Kampf um Know-how: Den Auswirkungen des Fachkräftemangels entgegenwirken

Illustration: Absmeier, TeroSalainen

Während der Anteil der Bürger im erwerbsfähigen Alter sinkt, macht sich gleichzeitig die Abwanderung potenzieller Fachkräfte immer stärker bemerkbar. Unternehmen kämpfen gegen die Auswirkungen des demografischen Wandels und suchen nach Lösungen – mit dem Fachpersonal fehlt ihnen auch das nötige Know-how. Sich allein auf die Zuwanderung neuer fachlich versierter Arbeitnehmer zu verlassen, reicht nicht. Die Verantwortlichen müssen Methoden finden, den derzeitigen Entwicklungen entgegenzuwirken und Alternativen zu schaffen.

Digitale Möglichkeiten bieten einen Ansatz, jedoch fehlen schon jetzt jedem fünften mittelständischen Betrieb die Mitarbeiter, um effektiv in die Digitalisierung zu investieren [1]. »Hier bedarf es der richtigen Strategie: Methoden wie ›Active Qualified Human Resource Organization‹ unterstützen bei der Produktivitätssteigerung und schaffen Raum für die Entwicklung kreativer Ideen«, so Dr. Consuela Utsch, Geschäftsführerin der Acuroc GmbH aus Idstein. »Sie fördern die Innovationskraft und schaffen Effizienz.«

 

Innovationskraft fördern

Aus einer aktuellen Studie [2] geht hervor, dass Angestellte sich mit der Arbeitsweise und Führungskultur eines Unternehmens identifizieren wollen. Da viel Zeit am Arbeitsplatz verbracht wird, gilt die Entscheidung für einen neuen Job als eine der wichtigsten im Leben. Nur wer mit den Entscheidungen der Führungsetage zufrieden und einverstanden ist, besetzt langfristig eine produktive Rolle im Unternehmen. »Gut ausgebildete Fachkräfte entscheiden sich also für den Betrieb, der ihren Ansprüchen am nächsten kommt«, unterstreicht Utsch.

»Während früher viele Bewerber um einen Job gerungen haben, reißen sich heute die Unternehmen teilweise um eine Fachkraft.« Hier gilt es Initiative zu ergreifen und mit innovativen Ideen zu punkten: Methoden zur Stressminimierung und gleichzeitiger Produktivitätssteigerung verschaffen Angestellten durch rollenbasiertes Arbeiten mehr Zeit für das Erledigen einzelner Aufgaben und gewährleisten Fokussierung und stressfreie Umsetzungen. Dedizierte Freiräume und Zeitfenster ermöglichen den Mitarbeitern die Nutzung von Techniken zur Förderung der Kreativität und Innovationskraft, denn nur wenn die Gedanken auch einmal »spazieren gehen« können und »nicht mit To-do-Listen völlig zugedeckt sind«, kann Kreativität entstehen.

Neben zahlreichen Methoden zur Innovationssteigerung, bietet es sich an, zusätzliche Projekt- und Aufenthaltsorte ins Leben zu rufen, an denen die Arbeitnehmer sich kreativen Gedankengängen und der Entwicklung neuer Ideen widmen können. Diese Förderung der Produktivität bringt eine nachweisliche Produktivitätssteigerung von 1,5 Stunden pro Mitarbeiter am Tag und erzeugt damit enormes Potenzial.

 

Virtuelle Teams stärken

Auch für immer globaler agierende und standortunabhängige Unternehmen bietet sich diese Methode an: »Durch die Rollenverteilung sowie klare Zuweisung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten können die Arbeitnehmer selbst Innovationen einbringen, entwickeln und umsetzen«, erklärt Utsch. »Mitarbeiter können sich aktiv beteiligen und erhalten darüber hinaus das Gefühl, ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens zu sein.«

Auf diese Weise wird auch das Zugehörigkeitsgefühl und die Identifikation mit dem Betrieb gestärkt sowie vorhandenes Potenzial voll ausgeschöpft. Es bietet sich an, das Team aktiv und eigenverantwortlich in die Rollenverteilung einzubeziehen, um die Akzeptanz für Entscheidungen zu stärken. Diese Maßnahmen helfen auch bei der weltweiten Vernetzung von Unternehmen, bei der einerseits virtuelle Teams zunehmend an Bedeutung gewinnen, andererseits eine erhöhte Agilität unentbehrlich ist, um als Unternehmen erfolgreich in der VUCA-Welt zu bestehen [3].

»Mithilfe von AQRO können Organisationen innovativ und agil auf internationaler Ebene agieren und dabei auf die Kompetenzen von Fachkräften im Ausland bauen«, so Utsch. »Menschen bilden die wichtigste Ressource in einem Unternehmen, die es zu befähigen gilt, indem sie sich innovativ und eigenverantwortlich einbringen können sowie motiviert mit Start-up-Mentalität in temporären Communitys agieren. Diese offene Kultur der Zusammenarbeit ermutigt die Mitarbeiter und macht Unternehmen dynamisch und erfolgreich.«

 

[1] Befragung Ernst & Young GmbH: Digitalisierung im deutschen Mittelstand (2018).
[2] Studie StepStone: Die Traumjob-Formel – Freiheit, Sinn plus Teamgefühl (2018).
[3] VUCA ist ein Akronym für die englischen Begriffe volatility, uncertainty, complexity und ambiguity (deutsch Volatilität (Unbeständigkeit), Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit). Quelle: Wikipedia

 


 

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