Die fünf wichtigsten Fakten zum Outsourcing-Markt 2016

  • Dank »As-a-Service«: Outsourcing-Aktivitäten weiter auf Rekordniveau.
  • Im deutschsprachigen Markt Rekord bei Zahl der Vertragsabschlüsse.

Der EMEA ISG Index stellt vierteljährlich die jeweils aktuellen Daten und Trends des Outsourcing-Markts zur Verfügung. Dabei berücksichtigt er alle kommerziellen Outsourcing-Verträge mit einem Jahresvolumen (Annual Contract Value, ACV) von mindestens vier Millionen Euro. Hier sind die fünf wichtigsten Fakten und Trends des gesamten Jahres 2016, vor allem für die Märkte in DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) und EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika):

1)      Zahl der Sourcing-Deals in DACH steigt auf Rekordniveau

Wie sich schon im dritten Quartal 2016 abzeichnete, wies DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) im abgelaufenen Jahr mit 187 Abschlüssen die höchste jemals gemessene Zahl an abgeschlossenen Verträgen auf. Damit folgte der deutschsprachige Markt dem globalen Trend. Dieser geht in Richtung einer größeren Anzahl von Abschlüssen, die im Einzelnen jedoch immer kleiner ausfallen.

2)      Umfang des traditionellen Sourcings geht in DACH leicht zurück

Zwar meldet DACH für 2016 eine Rekordzahl hinsichtlich der abgeschlossenen Sourcing-Verträge. Insgesamt ging das jährliche Volumen des traditionellen Sourcings jedoch leicht zurück. Betrug das entsprechende ACV in DACH 2015 noch 2,83 Milliarden Euro, so lag es 2016 bei 2,58 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Minus von 8,8 Prozent. Der ACV des traditionellen Sourcings lag im abgelaufenen Jahr aber weiter über dem Mittel der vergangenen fünf Jahre.

3)      EMEA: »As-a-Service« top, traditionelles Outsourcing flop

Das Wachstum des As-a-Service-Sourcings hat sich 2016 auch in EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) wegen der steigenden Nachfrage nach digitalen Lösungen weiter beschleunigt. Das ACV des Gesamtmarktes in EMEA erreichte im abgelaufenen Jahr 11,8 Milliarden Euro (2015: 11,6 Milliarden). Dies bedeutet ein Plus von zwei Prozent. Während die Vertragswerte des traditionellen Sourcings 2016 mit einem ACV von 8,8 Milliarden Euro (2015: 9,4 Milliarden Euro) auf das niedrigste Niveau seit 2009 fielen, legte das As-a-Service-Sourcing von 2,3 Milliarden Euro (2015) auf über drei Milliarden Euro (2016) zu. Dies entspricht einem Plus von 33 Prozent. Das As-a-Service-Segment macht damit mittlerweile fast 39 Prozent des gesamten Sourcing-ACV in EMEA aus.

4)      Globaler Outsourcing-Markt erreicht dank As-a-Service Rekordniveau

Weltweit betrachtet stieg das jährliche Vertragsvolumen 2016 um neun Prozent auf einen Rekordwert von 29,9 Milliarden Euro (2015: 27,5 Milliarden Euro). Treiber war das beschleunigte Wachstum bei As-a-Service-Verträgen, deren Umfang gegenüber 2015 um 38 Prozent höher ausfiel. Besonders Infrastructure-as-a-Service (IaaS) trug zu diesem Wachstum bei, indem es im Jahresvergleich um 54 Prozent zunahm und damit einen deutlichen Indikator für die derzeitige Dynamik im As-a-Service-Markt darstellt. Das traditionelle Outsourcing hingegen ging von 19,1 Milliarden Euro (2015) auf 18,3 Milliarden Euro (2016) zurück.

5)      Starke Sourcing-Zunahme bei Telekommunikation und Medien

Bei den Branchen verzeichneten in EMEA vor allem Telekommunikation und Medien steigende Werte. Das Wachstum betrug 2016 im Jahresvergleich 70 Prozent und stellt damit das beste Ergebnis seit vier Jahren dar. Die Fertigungsindustrie hat ein gutes Jahr bei den Vertragsabschlüssen hinter sich. Ihre Anzahl legte im Vergleich zu 2015 um ein Drittel zu, während das ACV im gleichen Zeitraum jedoch um acht Prozent nachgab. Gemischte Ergebnisse weisen auch die Finanzdienstleister als größte Branche in Europa auf. Ihr ACV blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil, liegt aber immer noch um 15 Prozent unter dem Durchschnittswert der vergangenen fünf Jahre, da geringe Zinssätze in vielen Ländern zu einem anhaltenden Preis- und Kostendruck im Finanzsektor führten. Das ACV in der Reise- und Logistikbranche fiel auf ein Acht-Jahres-Tief, da es gegenüber 2015 um 45 Prozent zurückging.

 

Ausblick von Bernd Schäfer, Partner und Managing Director für ISG in DACH: »Was von 2016 in Erinnerung bleibt, ist vor allem die willkommene deutliche Sichtbarkeit von As-a-Service-Abschlüssen in EMEA. Obwohl der Einsatz dieser neuen Technologien und Dienstleistungen in EMEA bisher nur langsam in Fahrt kam, erwarten wir nun einen deutlichen Schwung durch diese neuen Lösungen, zumal derzeit viele Public Cloud-Anbieter ihre Rechenzentrumskapazitäten in Europa deutlich erweitern. Im Gegenzug muss das traditionelle Sourcing wahrscheinlich mit Einbußen rechnen, da die Ausgaben sich immer mehr vom einfachen IT-Betrieb hin zu am Business orientierten digitalen Vorhaben bewegen. Für den gesamten Sourcing-Markt in EMEA erwarten wir 2017 ein Wachstum im zweistelligen Bereich.«

 

Mehr Infos zum aktuellen EMEA ISG Index bietet: http://info.isg-one.com/rs/257-STB-379/images/4Q16-EMEA-ISG-Index.pdf  

Über den ISG Index: Nun im 57. Quartal in Folge, stellt der ISG Index einen vierteljährlichen Bericht der aktuellen Daten und Trends der Sourcing-Industrie für Kunden, Service-Anbieter, Analysten und Journalisten zur Verfügung. Seit mehr als einem Jahrzehnt dient er als maßgebliche Quelle für Marktinformationen zu Strukturen und Bedingungen von Outsourcing-Transaktionen, zur Lage in einzelnen Branchen, zu geografischer Verbreitung und der Performance von Service-Anbietern.

 


 

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