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Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit verbinden – mit Hilfe digitaler Transformation

Quelle: T.CON

Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind zentral für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, werden aber häufig getrennt voneinander betrachtet und umgesetzt. Dabei führt genau die bewusste Verbindung beider Komponenten – eine sogenannte Twin Transformation – zu entscheidenden Mehrwerten. Im Interview sprechen Norbert Kytka, Chief Revenue Officer, und Christian Jung, Sales Account Executive, von T.CON über Hebel für nachhaltigen Erfolg – auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

 

Studien zeigen eine signifikante Korrelation zwischen der Veränderung des Geschäftsmodells und der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsfaktoren. Dennoch geben viele Unternehmen an, diesbezüglich wenig transformativ zu sein. Was ist Ihr Eindruck?

Christian Jung: Dass Nachhaltigkeit bei Innovation und Transformation nicht ausbremst, sondern – im Gegenteil – beides fördern kann, ist inzwischen bekannt. Und auch das Verantwortungsbewusstsein ist weiterhin vorhanden; viele Geschäftsführungen halten an ihren Zielen fest. Dennoch führen unsichere politische Vorgaben und fehlende Marktanreize dazu, dass das Thema an Nachdruck verliert. Genau hier gilt es anzusetzen. Unternehmen sollten nicht nur auf Berichtspflichten reagieren, sondern Nachhaltigkeit aktiv steuern, sodass sie wertschöpfend wird.

 

Christian Jung ist ausgebildeter Papiermacher, war über dreißig Jahre vertrieblich in der Papierindustrie tätig und ist seit vier Jahren beim SAP Beratungshaus T.CON tätig. Dort setzt er sich verstärkt für die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit ein.

Zu beobachten ist, wie Sie sagen, aktuell eher das Gegenteil – die Priorität lässt nach.

Christian Jung: Die wirtschaftliche Lage fordert Unternehmen aktuell stärker denn je. Im Fokus unternehmerischer Entscheidungen stehen Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Resilienz. Aber: Nachhaltigkeit bleibt relevant – wenn sie Teil einer ganzheitlichen digitalen Transformationsstrategie ist, ökonomisch tragfähig umgesetzt und sinnvoll in bestehende Steuerungsprozesse einbettet wird. Ich empfehle Unternehmen daher, sich rechtzeitig mit den verschiedenen Anforderungen auseinanderzusetzen und sich auf die jeweiligen Stichtage vorzubereiten – denn die Gesetze werden kommen, in welchem Tempo und in welcher Schärfe auch immer.

 

Das bedeutet, Nachhaltigkeit muss immer den Aspekt Wirtschaftlichkeit in den Fokus stellen?

Norbert Kytka: Das ist richtig – normalerweise ist der Begriff Nachhaltigkeit mit Ökologie besetzt. Aber: Ökologische Verantwortung funktioniert nur mit ökonomischer Stabilität. Unternehmen müssen Gewinne erzielen, um nachhaltig zu investieren. Damit erarbeiten sie sich gleichzeitig sehr gute, resiliente Prozesse, die wiederum grundlegend sind, um erfolgreich arbeiten zu können. Zum Beispiel wenn es darum geht, Aufträge oder Kredite zu guten Konditionen zu bekommen, weil man bestimmte Ratings erfüllt oder CSR-Berichten nachkommt.

Christian Jung: Ein entscheidender Faktor, neben einer langfristigen Perspektive, ist Transparenz über Prozesse, Lieferketten und Auswirkungen. Hier kommen Daten ins Spiel. Ohne belastbare, integrierte Daten bleibt Nachhaltigkeit ein Reporting-Thema statt eines wirtschaftlichen Hebels. Digitale Transformation schafft genau diese Grundlage: Sie macht Daten interpretierbar, Entscheidungen schneller und Unternehmen resilienter gegenüber Krisen, Regulierung und Marktveränderungen.

Norbert Kytka: Eine Herausforderung dabei ist die Datenflut: das schnell wachsende, fragmentierte Datenvolumina, dem Unternehmen gerecht werden müssen. Viele wissen nicht, wo sie anfangen sollen, und oft fehlen schnelle Skalierungseffekte. Hier kommt es auf eine intelligente Datenhaltung an.

 

Norbert Kytka ist Chief Sales Officer und Mitglied der Geschäftsleitung bei T.CON. Als Führungskraft im Vertrieb und langjähriger Kopf der Sales-Strategie treibt er die Marktentwicklung für SAP-Lösungen sowie digitale Transformations- und Nachhaltigkeitsprojekte voran.

Was bedeutet das genau?

