Privacy Shield – investieren Sie in den Datenschutz

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»Die Europäische Kommission hat am 12.7.2016 Privacy Shield verabschiedet, das nach dem Scheitern von Safe Harbor nun regeln soll, wie personenbezogene Daten aus der EU in die USA zu transferieren sind. Das Abkommen tritt in Kürze in Kraft – ab dem 1. August sollen sich Unternehmen dann von den USA bescheinigen lassen können, dass sie die Bedingungen für Privacy Shield erfüllen. Deutsche Unternehmen sollten dies zum Anlass nehmen, sich verbindlich um Datenschutz zu kümmern! Im Sinne ihrer Kunden und im Sinne ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Privacy Shield ist umstritten.

Für viele Datenschützer ist es zu weit von dem entfernt, was der Europäische Gerichtshof beim Kippen von Safe Harbor verlangt hat. Es biete zu viele Datenschutzschlupflöcher. Auch ich sehe die Regelung als verbesserungswürdig an. Nur ein Beispiel: Das US-Handelsministerium begleitet auch bei Privacy Shield – wie zuvor bei Safe Harbor – die sogenannte Selbst-Zertifizierung der betroffenen Unternehmen und bislang fehlt es an einer Prüfung der nationalen Aufsichtsbehörden, ob die Änderungen am Zertifizierungsverfahren hinsichtlich einer flächendeckenden Kontrolle durch die US-Unternehmen ausreichend sind. Es wird also noch weiterer Maßnahmen bedürfen.

Doch ich spreche aus meiner 20-jährigen Beratungs- und Produktentwicklungs-Erfahrung, wenn ich sage, Datenschutz ist keine Bürde, sondern ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen. Und die Positionen rund um die Safe-Harbor-Privacy Shield-Debatte machen deutlich, wo die Datenschutz-Reise hingeht: Der Verbraucher und seine persönlichen Daten stehen unter dem Schutz gesetzlicher Regelungen und Unternehmen, die in Europa Geschäfte machen, müssen sich strikt daran halten.

Datenschutz als USP.

Man kann es auch positiv formulieren: Der Datenschutz in Europa hat neue Impulse bekommen. Die rechtlichen Verschärfungen beleben den Markt. Unternehmen, die bereits jetzt datenschutzkonform arbeiten, gewinnen einen neuen USP. Die Auseinandersetzung mit allen Prozessen, die personenbezogene Daten berühren, wird somit zu einem Wettbewerbsvorteil und zu einer Versicherung für jedes Unternehmen.

Das weist vor allem Chief Marketing Officers und IT-Entscheider eine ganz neue Rolle zu: Sie müssen einen ganz intensiven Blick auf den Datenschutz werfen und nun auch rechtliche Konsequenzen bei ihren Marketingstrategien beziehungsweise IT-Investitionen bedenken. Wir empfehlen und bieten als Beratungsleistung ein Assessment als Grundlage für eine Optimierung der datenschutzrelevanten Vorgänge an. Schon in ersten Gesprächen kann für die Marketing- und Datenschutzverantwortlichen viel Klarheit über die Anwendungs- und Datenlandschaft hergestellt werden. Mögliche Änderungen betreffen viele Abteilungen innerhalb des Unternehmens und können zu einer Entscheidung für ein datensicheres Customer-Engagement-System führen, mit dem alle personenbezogene Daten zentralisiert werden. Hier herrscht also Abstimmungsbedarf.

Mein Appell daher an alle, die mit sensiblen Kundendaten arbeiten: Investieren Sie in den Datenschutz und damit in Ihre Wettbewerbsfähigkeit. Denn Datenschutz ist Markenschutz. Investitionen in sichere Daten zahlt sich aus, weil Kunden und Partner die Bemühungen zu schätzen wissen.«

autor Andres_Dickehut_CEO_Consultix_GmbHAndres Dickehut

Andres Dickehut ist geschäftsführender Gesellschafter des von ihm 1994 gegründeten Unternehmens Consultix. Flaggschiff des Technologieführers bei der Verarbeitung personenbezogener Daten ist das Secure Customer Engagement Hub ProCampaign. Der Fokus von Dickehut liegt auf globalem Digital Marketing, CRM, Customer LifeCycle und E-Commerce.


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