Neun von zehn Führungskräften berichten, dass ESG einen Return on Invest liefert

Illustration: Absmeier Geralt

Leistungsstarke Unternehmen sehen ESG (Environmental Social Governance – zu Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) als wertschöpfend an, aber die Geschäftsleitung muss Verantwortung übernehmen.

 

Erhöhte ESG-Investitionen korrelieren mit höheren Unternehmensgewinnen, so eine neue Studie des Infosys Knowledge Institute, des Thought Leadership- und Forschungsarms von Infosys [1]. Der Bericht zeigt auf, welche Maßnahmen Organisationen jetzt ergreifen sollten, um ESG-Ziele zu erreichen und finanzielle Erträge durch Nachhaltigkeitsinitiativen zu erzielen.

Im Infosys-Bericht »ESG Redefined: From Compliance to Value Creation«, gaben fast alle Führungskräfte (90 Prozent) an, dass ihre ESG-Ausgaben zu moderaten oder signifikanten finanziellen Erträgen führte. Die Mehrheit der Befragten (66 Prozent) konnten ESG-Renditen innerhalb von drei Jahren realisieren. Der Bericht räumt ein, dass trotz des eindeutigen Zusammenhangs zwischen ESG und Gewinnwachstum die Budgets in der derzeitigen Wirtschaftslage wahrscheinlich ein Hindernis darstellen. Dies ist besorgniserregend, da die Unternehmen sowohl höhere finanzielle Mittel als auch Änderungen am Betriebsmodell benötigen, um ihre ESG-Ziele zu erreichen und ein nachhaltiges Gewinnwachstum zu erzielen.

Mohit Joshi, Präsident von Infosys, erklärt: »Die Idee, dass man investieren muss, um Geld zu verdienen, ist nicht neu. Obwohl 90 Prozent der Befragten in unserer Studie sagen, dass ESG eine Rendite bringt, wenden viele Unternehmen diese Strategie jedoch nicht hinsichtlich ESG an, wie sie es in anderen Bereichen tun. Organisationen müssen ihre Sichtweise dahingehend ändern, dass sie ESG als wertschöpfend anerkennen, um die finanziellen Vorteile von ESG-Investitionen zu nutzen und eine maximale Wirkung bei der Schaffung einer besseren, nachhaltigeren Welt zu erzielen.«

Indem sie ihre Strategie anpassen und letztlich umsetzen, sind Firmen in der Lage, ihre ESG-Initiativen schneller auszurollen und so einen größeren Nutzen zu erzielen. Das Infosys Knowledge Institute gewann auf Basis seiner Studie eine Reihe von Erkenntnissen, die Unternehmen dabei unterstützen, die finanziellen Vorteile von ESG-Investitionen zu beschleunigen:

  • ESG ist nachweislich ein Gewinnbringer. Der Bericht ergab, dass eine Steigerung der ESG-Ausgaben um zehn Prozent mit einem höheren Gewinn von einem Prozentpunkt korreliert. Ein Unternehmen, das derzeit fünf Prozent seines Budgets für ESG ausgibt, kann mit einer Gewinnsteigerung von einem Prozentpunkt rechnen, wenn es sein Betriebs- oder Kapitalbudget anpasst, um den Anteil der ESG-Ausgaben auf 15 Prozent zu erhöhen.
  • Das Übersehen der »S« und »G« in ESG verringert die Rentabilität. Viele Unternehmen konzentrieren sich bei ihren ESG-Bemühungen auf den Umweltbereich und verpflichten sich zu Kohlenstoffneutralität, Netto-Null und Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Es gibt jedoch auch Möglichkeiten zur Verbesserung der finanziellen Ergebnisse durch soziale und Governance-Initiativen. Forschungsdaten zeigen, dass soziale Initiativen wie die Vielfalt im Vorstand mit einer verbesserten Rentabilität korrelieren.
  • Eine ESG-Führungsstrategie korreliert mit einem Anstieg des Gewinn- und Umsatzwachstums um zwei Prozentpunkte. Unternehmen schneiden finanziell besser ab, wenn sie die folgenden Führungskräfte vorweisen können: einen Chief Diversity Officer (CDO), einen Chief Sustainability Officer (CSO). Ein ESG-Ausschuss im Vorstand und ein CSO, der Kapitalausgaben für ESG-Initiativen freigibt, runden die Entscheider ab. Allerdings gibt nur etwa ein Viertel (27 Prozent) der Befragten an, dass in ihrem Unternehmen alle vier Führungskräfte vorhanden sind. Die Analyse der Umfragedaten ergab auch, dass die C-Suite und die obersten Führungsetagen, die am meisten vernachlässigten Bereiche für ESG-Veränderungen sind. Nur 19 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen die Vergütung der Führungskräfte an ESG-Ziele bindet. Bei 30 Prozent liegt die Verantwortung für ESG überhaupt bei der Führungsebene.
  • Transparenz in der Lieferkette ist wichtig. Die Untersuchung ergab, dass fast alle Unternehmen daran interessiert sind, ihre ESG-Ziele mit ihrer Lieferkette in Einklang zu bringen, zumal immer öfter erwartet wird, dass sie über ihre Scope-3-Treibhausgasemissionen Rechenschaft ablegen. Allerdings teilt weniger als ein Drittel die ESG-Erwartungen oder -Anforderungen mit ihren Lieferanten. Nur 16 Prozent gaben an, dass sie Verträge auf der Grundlage von ESG-Daten der Beteiligten in der Lieferkette neu verhandeln – ein deutlicher Hinweis darauf, dass mehr Führungsstärke in der Lieferkette und Anreize zur Weitergabe von ESG-Daten erforderlich sind, sei es, um neue Vertragsanforderungen zu erfüllen oder um sich für andere in der Lieferkette attraktiver zu machen.

 

[1] Infosys führte eine anonyme Online-Umfrage unter 2.500 Führungskräften aus unterschiedlichen Branchen in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den nordischen Ländern, Australien, Neuseeland, China und Indien durch. Um zusätzliche, qualitative Erkenntnisse zu gewinnen, wurden Fachexperten und Führungskräfte aus der Wirtschaft befragt.
Den vollständigen Bericht finden Sie hier. https://www.infosys.com/about/esg/insights/esg-radar-report.html