Selbstbild und Fremdbild von Führungskräften klaffen weit auseinander

Erfahrene Manager schätzen ihr Führungsverhalten deutlich positiver ein, als es Nachwuchskräfte ihren jeweiligen Vorgesetzten attestieren. Insbesondere bei der Bewertung der Zuverlässigkeit von Führungskräften gehen die Bewertungen auseinander. Dies ist ein zentrales Ergebnis einer repräsentativen Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach, die die Initiative Zukunftsfähige Führung (IZF) vorgestellt hat [1].

Im Saldo sind Berufsanfänger mit dem Führungsverhalten ihres Vorgesetzten offenbar besonders häufig unzufrieden, wenn es um die Delegation von Aufgaben und Verantwortung geht. Nur 38 Prozent der Nachwuchskräfte bescheinigen ihrem direkten Vorgesetzten, offen für Kritik zu sein. Es dominiert nach wie vor das Modell einer hierarchischen Führung. Auch die Förderung von Mitarbeitern ist noch keine Selbstverständlichkeit: Nur gut jede dritte Nachwuchskraft fühlt sich von ihrem Vorgesetzten in der Umsetzung der eigenen Fähigkeiten und Potenziale begleitet und unterstützt. Insbesondere die mangelnde Sicherstellung flexibler Arbeitszeiten sowie einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist für junge Angestellte derzeit noch ein zentrales Hemmnis, selbst Führungsverantwortung zu übernehmen. Jede fünfte Nachwuchskraft hält das Führungsverhalten des eigenen Vorgesetzten für nicht zukunftsfähig.

Dies sind einige Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von insgesamt 551 Führungs- und Nachwuchskräften in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Zukunftsfähige Führung (IZF) im Herbst 2015 durchgeführt hat.

»Es überrascht, wie viele gegensätzliche Ergebnisse die Studie liefert und wie weit die Wahrnehmungen von Führungskräften und Nachwuchs auseinanderliegen«, so Prof. J. Menno Harms, Vorsitzender der Initiative Zukunftsfähige Führung (IZF). »Die Ergebnisse der Befragung belegen für mich auch, dass Führungskräfte sich zukünftig noch bewusster mit den Bedürfnissen und Lebensvorstellungen ihrer Nachwuchskräfte auseinandersetzen und ihr eigenes Verhalten überprüfen müssen. Die Studie regt im Übrigen viele entscheidende Führungsthemen an, zu denen wir als Initiative mit den Verantwortlichen in den Dialog treten wollen.«

Dr. Steffen de Sombre, Projektleiter beim Institut für Demoskopie Allensbach: »Uns ging es darum, die Anforderungen an Mitarbeiterführung zu erheben und festzustellen, ob es Unterschiede in der Einschätzung zwischen Wirtschaft und öffentlichem Bereich sowie zwischen derzeitigen und künftigen Führungskräften gibt.«

[1] In der Allensbach-Studie wurden im Herbst 2015 278 Führungskräfte und 273 Nachwuchskräfte aus der Wirtschaft (produzierendes Gewerbe, Handel und Dienstleistungen) und der öffentlichen Verwaltung befragt. Die Initiative Zukunftsfähige Führung beabsichtigt, in regelmäßigen Abständen ähnliche Befragungen durchzuführen.
Weitere Informationen gibt es auf www.zukunftsfaehigefuehrung.de. Für fachliche Fragen steht Dr. Steffen de Sombre vom Institut für Demoskopie Allensbach zur Verfügung (sdesombre@ifd-allensbach.de). Ansprechpartnerin bei der Initiative Zukunftsfähige Führung ist Anne Blumers (a.m.blumers@googlE-Mail.com).  
Über die Initiative Zukunftsfähige Führung (IZF) e.V. Die gemeinnützige Initiative Zukunftsfähige Führung (IZF) e.V. wurde 2013 in Stuttgart von engagierten Führungskräften aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft gegründet. Zweck der Initiative ist es, den Erfahrungsaustausch zwischen heutigen und künftigen Führungskräften zur konkreten Umsetzung zukunftsfähiger Führung zu fördern sowie zur öffentlichen Diskussion und Anerkennung von bewährter Führung anzuregen.

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