Wer sind Deutschlands Top-Recruiter?

  • Branchen: Personaldienstleister lösen Unternehmensberater an der Spitze ab.
  • Recruiting-Qualität: Arbeitgeber legen weiter zu.
  • Mobile Recruiting setzt sich durch.

»Best Recruiters«, die, nach eigenen Angaben größte Recruiting-Studie im deutschsprachigen Raum, hat zum fünften Mal die Recruiting-Qualität deutscher Unternehmen und Institutionen erhoben. An der Spitze hat sich die Unternehmensberatung Deloitte unter den 507 getesteten Arbeitgebern durchgesetzt, gefolgt von IT-Dienstleister Bechtle und Personaldienstleister Hays. Die Studie zeigt auch: Alle Branchen haben sich gegenüber dem Vorjahr verbessert.

Unter den Top 10 der Erhebung finden sich in diesem Jahr gleich drei Unternehmensberatungen: Neben Deloitte sind Kienbaum (Platz 6) und zeb (Platz 10) vertreten. Darüber hinaus haben es Infineon (Platz 4), Amadeus FiRe (Platz 5), Aldi Süd (Platz 7), Zalando (Platz 8) und Parfümerie Douglas (Platz 9) ins Spitzenfeld geschafft. Im Rahmen der Studie wurden die Recruiting-Aktivitäten der 507 umsatz- und mitarbeiterstärksten Unternehmen Deutschlands anhand von 133 Kriterien bewertet.

Recruiting-Qualität steigt weiter

Insgesamt ist die Professionalität der Unternehmen gestiegen; in diesem Jahr erreichten die getesteten Arbeitgeber durchschnittlich 59 % der maximal möglichen Punkte. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 54 %. Bei sämtlichen Branchen hat sich der Punktedurchschnitt erhöht, wobei sich insbesondere die Personaldienstleistung positiv hervorhebt. Sie hat sich um 13 Plätze verbessert und befindet sich nun an erster Position. Dies liegt vor allem an den herausragenden Ergebnissen in fünf von acht Erhebungskategorien:

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Kategorie Erfüllungsgrad*
(Im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt)
Branche
Karriere-Website 76 %

(67 %)

Automotive/KFZ-Produktion
Social Web 85 %

(66 %)

Personaldienstleistung
Mobile Recruiting 89 %

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(64 %)

Personaldienstleistung
Online-Stellenanzeigen-Analyse 71 %

(57 %)

Personaldienstleistung
Präsenz auf Online-Stellenmärkten 91 %

(79 %)

Personaldienstleistung
Bewerbungsresonanz 66 %

(51 %)

Unternehmensberatung
Usability im Bewerbungsprozess 85 %

(65 %)

Personaldienstleistung
BewerberInnen-Kontaktaufnahme 65 %

(36 %)

Rechtsberatung
Tabelle: Branchensieger der Erhebungskategorien. Quelle: »Best Recruiters«
(*Innerhalb der Branche durchschnittlich erreichter Prozentsatz der in der jeweiligen Kategorie möglichen Punkte)

 

»Durch den demografischen Wandel gibt es eine deutliche Verschiebung von einem Arbeitgeber- zu einem Arbeitnehmermarkt. Darauf müssen auch die Personaldienstleister reagieren«, stellt Thomas Hetz, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) fest. »Für mich kommt das Ergebnis nicht überraschend. Die Auszeichnung bestätigt erneut, dass sich unsere Branche nicht hinter anderen Wirtschaftsbereichen verstecken muss.« Stellvertretend für beide Branchenverbände nahm Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) in Frankfurt die Auszeichnung entgegen.

Die Zeichen stehen auf »Mobile«

Deutsche Personalabteilungen haben den Ruf nach mobilen Anwendungen verstanden: Die Zahl mobil optimierter Karriere-Websites und Stellenanzeigen ist erneut kräftig gestiegen. Zwei Drittel der 507 analysierten Organisationen haben ihre Karriereseiten entsprechend angepasst und gut die Hälfte nutzt mobil optimierte Stellenanzeigen, um Kandidaten anzusprechen. Hier haben deutsche Recruiter im Vergleich zu ihren Kollegen in Österreich und der Schweiz die Nase vorn. In den Nachbarländern verwenden beispielsweise 47 beziehungsweise 52 % eine mobil optimierte Website.

grafik best recruiters mobile

Abbildung: Mobile Recruiting im Vorjahresvergleich. Quelle: »Best Recruiters«

 

Bewerbungskanäle: Benutzerfreundlichkeit noch nicht überall im Fokus

Während sich im Bereich der mobilen Optimierung viel getan hat, zeigen sich Arbeitgeber noch unflexibel, was die Art der Bewerbung von Kandidaten betrifft. Lediglich bei 27 % der Stichprobe können diese sich per E-Mail bewerben, obwohl Bewerber gerade diesen Weg bevorzugen, wie Studien immer wieder belegen. Aus Unternehmenssicht sind hingegen Online-Bewerbungsformulare das beliebteste Instrument: 84 % der Arbeitgeber bieten ein solches an. Allerdings erfüllen nicht alle den Aspekt der Benutzerfreundlichkeit, denn bei deutlich weniger als der Hälfte der Online-Formulare (43 %) lässt sich der Bewerbungsvorgang in weniger als fünf Minuten abschließen. Jedes fünfte Unternehmen ist in Sachen Usability schon einen Schritt weiter und hat die Möglichkeit einer Social-Media-Bewerbung implementiert. Hier können sich Kandidaten mit nur einem Klick beispielsweise mit einem Xing- oder Linkedin-Profil bewerben.

Untersuchungsbereiche der Studie »Best Recruiters« 2016/17
Anhand von 133 Kriterien wurden auf wissenschaftlich fundierter Basis die Recruiting-Aktivitäten in folgenden Erhebungskategorien gemessen und ausgewertet: Karriere-Website, Social Media, Mobile Recruiting, Online-Stellenausschreibungen, Präsenz in Online-Stellenbörsen, Bewerbungsresonanz, Usability im Bewerbungsprozess (erstmalig) sowie die Reaktion auf die Kontaktaufnahme von Bewerbern.
»Best Recruiters« untersucht regelmäßig die Recruiting-Qualität der jeweils 500 Top-Arbeitgeber in Deutschland (seit 2011), Österreich (seit 2010) und der Schweiz (seit 2013). Zielsetzung der für die einzelnen Länder jährlich durchgeführten, wissenschaftlich fundierten und repräsentativen Studien ist es, sowohl die Bewerber-Ansprache als auch den Bewerber-Umgang im deutschsprachigen Raum konzeptionell und operativ weiter zu professionalisieren. Zur Beurteilung werden Personalgewinnungsaktivitäten in den Bereichen Online-Recruiting-Präsenz, Online-Stellenanzeigen, Umgang mit Bewerbern sowie Feedback-Verhalten untersucht. Das Ergebnis: Best Practices, Benchmarking und damit Impulse für HR-Verantwortliche. An Unternehmen mit einem hohen Professionalisierungsgrad vergibt »Best Recruiters« Gold-, Silber- und Bronze-Zertifikate und Qualitätssiegel.
»Best Recruiters« ist eine Initiative von Markus Gruber, Herausgeber zahlreicher Publikationen im Bereich Human Resources des CAREER Verlags, Wien/Österreich (www.careerverlag.at). Wissenschaftlicher Beirat: Univ.Prof. Dr. Wolfgang Elšik, Wirtschaftsuniversität Wien und Kuno Ledergerber, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Weitere Informationen unter www.bestrecruiters.eu

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