Sommerbetrugsmaschen, auf die Sie dieses Jahr achten sollten

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Feedzai* identifiziert die häufigsten Sommerbetrugsmaschen.

 

Laut einer aktuellen Studie vertrauen 33 % der Deutschen Informationen von angeblichen Hotels und Fluggesellschaften ohne Prüfung, 40 % buchen günstige Urlaubsangebote direkt, ohne deren Seriosität zu beurteilen, und 48 % sind bereits Opfer eines Reisebetrugs geworden [1]. Dringlichkeit, menschliche Emotionen und alltägliche Ablenkungen bieten die perfekten Bedingungen für Betrüger und ihre neuen, mittlerweile professionellen Methoden zu nutzen.

Der Einsatz generativer KI erschwert die Aufdeckung von Betrugsversuchen. Kriminelle Netzwerke nutzen mittlerweile raffinierte Methoden, um überzeugende Phishing-E-Mails, gefälschte Buchungswebseiten und vieles mehr zu erstellen, die alle auf die gesamte Kaufentscheidung des Kunden abzielen. Es gilt daher höchste Vorsicht für die Urlauber, bei jedem Schritt der Buchung.

 

Die 5 häufigsten Betrugsmaschen im Sommerurlaub:

  1. Betrug bei Ferienwohnungen:
    Reisende werden mit »zu gut, um wahr zu sein«-Angeboten geködert, die sie in sozialen Medien oder auf gefälschten Webseiten finden, die mit falschen Immobilien werben.
  2. Gefälschte Flugbuchungsseiten:
    Im Sommer werden Websites eingerichtet, die wie die von Reisebüros aussehen, insbesondere für Last-Minute-Flüge und Sonderangebote.
  3. Gefälschte SMS zu Mautgebühren:
    Nach dem Überqueren von Landesgrenzen oder beim Befahren unbekannter Mautnetze erhalten Reisende möglicherweise gefälschte SMS wegen unbezahlter Mautgebühren, in denen mit Verzugsgebühren gedroht wird, wenn sie nicht auf einen Link klicken, um zu bezahlen.
  4. Party-Einladung:
    Der Erhalt einer SMS oder E-Mail von einer gefälschten digitalen Einladungsplattform, die oft von einem gehackten E-Mail-Konto stammt, insbesondere während saisonaler Veranstaltungen.
  5. Ticketbetrug:
    Sommerveranstaltungen steigern die Nachfrage nach Tickets und bieten Betrügern die Gelegenheit, doppelte oder gefälschte Tickets zu verkaufen, während sie die Opfer dazu drängen, ungesicherte Zahlungs-Apps zu nutzen.

»Der Sommer ist zwar die perfekte Zeit zum Entspannen und Entdecken, aber auch die Zeit, in der wir alle wachsam bleiben müssen. Betrüger erstellen professionell gestaltete Texte, perfekt nachgebildete Websites und sogar automatisierte, personalisierte SMS-Kampagnen wie gefälschte Mautwarnungen. Die Betrugsmaschen können völlig echt wirken und selbst technisch versierte Verbraucher leicht täuschen. Wenn wir auf diese saisonalen Warnsignale achten, können wir uns auf die Sommer-Leseliste konzentrieren, statt auf die Liste der Sommerbetrugsmaschen.« – Lenny Gusel, Leiter des Bereichs Fraud Solutions bei Feedzai.

 

[1] https://www.mcafee.com/de-de/newsroom/press-releases/2026/1-in-3-travelers-face-travel-scams-as-rising-costs-create-new-fraud-opportunities.html
* Feedzai, eines der 20 wertvollsten KI-Startups Europas und führend im Bereich der KI-gestützten Prävention von Finanzkriminalität.

