Fluggesellschaften setzen auf das Internet der Dinge

Beacons sind der erste Schritt für die Optimierung von Check-in, Gepäckabgabe und -ausgabe.

In den nächsten drei Jahren wird die Luftfahrt eine Revolution erleben: Die Fluglinien investieren immer mehr in das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT), was sich erheblich auf die Passagiererfahrung auswirken wird. Laut der »SITA 2015 Airline IT Trends Studie« erwartet die Mehrheit der Fluglinien (86 Prozent) in den nächsten drei Jahren große Vorteile durch IoT und mehr als ein Drittel (37 Prozent) haben bereits Budgets eingeteilt. Die Studienergebnisse zeigen, dass IoT-Investitionen sich auf die Bereiche Check-in, Gepäckabgabe und Gepäckausgabe verteilen werden.

Das »Internet of Things« beschreibt die Verbindung physischer Objekte mit dem Internet, was unter anderem Tracking, die Sammlung von Daten sowie Analysen und Steuerungen ermöglicht. Diese Revolution breitet sich auch auf Flughäfen aus, wo immer mehr »Dinge« mit dem Internet verbunden werden. Dazu gehören zum Beispiel ganze Gebäude, Teile der Ausstattung, Taschen oder Trolleys – also grundsätzlich alle »Dinge«, die einen Status senden können. Da zudem der Großteil der Fluggäste mit Smartphones reist (83 Prozent), können sie genau wie das Personal ebenfalls Teil des IoT werden.

In der Studie wurden die 200 größten Airlines befragt. Sie beziehen die Vorteile des IoT in ihre Überlegungen mit ein IoT und mehr als die Hälfte planen Investitionen in diesem Bereich. Für 2018 möchten 16 Prozent der Befragten schon erste große Programme durchführen und zusätzlich werden weitere 41 Prozent in die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich investieren.

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Jim Peters, Chief Technology Officer von SITA, dazu: »Unsere Welt wird immer vernetzter und Fluglinien erkennen, dass Investitionen notwendig sind, um die Vorteile von IoT effizient zu nutzen. In diesem Jahr vergrößern Fluglinien ihre Investitionen in Business Intelligence (BI) und in Rechenzentren, die beide das Fundament für IoT-Aktivitäten bilden. SITA arbeitet mit der gesamten Branche, mit Fluglinien, Flughäfen und anderen Stakeholdern, damit IoT effektiv in jedem Geschäftsbereich und über die gesamte Flugerfahrung hinweg eingesetzt werden kann.«

Alle verbundenen Elemente wie Objekte, Fluggäste und Personal werden für eine immense Datenflut sorgen. BI und Rechenzentren werden eine essenzielle Rolle dabei spielen, dass der Wert dieser Daten ermittelt werden kann. Die diesjährige Studie zeigt, dass Fluglinien in diesen Bereichen stark investieren. Schon 94 Prozent investieren bereits in BI, große Investitionsprogramme werden bis 2018 von 74 Prozent im Bereich BI und von 68 Prozent im Bereich Rechenzentren umgesetzt. 14 Prozent der Befragten werden in Forschung und Entwicklung oder in Pilotprogramme investieren.

Beacons für Gepäck

Beacons werden die Vorreiter von IoT in der Branche sein. Fluglinien erkennen den Vorteil von Sensoren, die den Standort mit anderen Informationen verknüpfen. Von derzeit nur neun Prozent an Fluglinien, die diese Technologie einsetzen, wird sich der Anteil bis 2018 auf 44 Prozent vergrößern. Vor allem beim Gepäckservice kann die Technologie nützlich eingesetzt werden – 44 Prozent der Fluglinien wollen Beacons bei der Gebäckabgabe und 43 Prozent bei der Gepäckausgabe einsetzen. Dies sind auch die wichtigsten Punkte im Verlauf einer Reise, wo Fluglinien eine direkte Kontrolle ausüben werden und Passagiere Investitionen mit Wohlwollen aufnehmen.

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Lage, Lage, Lage

Die Studie identifizierte mit der Kommunikation einen weiteren Bereich, in dem sich in den nächsten drei Jahren einige wichtige Entwicklungen vollziehen werden: von der ersten Welle an Benachrichtigungsdiensten hin zum Punkt, an dem mobile Kommunikation zum Standard für die meisten Fluglinien gehören wird. Der Fokus dieser neuen Dienste wird auf ortsbasierten Informationen mit Hilfe von Beacons liegen. Ziel ist die Lösung von Problemen, die mit dem Gepäck zusammenhängen, sowie ein schnelleres Boarding, indem Passagieren schon vor ihrer Ankunft am Flughafen wichtige Informationen bereitgestellt werden. Fast 60 Prozent der Fluglinien bieten schon heute Flugbenachrichtigungen über Smartphone-Apps an und im Jahr 2018 wird die Zahl bei voraussichtlich über 96 Prozent liegen. Für die Nutzung von Beacons wird dies das relevanteste Szenario werden. In drei Jahren werden 57 Prozent der Befragten die Technologie nutzen, damit Apps dem Passagier Richtungsangaben machen können.

»IoT steht noch am Beginn, aber es wird schon bald Wirklichkeit werden. Die Technologie wird die Art, wie wir viele Dinge in der Branche regeln vollständig verändern. Und der Einfluss geht weit über die Luftfahrt hinaus«, so Peters. »Nutzen Fluglinien und Flughäfen Beacons, können Sie zum Tor für das IoT werden. Intelligente Flughäfen und eine Ausnutzung von BI und Analysen für eine bessere Reiseerfahrung sind das Ziel.«

[1] Weitere Informationen und detaillierte Ergebnisse der SITA 2015 Airline IT Trends Studie, die zusammen mit Airline Business durchgeführt wurde, erhalten Sie hier.
https://www.sita.aero/globalassets/docs/surveys–reports/airline-it-trends-survey-2015.pdf

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