Sichere Cloud: BSI stellt aktualisierten C5-Katalog vor

Seit seiner Veröffentlichung 2016 hat sich der »Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue« (C5) des BSI zum etablierten und vielfach national und international umgesetzten Standard der Cloud-Sicherheit entwickelt. Da Cloud-Techniken schnellen Innovationen unterworfen sind, hat das BSI den C5 nun einer umfassenden Revision unterzogen. Der überarbeitete und aktualisierte C5 wurde heute im Rahmen einer Veranstaltung in Frankfurt am Main vorgestellt.

 

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»Mit dem C5-Kriterienkatalog gestalten wir erfolgreich die Informationssicherheit in einem wichtigen Bereich der Digitalisierung. Der C5 wird von Cloud-Anbietern aller Größen zum Nachweis der Sicherheit von Cloud-Diensten verwendet. Diese Erfolgsgeschichte des C5 zeigt, dass Cybersicherheit ›Made in Germany‹ weltweit ein integrierter Bestandteil innovativer digitaler Angebote sein kann, die uns allen mehr Komfort, Effizienz und Effektivität ermöglichen«, betont BSI-Präsident Arne Schönbohm.

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Die Aktualisierungen des C5-Kriterienkatalogs umfassen sowohl die formalen Regelungen als auch die Kriterien des C5, die an den aktuellen Stand der Technik angepasst wurden. Dabei sind die Erfahrungen von Cloud-Nutzern, -Anbietern und -Prüfern in die Revision eingeflossen. Der C5 enthält außerdem eine neue Domäne zur Produktsicherheit und berücksichtigt damit nun auch die Regelungen und Anforderungen des 2019 in Kraft getretenen EU Cybersecurity Acts. Zudem wurde – insbesondere für kleinere Cloud-Anbieter – der Nachweisweg über die direkte Prüfung eröffnet.

 

Über den C5-Kriterienkatalog des BSI

Der »Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue« (C5) richtet sich an professionelle Cloud-Diensteanbieter, deren Prüfer und Kunden. Der C5 legt fest, welche Kriterien das interne Kontrollsystem der Cloud-Anbieter erfüllen muss beziehungsweise auf welche Anforderungen der Cloud-Anbieter mindestens verpflichtet werden sollte. Der Nachweis, dass ein Cloud-Anbieter die Anforderungen des Katalogs einhält und die Aussagen zur Transparenz korrekt sind, wird durch Bericht nach dem Wirtschaftsprüferstandard ISAE 3402 beziehungsweise IDW PS 951 erbracht. Dieser Bericht basiert auf einer Prüfung nach dem internationalen Wirtschaftsprüferstandard ISAE 3000.

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Mehr Informationen: https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/DigitaleGesellschaft/CloudComputing/Kriterienkatalog/C5_AktuelleVersion/C5_AktuelleVersion_node.html

 


C5:2020 – Die Neuerungen im Überblick

 

Zwei neue Bereiche für Sicherheitskriterien

Der neue Bereich Produktsicherheit fokussiert, anders als die anderen Teile des C5, auf die Sicherheit des Cloud-Dienstes selbst, nicht auf die Erbringung des Dienstes. Beispielsweise wird gefordert, dass der Cloud-Anbieter Leitfäden zur sicheren Konfiguration des Dienstes bereitstellt oder es werden Kriterien an das Session-Management formuliert. Die Anforderungen aus dem Bereich Produktsicherheit sind unter anderem aus dem EU Cybersecurity Act abgeleitet.

Der Bereich Umgang mit Ermittlungsanfragen staatlicher Stellen soll einen angemessenen Umgang mit Ermittlungsanfragen staatlicher Stellen hinsichtlich juristischer Überprüfung gewährleisten.

 

Überarbeitung von Sicherheitskriterien

Die bestehenden Sicherheitskriterien wurden zum Teil grundlegend überarbeitet, um die Qualität weiter zu erhöhen und Trends, wie zum Beispiel das Thema »DevOps«, besser berücksichtigen zu können.

Zu jedem Sicherheitskriterium gibt es nun Hinweise, ob und ggf. wie es im Rahmen einer kontinuierlichen Auditierung geprüft werden kann.

Im Cloud Computing ist eine transparente Teilung von Aufgaben und Verantwortung zwischen Cloud-Anbieter und -Kunde sehr wichtig. Mit den korrespondierenden Kriterien werden diese Schnittstellen beschrieben, um dem Cloud-Kunden seinen Anteil bei der sicheren Nutzung eines Cloud-Dienstes deutlich zu machen.

 

Ermöglichung einer direkten Prüfung

Bisher musste der Cloud-Anbieter vor einer Prüfung eigenständig eine Systembeschreibung erstellen und vorlegen. Diese umfasst eine formale Beschreibung der eigenen Umgebung zusammen mit den ergriffenen Maßnahmen. Mit dem C5:2020 gibt es nun auch die Möglichkeit der direkten Prüfung, bei dem der Prüfer eine vergleichbare Beschreibung während des Prüfvorganges erstellt. Die direkte Prüfung ist aus Sicht des BSI insbesondere für Cloud-Anbieter geeignet, die ihre vollständige Beschreibung des dienstleistungsbezogenen internen Kontrollsystems noch nicht abgeschlossen beziehungsweise ausreichend detailliert dargestellt haben.

 

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