 

Zusätzlich zu den genannten fünf Maschen sollten Urlauber besonders auf diese Betrugsarten achten:

  • Gefälschte Reisebestätigungen oder Stornierungs-E-Mails: Betrüger geben sich als Hotel, Airline oder Buchungsplattform aus und fordern zur »Bestätigung« von Zahlungsdaten auf.
  • Fake-Kundenservice über Suchmaschinen: Wer nach Hotline-Nummern von Airlines oder Reiseportalen sucht, landet manchmal bei betrügerischen Anzeigen oder gefälschten Support-Seiten.
  • Betrug mit Mietwagen: Sehr günstige Angebote, Vorauszahlungen außerhalb offizieller Plattformen oder angebliche Zusatzgebühren vor Ort können Warnsignale sein.
  • QR-Code-Betrug am Urlaubsort: Manipulierte QR-Codes auf Speisekarten, Parkautomaten oder Sehenswürdigkeiten können auf Phishing-Seiten führen.
  • Öffentliches WLAN und »Evil Twin«-Netzwerke: Gefälschte WLANs in Hotels, Flughäfen oder Cafés können Login- und Zahlungsdaten abgreifen.
  • Social-Media-Gewinnspiele für Reisen: Angebliche Gratisreisen oder Gutscheine dienen oft dazu, persönliche Daten oder Gebühren zu erschleichen.
  • Betrug mit Gepäckzustellung oder verlorenen Koffern: Gefälschte Nachrichten von Paketdiensten oder Airlines fordern Gebühren für die angebliche Rückgabe des Gepäcks.
  • Wechselstuben- und Geldautomatenbetrug: Manipulierte Automaten, überhöhte Gebühren oder ungünstige Dynamic-Currency-Conversion-Angebote können Reisende teuer zu stehen kommen.

 

 

Tipps zur Erkennung von Betrugsmaschen

Man erkennt viele Urlaubsbetrugsmaschen an ähnlichen Warnsignalen: Zeitdruck, ungewöhnlich niedrige Preise, Zahlungsaufforderungen über unsichere Kanäle, Links in Nachrichten, fehlende Impressumsdaten und Kommunikation außerhalb offizieller Plattformen. Konkret helfen diese Tipps:

 

  1. Ferienwohnungen und Hotelangebote

Erkennen:

  • Preis ist deutlich günstiger als vergleichbare Angebote.
  • Anbieter drängt zur schnellen Überweisung.
  • Kommunikation läuft außerhalb der Buchungsplattform.
  • Fotos wirken zu professionell oder tauchen auf anderen Seiten ebenfalls auf.

Tipps:

  • Nur über bekannte Plattformen oder offizielle Hotelwebseiten buchen.
  • Adresse, Bewertungen und Anbieterprofil prüfen.
  • Keine Überweisung auf Privatkonten, wenn die Plattform sichere Zahlung anbietet.
  • Bilder per Rückwärtssuche prüfen.

 

  1. Gefälschte Flug- und Reisebuchungsseiten

Erkennen:

  • Webadresse enthält kleine Schreibfehler oder ungewöhnliche Endungen.
  • Angebot erscheint nur über Werbung oder Social Media.
  • Es fehlen Impressum, AGB oder Kontaktmöglichkeiten.
  • Zahlung ist nur per Überweisung, Kryptowährung oder Gutschein möglich.

Tipps:

  • Adresse der Airline oder Buchungsplattform selbst eintippen.
  • Preise mit mehreren seriösen Anbietern vergleichen.
  • Vor Zahlung Bewertungen der Seite recherchieren.
  • Keine Buchung über Links aus dubiosen Anzeigen abschließen.

 

  1. Gefälschte SMS, Maut- oder Zahlungsaufforderungen

Erkennen:

  • Nachricht droht mit Gebühren, Sperrung oder Strafe.
  • Link führt auf eine verkürzte oder unbekannte Adresse.
  • Persönliche Daten oder Kreditkartendaten werden sofort verlangt.

Tipps:

  • Nicht auf Links in SMS oder Messenger-Nachrichten klicken.
  • Offizielle Website des Mautbetreibers selbst öffnen.
  • Zahlungsaufforderungen über Kundenkonto oder Hotline prüfen.
  • Verdächtige Nachrichten löschen oder melden.

 

  1. Fake-Kundenservice

Erkennen:

  • Hotline wurde über Suchmaschinenanzeige gefunden.
  • Mitarbeitende verlangen Fernzugriff, Codes oder Bankdaten.
  • Es wird zur Zahlung von »Bearbeitungsgebühren« gedrängt.

