Studie zeigt: Die Realität ist noch weit von GDPR entfernt

90 Prozent der Unternehmen sehen einen Einfluss der EU-Datenschutz-Grundverordnung auf die Art und Weise, wie sie persönliche Daten sammeln, nutzen und verarbeiten.

Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (GDPR) wird den Umsatz treffen: Die absolute Mehrheit der Befragten (89 Prozent) sieht mindestens einen Geschäftsbereich beeinträchtigt – so eine Studie von CA Technologies [1].

Die GDPR wird Auswirkungen auf jedes Unternehmen haben, das mit personenbezogenen Daten aus Europa zu tun hat. Doch die Unternehmen sind noch nicht so weit. Eine der Hürden: nur ein Drittel ist zuversichtlich, dass jeder einzelne personenbezogene Datensatz prompt über alle Systeme hinweg identifiziert werden kann. Und nur 46 Prozent glauben, dass ihre Organisation rechtzeigt die Voraussetzungen für GDPR schaffen kann. Eine andere: gerade das aktuelle Testdaten-Management für Anwendungen entspricht nicht den Compliance-Anforderungen der GDPR, so die Umfrage. Tatsächlich glauben nur 31 Prozent der insgesamt 200 Befragten, dass die Testverfahren ihrer Organisationen mit GDPR vereinbar sind.

GDPR und die Folgen

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung dürfte eine der grundlegendsten Veränderungen im Datenschutzbereich der letzten 20 Jahre sein. Sie will den Schutz persönlicher Daten, die von Unternehmen gespeichert werden, erhöhen. Das Gesetz enthält neue Bestimmungen für die Erfassung und Aufzeichnung personenbezogener Daten und die Aktivitäten zur Datenverarbeitung, die intensive Dokumentation von IT-Verfahren sowie die Durchführung von Risikobewertungen. Verstöße sind innerhalb von 72 Stunden zu melden. Die GDPR tritt im Mai 2018 in Kraft. Unternehmen, die ab dann mit Firmen innerhalb der EU Geschäfte machen wollen, müssen diese Verordnung einhalten, sonst drohen hohe Strafen.

»Zunehmende Globalisierung bedeutet, dass Regulierungen wie GDPR schneller und intensiver spürbar werden als viele das wahrhaben wollen«, erklärt Jeff Scheaffer, General Manager Continuous Delivery bei CA Technologies. »Neben der GDPR-Definition von persönlichen Daten sollen hohe Geldstrafen IT- und Applikations-Teams in höchste Alarmbereitschaft versetzen, um persönliche Daten über Entwicklungs- und Testumgebungen hinweg zu schützen. Die Strafen belaufen sich auf 20 Millionen Euro oder 4 Prozent der jährlichen Gesamteinnahmen eines Unternehmens – je nachdem was höher ist.«

Die Realität sieht anders aus

Doch es gibt auf dem Weg zu GDPR Compliance noch viel zu tun. Die Studie mit dem Titel »EU General Data Protection Regulation: Are you ready for it?« hat Unternehmen in den USA und Großbritannien nach dem Stand ihrer Vorbereitungen gefragt. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Teilnehmer ist sich nicht sicher, ob ihr Unternehmen zwei der Schlüsselauflagen von GDPR erfüllen kann – auch bekannt als das »Recht auf Vergessen werden« und das »Recht auf Datenportabilität«.

Wenn es um die Identifizierung, Löschung und Bereitstellung von Kundendaten geht:

  • waren nur 33 Prozent der Befragten sehr zuversichtlich, dass jede einzelne Information aus Kundendaten sofort über alle Systeme und Anwendungen identifiziert werden kann.
  • waren nur 34 Prozent absolut zuversichtlich, dass ihre Organisation Einzelheiten aus (Test-)Daten von Kunden ohne Verzögerung löschen kann.
  • wären weniger als die Hälfte (43 Prozent) vollständig in der Lage, ihren Kunden ihre Daten zur Verfügung zu stellen – in einem Format, dass für diese zugänglich ist und in andere Formate umgewandelt werden kann.
  • sagen überraschenderweise 10 Prozent, dass sie hierzu überhaupt nicht in der Lage sind.

Die Hürden auf dem Weg

Die Studie zeigt: Organisationen müssen ihre Kernprozesse ändern. Denn 90 Prozent der Teilnehmer berichten, dass die Verordnung einen Einfluss darauf haben wird, wie sie persönliche Daten außerhalb der EU sammeln, übermitteln, nutzen, verarbeiten, speichern und senden beziehungsweise empfangen. 88 Prozent der Studienteilnehmer sehen in folgenden technologischen Herausforderungen ein potenzielles Risiko für die Konformität mit GDPR:

  • Sensible Daten werden uneinheitlich gespeichert (54 Prozent)
  • Mehrere Kopien von Produktionsdaten werden über das gesamte Unternehmensnetzwerk hinweg gespeichert (48 Prozent)
  • Technische Altlasten oder schlecht verstandene Datenmodelle (30 Prozent)
  • Ad-hoc-Teilen von Testdaten über persönliche Testmaschinen hinweg (25 Prozent)

Um die GDPR-Deadline vom 25. Mai 2018 einhalten zu können, haben fast neun von zehn (89 Prozent) der Unternehmen festgestellt, dass sie in neue Technologien und Services investieren müssen, unter anderem in Technologien für Verschlüsselung (58 Prozent), Analytics und Reporting (49 Prozent) und Testdatenmanagement (47 Prozent).

»Unternehmen, die einen bedeutenden Teil ihrer Geschäfte mit der EU und ihren Bürgern machen, müssen ihre Herangehensweise im Bereich Testdatenmanagement überdenken und in Prozesse und Tools investieren, die die Erfüllung der GDPR-Compliance-Standards sicherstellen. Nur so können sie in der heutigen digitalen Welt weiterhin Handel treiben und wettbewerbsfähig bleiben«, so Scheaffer.

[1] Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter: https://www.ca.com/gdpr
CA Technologies wird seine Kunden mithilfe des breiten Portfolios an Lösungen aus Bereichen wie Testdatenmanagement, Sicherheit, API Management und Mainframe weiterhin unterstützen, damit sie die GDPR-Auflagen erfüllen. Mit diesen Innovationen können Organisationen sich selbstbewusst auf die Customer Journey begeben, um Daten in Mainframe-, Distributed-, Cloud- und Mobile-Umgebungen zu schützen.  Weitere Informationen: – eBook, CA World

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