Business vs. IT: Keine einheitliche Verteilung von IoT innerhalb EMEA

Trotz mangelhafter Zusammenarbeit von Unternehmensabteilungen und Angst vor Sicherheitslücken sehen Unternehmensführungen das Potenzial von IoT optimistisch.

Die aktuelle Studie »The State of IoT in EMEA« zeigt, dass bereits 50 Prozent der Unternehmen in Europa und im Mittleren Osten das Internet der Dinge (IoT) einsetzen, bis 2019 soll diese Zahl auf 82 Prozent steigen.

Die Umfrage von Aruba unter 1.400 Führungskräften und IT-Fachkräften aus 11 Ländern in Europa und dem Mittleren Osten ergab, dass Uneinigkeit bezüglich der Definition und dem Anwendungsbereich von IoT besteht.

Dies führt unter anderem dazu, dass Unternehmen in den Regionen IoT auf einem sehr unterschiedlichen Niveau einsetzen und teils signifikante Unterschiede im Verständnis von IoT und dem Sicherheitslevel, das IoT bieten kann, wahrgenommen werden.

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Die folgenden Trends verdeutlichen die Uneinigkeit zwischen Führungskräften und IT-Fachkräften in Bezug auf IoT:

  • Abweichende Definitionen: IT- und Geschäftsabteilungen sind sich noch nicht einig, was IoT eigentlich bedeutet. Fast zwei Drittel (65 Prozent) der IT-Fachkräfte definieren IoT als »ergänzende Internetverbindung zu Alltagsobjekten«, während hingegen fast die Hälfte (48 Prozent) der Unternehmensleitungen IoT als die Vernetzung und Automatisierung von Gebäudeeinrichtungen versteht.
  • Gegensätzliche Prioritäten: Dementsprechend variieren auch die Anwendungsszenarien innerhalb der Abteilungen. Laut IT-Fachkräften ist und bleibt das Haupteinsatzgebiet von IoT die Überwachung und Instandhaltung von kritischen Anlagen. Für die Unternehmensleitung liegt der bevorzugte Einsatz in der Bereitstellung von standortbezogenen Services.
  • Tatsächlicher Einsatz: Es herrscht sogar Unstimmigkeit darüber, ob IoT im Einsatz ist. Fast sechs von zehn Führungskräften (58 Prozent) glauben, dass sie IoT in ihr Unternehmen integriert haben. Unter den IT-Entscheidern sind weniger als die Hälfte (46 Prozent) der gleichen Überzeugung.
  • Zukunftsplanung: Die IT-Abteilungen in Europa zeigen mehr Zurückhaltung gegenüber IoT. 13 Prozent der IT-Führungskräfte haben bislang keine Pläne, IoT einzusetzen. Im Gegensatz dazu sagen 98 Prozent der Unternehmensleitungen, dass sie IoT-Technologie bereits verwenden oder eine Einführung planen.

Dennoch zeigen sich Führungskräfte und IT-Fachkräfte in EMEA bei IoT-Services optimistisch in Bezug auf die Produktivität der Mitarbeiter, die betrieblichen Risiken und die erhöhte Leistungsfähigkeit sowie Ausgaben in Relation zu den Geschäftsergebnissen.

Mortem Illum, Vice President von Aruba, kommentiert die Ergebnisse der Studie: »Es ist nachvollziehbar, dass es unterschiedliche Auffassungen von IoT in den verschiedenen Unternehmensabteilungen gibt. Aber mit dem beispiellosen Fortschritt der Integration von IoT und dem Nutzen für Unternehmen ist es wichtig, einen Dialog zu eröffnen, um die Zusammenführung von IoT und Unternehmen zu ermöglichen. Unterschiedliche Prioritäten können sich disruptiv auswirken.«

Die IoT-Karte von EMEA

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Ein Blick auf den Einsatz von IoT in Europa und dem Mittleren Osten bestätigt dieses Bild. Die verschiedenen Länder zeigen unterschiedliche Ebenen des Verständnisses, der Adaption und der Vorbereitung für IoT auf.