Tipps:

  • Telefonnummern nur von offiziellen Webseiten oder Buchungsunterlagen nutzen.
  • Niemals TANs, Einmalcodes oder vollständige Kartendaten weitergeben.
  • Bei Unsicherheit auflegen und selbst die offizielle Nummer wählen.

 

  1. Ticket- und Eventbetrug

Erkennen:

  • Tickets werden über private Chats oder Social Media angeboten.
  • Verkäufer drängt auf Sofortzahlung.
  • Zahlung soll über Freunde-und-Familie-Funktion oder unsichere Apps erfolgen.

Tipps:

  • Tickets nur über offizielle Anbieter oder autorisierte Wiederverkaufsplattformen kaufen.
  • Käuferschutz nutzen.
  • QR- oder Barcodes nicht öffentlich posten.
  • Bei ausverkauften Events besonders skeptisch sein.

 

  1. QR-Code-Betrug am Urlaubsort

Erkennen:

  • QR-Code ist überklebt oder wirkt nachträglich angebracht.
  • Die Zielseite verlangt Login-, Karten- oder Bankdaten.
  • Die Webadresse passt nicht zum Anbieter.

Tipps:

  • Vor dem Öffnen prüfen, wohin der QR-Code führt.
  • Bei Zahlungen lieber offizielle Apps oder Webseiten nutzen.
  • Bei Parkautomaten oder Restaurants im Zweifel Personal fragen.

 

  1. Öffentliches WLAN

Erkennen:

  • WLAN-Name ähnelt Hotel-, Café- oder Flughafen-WLAN, ist aber leicht abgewandelt.
  • Nach dem Verbinden werden ungewöhnliche Daten abgefragt.
  • Verbindung ist unverschlüsselt.

Tipps:

  • Offiziellen Netzwerknamen beim Personal erfragen.
  • Kein Online-Banking oder Kartenzahlungen über offenes WLAN.
  • VPN nutzen, wenn möglich.
  • Automatisches Verbinden mit bekannten Netzwerken deaktivieren.

 

  1. Social-Media-Gewinnspiele und Reisegutscheine

Erkennen:

  • Gewinn wirkt unrealistisch hochwertig.
  • Man soll Gebühren zahlen, um den Preis zu erhalten.
  • Konto ist neu, hat wenige Beiträge oder kopiert bekannte Marken.

Tipps:

  • Offizielle Unternehmensprofile prüfen.
  • Keine Ausweiskopien, Zahlungsdaten oder Codes senden.
  • Teilnahmebedingungen und Impressum prüfen.
  • Bei angeblichen Gewinnen niemals vorab bezahlen.

 

  1. Gepäck- oder Paketbenachrichtigungen

Erkennen:

  • Nachricht kommt unerwartet nach einem Flug.
  • Kleine Gebühr soll bezahlt werden, um Gepäck freizugeben.
  • Link führt nicht zur offiziellen Airline- oder Paketdienstseite.

Tipps:

  • Gepäckstatus direkt bei Airline, Flughafen oder offiziellem Lost-and-Found prüfen.
  • Buchungsnummern nur auf offiziellen Seiten eingeben.
  • Keine Gebühren über Links in SMS zahlen.

 

  1. Geldautomaten und Wechselstuben

Erkennen:

  • Geldautomat wirkt manipuliert, locker oder verdeckt.
  • Wechselkurs wird unklar angezeigt.
  • Automat bietet Zahlung »in Euro« statt Landeswährung mit schlechtem Kurs an.

Tipps:

  • Geldautomaten in Banken oder gut überwachten Bereichen nutzen.
  • Tastatur bei PIN-Eingabe abdecken.
  • Dynamic Currency Conversion ablehnen und in Landeswährung zahlen.
  • Kontoauszüge während und nach der Reise regelmäßig prüfen.

 

Faustregel: Wenn ein Angebot extrem günstig ist, eine Nachricht Druck macht oder persönliche beziehungsweise finanzielle Daten über einen Link abgefragt werden, sollte man stoppen, prüfen und den Anbieter über einen offiziellen Kanal kontaktieren.

Albert Absmeier & KI

 

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