PC-Markt in Deutschland stieg im zweiten Quartal 2016 um 7 Prozent an

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Deutschland ist das einzige westeuropäische Land, das Wachstum verzeichnen konnte.

Im zweiten Quartal 2016 wurden laut einer Untersuchung des IT-Research und Beratungsunternehmens Gartner 2,2 Millionen PCs in Deutschland ausgeliefert, das ist ein Zuwachs von 7 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2015. Laut Gartner war Deutschland das einzige Land in Westeuropa, welches ein Wachstum des PC-Marktes verzeichnete – während der französische Markt um 1,1 Prozentpunkte zurückging und der PC-Markt in UK um 8 Prozent schrumpfte (Zahlenmaterial in Tabelle1).

Die Zahl ausgelieferter Desktop-PCs sank im Jahresvergleich um 7 Prozent, bei Standard-Notebooks und ultramobilen Geräten betrug das Wachstum 17 Prozent. Der Markt für Business-PCs verzeichnete ein Wachstum von 10 Prozent, während die Auslieferung von Privat-PCs um 4 Prozent anstieg.

Tabelle 1
PC-Auslieferungen in Deutschland im 2. Quartal 2016 nach Hersteller (in 1.000 Stück)

Hersteller Auslieferungen Q2/2016 Marktanteil Q2/2016 ( %) Auslieferungen Q2/2015 Marktanteil Q2/2015 ( %) Wachstum Q2/2016 – Q2/2015 ( %)
HP Inc 458 20.6 299 14.4 53.1
Lenovo 443 19.8 396 19.0 11.8
Acer Group 258 11.5 173 8.3 49.0
Dell 194 8.7 218 10.5 -11.3
ASUS 176 7.9 189 9.1 -7.2
Others 702 31.5 806 38.7 -12.8
Total 2,230 100.0 2,081 100.0 7.1
Anmerkung: Daten umfassen Desktop PCs, Notebook PCs und Premium-Ultramobiles
Quelle: Gartner (August 2016)

»Die deutsche Wirtschaft setzt ihr solides Wachstum fort und verzeichnet eine steigende Nachfrage nach persönlichen Geräten. Die Nachfrage für mobile PCs wie beispielsweise Standard-Notebooks und ultramobile PCs ist gestiegen, außerdem gab es erste Ansätze, Business-PCs durch Windows 10-Geräte zu ersetzen«, erläutert Meike Escherich, Principal Analyst bei Gartner.

HP schneidet in Deutschland sehr gut ab und hält seine Top-Position mit einem Wachstum von 30 Prozent in der B2B-Sparte und einem verdoppelten Umsatz im B2C-Bereich.

Für Lenovo ist Deutschland weiterhin eine herausfordernde Region. Lenovo musste während des zweiten Quartals immer noch Bestände abbauen. Dies schlug sich in einem geringeren Wachstum nieder als erwartet – nämlich lediglich 8 Prozent bei Lieferungen für den Privat-Verbraucher.

Acer profitierte von der erhöhten Nachfrage nach preisgünstigen ultramobilen Geräten, wobei einer von vier mobilen PCs jetzt als ultramobil rubriziert wird. Trotz eines allgemeinen Wachstums in der Business-Sparte blieb Dell im zweiten Quartal hinter den Erwartungen zurück – die Umsätze für professionelle Desktops und mobile PCs fielen um 11 Prozent.

Laut Meike Escherich steht der PC-Markt vor größeren Schwierigkeiten als die Hersteller realisieren: »Die Folgen der Euro-Abwertung in 2015 und die dadurch verursachten Preissteigerungen endeten in Westeuropa, PCs weisen jetzt nur noch einen einstelligen Rückgang auf. Das Post-Brexit-Pfund neigt allerdings dazu, schwächer zu werden und die Preissteigerungen in den UK werden sich auf den gesamten europäischen Vertrieb auswirken.«

Tabelle 2
PC-Auslieferungen in Westeuropa im 2. Quartal 2016 nach Hersteller (in 1.000 Stück)

Hersteller Auslieferungen Q2/2016 Marktanteil Q2/2016 ( %) Auslieferungen Q2/2015 Marktanteil Q2/2015 ( %) Wachstum Q2/2016 – Q2/2015 ( %)
HP Inc. 2,907 26.0 2,583 22.9 12.5
Lenovo 1,960 17.5 1,953 17.3 0.4
Dell 1,195 10.7 1,255 11.1 -4.8
ASUS 1,152 10.3 1,059 9.4 8.7
Acer Group 1,125 10.1 1,080 9.6 4.1
Others 2,833 25.4 3,346 29.7 -15.3
Total 11,171 100.0 11,277 100.0 -0.9
Anmerkung: Daten umfassen Desktop PCs, Notebook PCs und Premium-Ultramobiles
Quelle: Gartner (August 2016)

In Westeuropa ist der PC-Markt im zweiten Quartal 2016 um 0,9 Prozent leicht geschrumpft. »Die Hersteller haben im zweiten Quartal dieses Jahres ihre Bestände besser verwaltet«, erläutert Meike Escherich (Zahlenmaterial in Tabelle 2). Es zeichnen sich allerdings Unterschiede zwischen den Marktsegmenten ab: Während der Endkonsumentenmarkt einen Rückgang von 8 Prozent verzeichnete, wuchs der Markt für den professionellen Einsatz aufgrund des fortgesetzten Rollouts von Windows 10 um 6 Prozent. »Der Brexit-Effekt sorgt weiter für Unsicherheit, sowohl was die Ausgaben der Konsumenten als auch der Unternehmen für PCs angeht. Windows 10 bleibt aber ein Nachfragemotor«, ergänzt Meike Escherich.


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