Startup-Investoren: Diese Vorteile haben sie durch Kryptowährungen

Illustration: Geralt Absmeier, TheDigitalArtist

Das Thema Bitcoin und Kryptowährungen ist immer noch viel diskutiert: Wann wird sich die virtuelle Währung als reguläres Zahlungsmittel durchsetzen? Ist ihr wirklich zu trauen? Hier sind vor allem Fans des Analogen skeptisch. Und zu guter Letzt: Wo werden Bitcoin, Ethereum und Co. überhaupt schon eingesetzt? Auf die letzte Frage wird vor allem eine Antwort immer deutlicher: Startups können immer finanzielle Hilfe gebrauchen – auch und immer häufiger die der virtuellen Art. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich auch neue Regeln für Startup-Investoren. Dieser Artikel stellt ein paar davon vor.

Fördergelder via Initial Coin Offering (ICO)

Im letzten Jahr hat sich bei Startups der Trend herausgebildet, als Gründer Investoren kein Firmenkapital anzubieten, sondern stattdessen eigene Krypto-Coins zu kreieren und diese dann an Investoren zu verkaufen. Das Schöne an Kryptowährungen ist nämlich, dass im Prinzip jeder einen Bitcoin, ein Ether oder eine Einheit einer anderen Kryptowährung erschaffen kann, vorausgesetzt, die technischen Mittel und Kenntnisse sind vorhanden. Der Besitzer der Kryptowährung hat dann die Wahl: Er kann einerseits damit handeln, denn der Preis von Bitcoins und Kollegen ist immer noch interessanten Schwankungen unterworfen, die zu spannenden Gewinnen führen können. Abhängig ist das auch davon, mit welchem Währungspaar man tradet: Beispielsweise kann der Kurs des Trading-Paares ETHGBP günstiger sein als der des Paares ETHUSD. Oder BTCEUR bietet die interessantesten Renditen. Alternativ kann er die Kryptowährungen als ganz normales Zahlungsmittel einsetzen – auf Plattformen wie Expedia.de ist dies schon ohne Probleme möglich.

ICOs als eine Fundraising-Strategie von vielen

Der Zustand des Trading-Paares sollte ausschlaggebend dafür sein, für welche Kryptowährung man sich letztendlich entscheidet. Denn er legt mitunter auch fest, wie viel Geld der Verkauf eines Bitcoins oder Ethers in die eigene Kasse spült. Logischerweise sollte der Wechselkurs zur Heimatwährung besonders günstig sein. Von der Seite der Gründer aus betrachtet steht eher eine andere Frage im Vordergrund: Ist das Unternehmen bereit für eine Finanzierung per ICO? Erfolgreiche Gründer von Blockchain- und Kryptounternehmen raten zumindest davon ab, Fundraising per ICO gleich im ersten Schritt auszuprobieren. Zu oft seien die Projekte dann spekulativ und die Investoren ließen eher die Finger davon. Gingen sie das Risiko dennoch ein, verspürten Gründerteams häufig einen starken Druck, den Geldgebern ihre Investition lukrativ erscheinen zu lassen. Besser sei es, mit einem Angel Investor an den Start zu gehen und erst an ICOs zu denken, wenn das Vorhaben ein wenig gefestigter ist. Dann können Startups aber getrost zu dieser Methode greifen, die für moderne Zeiten absolut angemessen ist.

Rat für Investoren

Wer also in ein Startup investieren will, dass sich per ICO finanzieren lässt, sollte sich vor allem Eines genau anschauen: Haben die Gründer bereits eine Investitionsrunde hinter sich und stehen einigermaßen stabil? Dann könnte die Investition gewinnbringend sein. In allen anderen Fällen sollte man sich genau überlegen, ob man dieses Risiko eingehen kann oder will – oder dem Unternehmen vorschlagen, als Angel Investor auf den Plan zu treten.

Grundlegendste Veränderung auf dem Startup-Markt durch Kryptowährungen ist also, dass Gründer jetzt eine neue Möglichkeit haben, Investoren an Land zu ziehen. Wie man am klügsten mit dieser neuen Option umgeht, muss der Markt noch ein wenig für sich herausfinden.

 


 

Finanzierung von Start-ups: Deutsche Gründer setzen ihr Erspartes

Finanzen: Fintech in Deutschland

Jedes dritte Start-up verzichtet auf Geld vom Staat

120 Blockchain-Start-ups in Deutschland

Ein Jahr Digital Hub Initiative: 350 Start-ups, 150 Unternehmen, 45 Hochschulen sind bereits dabei

Großunternehmen brauchen mehr Start-up-Mentalität

Weitere Artikel zu