Fachkräfte-Akquise 2023: 7 erfolgsversprechende Maßnahmen

Illustration: Absmeier Sandro Katalina

Authentisches Auftreten, flexible Arbeitsmodelle und Vertrauen sorgen für Erfolge auf dem weltweiten Arbeitsmarkt.

 

Die Internetwirtschaft – ob Cloud-Start-up, IT-Mittelständler oder Internet-Konzern – braucht 2023 dringend mehr IT-Fachkräfte jedes Qualifikationsniveaus. Der Mangel an MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)-Fachkräften erreicht 2023 voraussichtlich neue Höchstmarken. Bereits Ende 2022 fehlte die Rekordzahl von rund 326.000 dieser Fachkräfte in Deutschland, hat der MINT-Herbstreport des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) ermittelt [1].

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»Der Wettstreit um die besten Köpfe tobt weltweit. Deutsche Arbeitgeber sind erfolgreicher, wenn sie 2023 attraktive Arbeitsbedingungen bieten und diese auch authentisch kommunizieren«, sagt Lucia Falkenberg, CPO (Chief People Officer) und Sprecherin der Kompetenzgruppe New Work im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. »Erwartet werden Flexibilität, diverse Teams und sinnstiftende Tätigkeiten. Arbeitgeber, die 2023 eine Kultur der Diversität und Eigenverantwortung leben, binden Mitarbeiter langfristig und brauchen Quiet Quitting und Great Resignation nicht zu fürchten. Besonders die Internetwirtschaft ist Wegbereiterin dafür, Arbeit neu zu denken und Freiheit, Sinn und Vielfalt im Job zu fördern.« Für das Jahr 2023 nennt Lucia Falkenberg sieben Vorsätze, mit denen Unternehmen attraktiver für IT-Spezialistinnen und IT-Spezialisten werden.

  • Schaffen Sie eine Unternehmenskultur, die auf Vertrauen fußt. Führungskräfte in der digitalen Welt – Digital Leader – setzen auf Vertrauen, Transparenz und Partizipation. Sie fungieren als Moderatoren und als Coach digitaler, örtlich verteilter Wertschöpfungsnetzwerke. Diese Eigenverantwortung sorgt dafür, dass die Menschen gerne für ihr Unternehmen arbeiten, erst recht, wenn sie darin einen tieferen Sinn finden. In den Mittelpunkt rückt der englische Begriff »Purpose« und die Frage »Wofür arbeite ich und wozu leiste ich meinen Beitrag?«
  • Bieten Sie die Chance, Arbeitsort und der Arbeitszeit flexibel zu wählen. Immer mehr Mitarbeiter entscheiden sich für mobile Arbeitsmodelle und sind etwa auch aus dem Ausland oder im Rahmen der 4-Tage-Woche tätig. Der Trend geht zu Work-Life-Blending, das heißt Berufliches und Privates stärker zu vermischen
  • Holen Sie Ihre weiblichen Fach- und Führungskräfte in die erste Reihe, um aktiv um weibliche Fachkräfte zu werben. Nur ein Viertel der IT- und Tech-Fachkräfte weltweit sind Frauen, in Europa fällt der Frauenanteil mit 18,5 Prozent noch geringer aus [2]. Eine von Diversität geprägte Unternehmenskultur und Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern, helfen Ihnen dabei, weibliche Fachkräfte zu finden. Weitere Tipps gibt ein Whitepaper der eco Initiative Ladies in Tech (LiT) [3].
  • Setzen Sie auf Diversität. Ihre Unternehmenskultur sollte die Vielfalt und die Unterschiede in der Belegschaft fördern – nicht nur hinsichtlich des Geschlechts, sondern auch bei Alter, Herkunft, Religion und sexueller Orientierung. Rekrutieren Sie über den eigenen Tellerrand hinaus und sprechen Sie beispielsweise Quereinsteiger an oder Fachkräfte in anderen Städten oder im Ausland – der Arbeitsmarkt 2023 ist die ganze Welt.
  • Kommunizieren Sie authentisch. Nur wer echt kommuniziert, kann andere mitreißen. Vermitteln Sie nur Werte, zu denen Sie auch wirklich stehen. Gestalten Sie auch Ihr Employer Branding authentisch und vermeiden Sie nichtssagende Phrasen. Vermitteln Sie Bewerbern stattdessen ein klares und unverfälschtes Bild davon, wofür Ihr Unternehmen steht.
  • Bieten Sie moderne, offene Workspaces. Wer nicht zuhause, sondern im Büro arbeiten möchte, sollte die Chance dazu haben – mit Shared-Desk-Büros, Meeting-Räumen und Bereichen für konzentrierte Stillarbeit. Auch Räume mit Möglichkeiten für persönliche Gespräche und Networking sind wichtig, um den Teamzusammenhalt und die Identifikation mit dem Arbeitgeber zu stärken.
  • Qualifizieren Sie Ihre Mitarbeitenden fortlaufend. Investitionen in die Fortbildung der Belegschaft zahlen sich aus und machen Mit-Arbeitende fit für die Zukunft. Internes Know-how kann über Mentoring-Programme oder betriebsinterne Inhouse-Schulungen weitergegeben werden. Ergänzen Sie das durch externes Know-how in Form von Trainings und Schulungen.

 

[1] https://www.iwkoeln.de/studien/christina-anger-julia-betz-enno-kohlisch-axel-pluennecke-mint-sichert-zukunft.html

[2] https://ec.europa.eu/eurostat/en

[3] https://lit.eco.de/whitepaper-download-frauen-in-tech/