Norbert Kytka: Intelligente Datenhaltung bedeutet, dass man die vielen unstrukturierten Daten, die in Unternehmen vorhanden sind, in einen Kontext setzt. Allein lässt sich dieser Grad an Komplexität allerdings nicht bewerkstelligen. Es braucht eine technische IT/OT-Infrastruktur, die Geschäftsdaten aus dem ERP, Produktionsdaten aus dem MES und Maschinendaten aus SAP- und Non-SAP-Systemen effizient verwaltet, speichert und KI-gestützt analysiert. Im Idealfall bietet sie für jeden Anwendungsfall – von Predictive Manufacturing bis zu einer CO2-neutralen Produktion – die passende Applikation. Wir nennen das SmartIoT.

 

Wie gelingt der erste Umsetzungsschritt?

Christian Jung: Transformation beginnt mit Klarheit. Der erste Schritt ist eine ehrliche fundierte Standortbestimmung, die in einem Workshop vor Ort erfolgen kann: Wo stehen wir? Wie weit sind wir? Welche Potenziale haben wir? Wo wollen wir hin und in welchem Zeitraum? In Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen werden Workflows und Systemarchitektur analysiert. Daraus entwickelt sich dann eine individuelle modulare, mittelstandsgerechte Transformationsstrategie. Digitale und nachhaltige Transformation werden dabei gemeinsam gedacht – nicht nacheinander. Danach erhalten Unternehmen eine transparente und realistische Einschätzung des Implementierungsaufwands.

Norbert Kytka: Anschließend geht es um technologische Entscheidungen wie die Wahl des Plattformanbieters. Hier sollten Unternehmen darauf schauen, wo der Anbieter die Daten hält – in Europa oder am allerbesten in Deutschland. Das Gute ist: Cloud-ERP, integrierte Plattformen und perspektivisch Business AI senken heute die Einstiegshürden – auch für den Mittelstand.

 

Wie ist der Stand konkret beim Thema Business AI?

Norbert Kytka: Ob automatische Kundenauftragserfassung, automatisierter Zahlungsabgleich oder digitale Assistenten: Business AI verspricht langfristig automatisierte Prozesse mit künstlicher Intelligenz – ganz ohne Umstellungsaufwand. Noch stehen wir relativ am Anfang, aber das Thema wächst. In diesem Zuge wird sich der Umgang mit Cloud-ERP in den kommenden fünf Jahren dramatisch verändern. Unternehmen bekommen nochmal ganz neue Möglichkeiten Effizienzen zu steigern und ihre digitale Transformation voranzutreiben. Sie erreichen noch schnellere und bessere Entscheidungsgrundlagen. Das gilt insbesondere für Unternehmen aus dem produzierenden Mittelstand, der Fertigung oder der Logistik.

Christian Jung: Die Herausforderung vor allem für den Mittelstand besteht weiterhin in den begrenzten Ressourcen. In der Vergangenheit war es ein Vorteil, einen einmal ausgebildeten Experten aufzubauen, das Wissen im Unternehmen zu haben und langfristig einzusetzen – das wird sich in Zukunft ändern. Mittlerweile ist die Dynamik, mit der sich Tools weiterentwickeln und neue Werkzeuge auf den Markt kommen, zu groß, man braucht die Unterstützung von außen.

 

Worauf sollten Unternehmen dabei Wert legen?

Christian Jung: Dass der Partner die Situation mittelständiger Unternehmen gut kennt, dass die Transformation strategisch angegangen wird, dass Unternehmen mit ein paar Bausteinen anfangen, und das Projekt dann schrittweise umsetzen. Konkret beim Thema Business AI empfiehlt sich ein Workshop, der praxisnah anhand von Methoden wie Design Thinking und Use Cases ausgewählte Szenarien, Potenziale und mögliche Lösungen zeigt.

 

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Die T.CON GmbH & Co. KG ist ein inhabergeführtes Beratungsunternehmen und SAP Gold Partner mit Sitz in Plattling. Seit über 25 Jahren begleitet T.CON Unternehmen der produzierenden Industrie bei der digitalen Transformation. Der Fokus liegt auf der intelligenten Verbindung von Prozessen, Technologien, Daten und Menschen entlang der industriellen Wertschöpfung.

Mit mehr als 450 Expertinnen und Experten an sieben Standorten bietet T.CON ein umfassendes Leistungsportfolio – von SAP-Projekten und -Services über eigene Softwarelösungen bis hin zu strategischer Beratung. T.CON steht für langjährige Branchenexpertise, nachhaltige Lösungen und partnerschaftliche Zusammenarbeit. https://www.tcon.com/