Digitale Technologien können CO2-Emissionen halbieren

Illustration: Rasov Absmeier

■  Einsparpotenzial von 288 Millionen Tonnen bis 2030 in Deutschland.

■  Smarte Lösungen erfordern intelligente Kommunikations-, Energie- und Verkehrsnetze.

 

Digitale Technologien können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die deutschen Klimaziele zu erreichen. Im Zeitraum von 2014 bis 2030 haben ITK-Lösungen das Potenzial, die CO2-Emissionen um 288 Millionen Tonnen zu verringern. Das entspricht mehr als der Hälfte der Einsparziele von 562 Millionen Tonnen in den Sektoren Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft. Das teilt der Digitalverband Bitkom anlässlich der Weltklimakonferenz 2017 mit.

»Weiter-so ist in der Klimapolitik keine Option. Die neue Bundesregierung muss die enormen Chancen der Digitalisierung für den Klima- und Umweltschutz ganz konsequent nutzen«, sagt Bitkom Präsident Achim Berg. Voraussetzung sei der Ausbau schneller und intelligenter Infrastrukturen. »Wir brauchen hochleistungsfähige und digital ertüchtigte Kommunikations-, Energie- und Verkehrsnetze.«

Verkehrssektor

Große Einsparpotenziale birgt etwa der Verkehrssektor, in dem die CO2-Emissionen durch digitale Technologien um knapp 40 Prozent auf 115 Millionen Tonnen verringert werden können. Allein in München stehen Pendler jedes Jahr ganze zwei Tage im Stau. Intelligente Verkehrsleitsysteme können verstopfte Straßen entlasten, Unfallzahlen verringern und zudem das Klima schonen. In einigen Ländern sind Systeme auf Basis von GPS- und Sensorinformationen sowie Kameras bereits Praxis und werden weiter ausgebaut, zum Beispiel in Singapur. »Intelligente Verkehrsleitsysteme reduzieren Staus, Unfälle und CO2-Emmissionen. Aus Basis der Technologien und Daten lassen sich weitere Anwendungen wie mobile Apps zur Suche freier Parkplätze entwickeln, was wiederum Zeit und Ressourcen spart«, sagt Berg.

Energiesektor

Im Energiesektor haben lastvariable und tageszeitabhängige Tarife ein Steuerungspotenzial von bis zu 20 Prozent in Hochlastzeiten – das bedeutet bis zu einem Fünftel weniger Strombedarf aus fossilen Energieträgern und dementsprechend weniger CO2-Emissionen. Berg: »Es kann nicht sein, dass Verbraucher immer den gleichen Strompreis zahlen, egal ob die Sonne scheint und der Wind weht oder nicht. Für smarte Tarife, die auch gut für die Umwelt sind, brauchen wir schnelle und intelligente Energienetze und intelligente Stromzähler.«

[1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben zum CO2-Einsparpotenzial in Deutschland ist die Studie #SMARTer2030 der Global e-Sustainability Initiative (GeSI) sowie der World Development Report der World Bank Group.

 


 

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