeziehungen, um die Adoption solcher Dienste voranzutreiben.

AI wird die Art und Weise, wie Menschen leben, grundlegend verändern. Auf dem Smartphone könnten die Mobilfunkbetreiber die treibende Kraft hinter dieser Veränderung sein. Dazu sollten sie sich aber jetzt ins Rennen einmischen, um Mehrwert für ihre Kunden zu bieten, ihre Sichtbarkeit auf den Geräten wiederzugewinnen und den neu entstehenden Anforderungen an die Netzwerke zu begegnen.

Es ist in der Hand des Netzwerksbetreibers des einzelnen Verbrauchers, herauszufinden, wie diese Leistung zu einem Preis angeboten werden kann, der für die Verbraucher akzeptabel ist – und gleichzeitig ist genau dies eine riesige Chance. Zusammen mit den Herausforderungen und Möglichkeiten, die die Einführung von 5G und 5G-basierten Diensten mit sich bringt, wird dies für die Zukunft der Mobilfunkbetreiber entscheidend sein.

Hans Göttlinger, Country Head Germany bei Tata Communications


 

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