Deutsche Unternehmen setzen vermehrt auf Cloud: Chancen für IT und Fachbereiche

Fachbereiche bestimmen Cloud-Computing-Einsatz und -Budget. IT-Abteilung muss Cloud-Architekturen planen.

Vom vielfach diskutierten Trendthema zum immer häufiger genutzten Digitalisierungsmotor: Die IDC hat jüngst herausgefunden, dass die Cloud-Umsätze in Deutschland von 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf neun Milliarden Euro bis 2020 anwachsen werden. Innerhalb der kommenden zwei Jahren setzen demnach zwei Drittel der Unternehmen hierzulande auf Cloud Computing – insbesondere, um sich so den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen. Die Cloud-Experten von Fabasoft empfehlen in diesem Zusammenhang: »Wir stecken mitten in der Cloud-Transition. Wer sein Unternehmen digitalisierungsfit und zukunftssicher aufstellen möchte, muss nun handeln und Know-how erweitern. Die Fachbereiche sind aufgefordert, die Cloud-Technologie für ihre Belange zu testen. Die IT muss sich um die Rahmenbedingungen kümmern.«

Fachbereiche bestimmen das Tempo.

Die Cloud-Disruption geht, das zeigt die IDC-Erhebung, weniger von den IT-Abteilungen und Technologieexperten der Unternehmen aus. Es sind die Fachbereiche, die die Marschrichtung bestimmen. Gab es vor einiger Zeit vielfach noch Bedenken hinsichtlich des Cloud-Einsatzes in Unternehmen – sei es aufgrund fehlender Erfahrung oder Zweifeln hinsichtlich der Sicherheit von Cloud-Dienstleistungen, hat sich die Einstellung gegenüber der neuen Technologie mittlerweile gewandelt. Bald wird die Cloud, so die IDC, das vorherrschende »IT-Architektur-Modell und technologische Framework für die digitale Transformation in allen Unternehmen sein«.

Sieben von zehn Fachbereichen evaluieren und budgetieren Cloud-Services in diesem Zusammenhang entweder eigenständig oder innerhalb eines Entscheidergremiums. Für die Mitarbeiter der IT bedeutet dies eine Entlastung und Umverteilung ihrer Aufgaben. Eine vermehrte Nutzung von Cloud-Services bedeutet, dass weniger Unterstützung vonseiten der IT benötigt wird. Ihre Rolle ist es, Cloud-Architekturen zu planen, Cloud-Technologien einzuführen und neue Services zu integrieren. Der Gang in die Wolke entlastet die Mitarbeiter der IT-Abteilung bei der Erfüllung von Compliance-Anforderungen: Sie haben mehr Zeit und Ressourcen für andere Aufgaben und können sich beispielsweise verstärkt mit neuen Tools, Systemen und Continuous Integration beschäftigen.

Aus der Digitalisierung kein IT-Wasserfallprojekt machen.

Da die Zahl der Public Cloud Services stetig anwächst und sich individuelle Abteilungsprozesse immer besser in die Cloud auslagern lassen, ergeben sich hier zahlreiche Möglichkeiten. Unterschiedliche Fachbereiche haben unterschiedliche Anforderungen. Daher ist es von Vorteil, wenn sie eine Cloud-Lösung einsetzen, in der sie schnell, einfach und ohne Programmierkenntnisse, beispielsweise mit grafischen Formular- und BPMN-Editoren, individuelle Geschäftsprozesse aufsetzen können. Zudem lässt sich auf eine in der Cloud definierte Aufbauorganisation mit Rollen zurückgreifen. Andreas Dangl, Business Unit Executive Cloud Services von Fabasoft, erklärt: »Es ist wichtig, dass Unternehmen aus der Digitalisierung kein IT-Wasserfallprojekt machen, da sie dann viele Monate Vorlaufzeit haben, bevor sie überhaupt eine erste Lösung verwenden können. Stattdessen raten wir, rasch zu evaluieren, wo sich geeignete Prozesse befinden, an denen viele Personen und Externe, etwa Kunden oder Lieferanten, beteiligt sind. Dann sollten sie kurzfristig mit einer Lösung für diesen ausgewählten Ablauf oder eine Reihe von Anwendungsfällen starten. Dies setzt vonseiten der IT natürlich eine allgemeine Vorgabe voraus, welche Cloud-Lösungen überhaupt verwendet werden dürfen. Es gilt, Mindest-Zertifikate, technische Mindestanforderungen, Mindest-APIs und weiteres zu beachten.«

Verantwortung für Datensicherheit delegieren.

Für die IT bedeuten die heute immer konkreteren Cloud-Vorschläge, die von Seiten der Fachabteilungen an sie herangetragen werden, dass sich Verantwortlichkeiten und Prozesse verändern. Die IT-Mitarbeiter können sich in der Folge um wichtigere übergeordnete Themen kümmern.

Um die Cloud-Transition bestmöglich und effizient zu realisieren, rät Fabasoft, zentrale Aufgaben sowie die Verantwortung für Datensicherheit und den verlässlichen Transfer von Informationen größtenteils an den externen Cloud-Provider zu delegieren. Dies setzt insbesondere bei Public-Cloud-Lösungen einen umfassenden First Level Support voraus. Last but not least gilt es bei der Auswahl des Cloud Providers darauf zu achten, dass dieser native Cloud-Lösungen bietet, sich die Rechenzentren in Europa befinden, anerkannte Zertifikate und Qualitätssiegel vorhanden sind, und die Unabhängigkeit des Anbieters gewährleistet ist.

 


 

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