Ganzheitliches Enterprise Information Management: Digitale Plattformen – die Marktplätze von heute

Im B2C-Bereich mit Ebay, Uber und Co. bereits fest etabliert, werden plattformbasierte Geschäftsmodelle auch für B2B-Unternehmen zunehmend interessanter. Sie ermöglichen es, ihr Produkt- und Dienstleistungsspektrum auf digitaler Ebene zu erweitern sowie eine starke Vernetzung innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette. Die technologische Basis bildet dabei ein ganzheitliches Enterprise Information Management (EIM).

Der Jahresbericht »Best Global Brands 2016« der Markenberatung Interbrand zeigt, dass sechs der zehn weltweit wichtigsten Marken mit einem Plattformmodell arbeiten – darunter Apple, Google, IBM und Amazon. Gerade im B2C-Bereich werden digitale Plattformen als disruptive Geschäftsmodelle entwickelt, die teils auf bereits etablierten Produkten oder Dienstleistungen basieren oder sich an smarten Trends der Digitalisierung orientieren. Sie bieten ein Forum, das Austausch, Interaktion und Kommunikation zwischen zwei und mehr Beteiligten vereinfacht und fördert. Ein System, das es bereits seit Jahrtausenden in Form von Basaren oder Wochenmärkten gibt. Doch heute ist das Internet der Standort des Marktplatzes, der jederzeit geöffnet hat. Hier treten auf digitaler Ebene Plattform-Anbieter und -Nutzer in Kontakt oder konkreter: Unternehmen mit (potenziellen) Kunden.

Grundsätzlich gilt es, zwei Plattformtypen zu unterscheiden: Es gibt mit Amazon und Uber Plattformen, die den gezielten produkt- und dienstleistungsbezogenen Austausch ermöglichen, sowie softwarebezogene Entwicklungsplattformen wie Windows und Android, die dem Erstellen und dem Austausch von Daten dienen. Beide Plattformtypen gewährleisten, dass eine bestimmte Zielgruppe zwischen unterschiedlichen Anbietern das für sich optimale Angebot wählen kann. Gleichzeitig können gerade Anbieter im B2C-Bereich nahezu jeden Internetnutzer erreichen – und das weltweit. Daraus ergibt sich ein enormes Netzwerk und ein noch nie da gewesenes Austauschpotenzial.

EIM-basierte Plattformen im B2B-Bereich. Auch für den B2B-Sektor wird die Plattformisierung zunehmend relevanter, um Prozesse gezielt zu digitalisieren und miteinander zu verknüpfen. Viele Mitarbeiter profitieren bereits von Smart Devices und dem damit verbundenen gesteigerten Komfort durch Schnelligkeit, Transparenz und Vernetzung; Aspekte, die auch dem externen Service – also in Richtung Kunden, Lieferanten oder andere Partner – zugutekommen. Beispielsweise kann ein Zulieferer im industriellen Bereich die Posten Auftragsbestätigung, Produktion und Versand automatisch miteinander verknüpfen. Als Geschäftsmodell gewährleisten digitale Plattformen darüber hinaus die Reduzierung von Transaktionskosten; gleichzeitig regen sie die Akteure der gesamten Wertschöpfungskette dazu an, gemeinsam neue Innovationen zu entwickeln.

Mit komponentenbasierten und modularen Produkten im Bereich Enterprise Information Management unterstützt BCT Deutschland Softwareanbieter, IT-Dienstleister, Cloud-Service-Provider und andere Unternehmen dabei, ihr vorhandenes Produkt- und Dienstleistungsportfolio zu erweitern.

Mit komponentenbasierten und modularen Produkten im Bereich Enterprise Information Management unterstützt BCT Deutschland Softwareanbieter, IT-Dienstleister, Cloud-Service-Provider und andere Unternehmen dabei, ihr vorhandenes Produkt- und Dienstleistungsportfolio zu erweitern.