Spanien ist führend im IoT-Einsatz, UK und Norwegen fallen ab

  • Spanien führt in Europa IoT mit 69 Prozent an. Auch Frankreich und Italien haben einen relativ hohen Einsatz von IoT mit 61 Prozent.
  • Deutschland hat IoT bereits zu 54 Prozent im Einsatz, gefolgt von Saudi Arabien mit 53 Prozent.
  • Die VAE (48 Prozent), die Türkei (44 Prozent) und die Niederlande (43 Prozent) liegen alle unter der 50 Prozent-Marke.
  • Mit gerade einmal halb so vielen IoT-Einführungen wie die europäischen Spitzenreiter bilden UK, Schweden (beide 37 Prozent) und Norwegen (34 Prozent) die Schlusslichter in der europäischen Auswertung.

Spanien hat zudem das stärkste Verständnis für IoT, gefolgt von Italien

  • Die meisten positiven Antworten, wenn es um die Frage nach dem Verständnis von IoT ging, gab Spanien mit 68 Prozent und Italien mit 67 Prozent.
  • Auch Deutschland (65 Prozent) und Frankreich (61 Prozent) liegen hier weit oben.
  • Die Niederlande (58 Prozent), Schweden (55 Prozent) und die VAE (54 Prozent) liegen unter dem Durchschnitt.
  • Saudi Arabien (45 Prozent) und Norwegen (40 Prozent) zeigen ein relativ geringes Verständnis von IoT.
  • Die Türkei (37 Prozent) zeigt ebenfalls eine geringe Rate auf und UK (35 Prozent) liegt wieder am Ende der Liste.

Italien glaubt an die Sicherheit von IoT, Norwegen und Saudi Arabien nicht.

  • Nur 4 Prozent der italienischen Befragten stimmen der Aussage zu »IoT ist nicht ausreichend geschützt«, was sie zu dem zuversichtlichsten Land macht.
  • Nur 10 Prozent der befragten Spanier misstrauen der IoT-Sicherheit in ihrem Unternehmen, gefolgt von Deutschland (15 Prozent), VAE und Frankreich (beide 17 Prozent) und Schweden (18 Prozent).
  • Fast ein Viertel (24 Prozent) der Befragten in den Niederlanden und UK und über ein Viertel in der Türkei (26 Prozent) glauben, dass IoT in ihrem Unternehmen nicht ausreichend geschützt ist.
  • Mit 28 Prozent haben Norwegen und Saudi Arabien die meisten Bedenken.

Alle Länder berichten von einem positiven Ergebnis durch IoT

  • Die VAE (90 Prozent) und Saudi Arabien (72 Prozent) sahen die größte Steigerung in der Effektivität der IT in ihrem Unternehmen.
  • Auch Führungskräfte aus Frankreich (76 Prozent), UK (80 Prozent), Spanien (90 Prozent) und Italien (87 Prozent) berichten von einer gesteigerten Innovation dank dem Einsatz von IoT.
  • Deutsche Führungskräfte sagen, dass IoT zu einer höheren Sichtbarkeit der IT-Abteilung innerhalb ihres Unternehmens (66 Prozent) führt.
  • Für türkische (80 Prozent) und niederländische (74 Prozent) Unternehmen hat IoT die Unternehmenseffizienz erhöht.
  • Wohingegen 82 Prozent der schwedischen Führungskräfte von einer verbesserten Kundenerfahrung sprechen.

»Die Möglichkeiten von IoT in EMEA sind vielseitig«, schlussfolgert Illum. »Schon jetzt berichten Führungskräfte von erheblichen Vorteilen für die Unternehmen, wie eine verbesserte Kundenerfahrung und beschleunigte Innovation. Diejenigen Unternehmen, die in der Lage sind, IoT in ihre internen Strukturen einzubinden, werden einen enormen Wettbewerbsvorteil erlangen.«

 


 

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