Um als B2B-Unternehmen von den neuen Netzwerkeffekten der digitalisierten Märkte zu profitieren, bedarf es einer konkreten Plattformstrategie. Dazu zählt vor allem eine ganzheitliche Technologie. Ein Enterprise Information Management (EIM) bildet hier den infrastrukturellen Ausgangspunkt für digitale Geschäftsmodelle, indem es verschiedenste Plattformtypen ermöglicht und unterstützt. Als Webportal ist es der zentrale, über Login-Daten zu erreichende Marktplatz für alle Beteiligten. Hier werden Dokumente und Informationen strukturiert, schnell und sicher ausgetauscht. Dabei greifen ähnliche Algorithmen wie sie beispielsweise Kaufvorschlägen bei Amazon oder Empfehlungsfiltern bei Netflix zugrunde liegen; Vorgänge werden also auch maschinell unterstützt. Darüber hinaus können weitere Experten, die innerhalb dieses Netzwerks relevant sind, in den Austausch einbezogen werden. Auf spezifische Dienstleistungen des Unternehmens ausgerichtet, bieten auch Apps einen individuellen, zeit- und ortsunabhängigen Zugang zur Plattform via mobiler Endgeräte.

Um eine stetige Optimierung der EIM-Technologie zu ermöglichen, sollte stets eine konkrete Wechselbeziehung zwischen Plattformanbieter und Plattformnutzer gewährleistet sein. Wenn Nutzer die Möglichkeit erhalten, die Anwendungen und Benutzerfreundlichkeit einer Plattform zu beeinflussen, sorgen sie schließlich dafür, dass sie auch für weitere Nutzer interessant wird.

Systempartner als Plattformanbieter. Bei der passenden Plattformstrategie und Plattformtechnologie setzen gerade mittelständische Unternehmen verstärkt auf die Erfahrungen und Angebote ihrer sogenannten Vertrauensdienstleister; dazu zählen etwa Systemhäuser. Diese bieten ihren Kunden alle IT-Dienstleistungen aus einer Hand und bleiben von der Implementierung bis zum Echtzeitbetrieb kompetenter Ansprechpartner – als zentrales Brückenelement zwischen IT-Hersteller und den jeweiligen Endnutzern. Gleichzeitig können sie mit einem EIM selbst zu Anbietern einer (cloudbasierten) Plattform werden. Sie digitalisieren ihr Dienstleistungsspektrum und können es dadurch sogar erweitern.

  • Produkt- und dienstleistungsbezogene Plattformen
    Liegt der Fokus des Systempartners auf Software as a Service, kann er zum Beispiel seine cloudbasierten IT-Lösungen ganz einfach um Capture-Elemente, Archivierungs-Tools oder andere Bestandteile des EIMs ergänzen. Widmet sich ein IT-Partner hingegen dem Verkauf von Hardware und Software, kann er einzelne externe Lösungen in sein Produktportfolio aufnehmen und sein Geschäftsmodell für neue Kundenkreise öffnen. Auf diese Weise kann er etwa eine speziell auf KMU ausgerichtete Digitalisierungsplattform anbieten. Produkt- und dienstleistungsbezogenen Plattformen ist gemein, dass sie auf Dienstleistungsebene den direkten Austausch zwischen IT-Hersteller und Nutzer erleichtern.
  • Softwarebezogene Entwicklungsplattformen
    Bietet ein Systempartner kundenspezifische Softwareprodukte an wie zum Beispiel ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) für städtische Versorgungswerke, kann er diese um einzelne Komponenten eines EIMs erweitern. Alternativ steht auch das gesamte EIM als Plattformtechnologie zur Verfügung. Sind entsprechende Schnittstellen – Open APIs – vorhanden, kann die Plattform stetig weiterentwickelt und etwa um ein ERP-, CRM- oder FiBu-System ergänzt werden.

Fazit. Die Entwicklungen im B2C-Bereich zeigen, dass plattformbasierte Geschäftsmodelle die bestehenden Marktstrukturen verändern. Dies wird in Zukunft auch immer stärker für B2B-Unternehmen gelten. Speziell in Deutschland liegt laut Digitalverband Bitkom die Herausforderung allerdings darin, dass noch einem großen Teil der Unternehmen gar nicht bekannt ist, dass eine Entwicklung hin zur Plattformökonomie stattfindet oder was sich hinter diesem Begriff verbirgt. Damit auch hierzulande digitale Plattformen als ganzheitliches Geschäftsmodell genutzt werden, bedarf es also noch einer gezielten Aufklärung durch IT-Hersteller und ihre Partner.


Jos Bischoff, Geschäftsführer BCT Deutschland
Bild: © BCT Deutschland

 

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