Digitalisierung der Logistik wird in Hamburg vorangebracht

■  Startschuss für den Digital Hub Logistics in der Hansestadt.

■  9 von 10 Unternehmen arbeiten in der Logistik bislang noch nicht mit Start-ups zusammen.

 

Von selbstfahrenden Lastwagen und Schiffen über autonome Drohnen bis hin zu selbstlernenden Bestellsystemen: Dank der Digitalisierung steht die Logistik in den kommenden Jahren nicht nur vor Veränderungen, sondern vor einer echten Revolution. Damit Unternehmen aus Deutschland auch künftig Leitanbieter in der Logistik bleiben, ist in Hamburg durch Wirtschaftssenator Frank Horch der Startschuss für den Digital Hub Logistics gegeben worden.

Rund 30 Unternehmen haben bereits ihre Bereitschaft zur Mitarbeit und Unterstützung erklärt, damit Global Player, Mittelständler und vor allem auch Start-ups gemeinsam an innovativen digitalen Lösungen rund um die Logistik forschen und marktreife Produkte entwickeln können.

Aktuell arbeiten nur rund 7 Prozent aller deutschen Unternehmen im Bereich der Logistik mit Start-ups zusammen [1]. 9 von 10 Unternehmen (90 Prozent) sind keinerlei Kooperationen eingegangen. Dabei gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto weniger wahrscheinlich ist bislang der Kontakt mit Start-ups. Bei den Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern arbeiten 97 Prozent nicht mit Start-ups zusammen, bei denen mit 500 oder mehr Mitarbeitern sind es mit 70 Prozent deutlich weniger.

»Deutschland ist in der Logistik zweifellos Weltmarktführer – und die Logistik ist heute schon eine der digitalsten Branchen überhaupt«, sagte Bitkom-Geschäftsleiter Dr. Joachim Bühler. »Angesichts des rasanten Innovationstempos müssen wir aber alles dafür tun, dass wir bei disruptiven Entwicklungen wie Artificial Intelligence und autonomen Fahrzeugen ganz vorne mit dabei sind. Gerade Mittelständler können durch die Zusammenarbeit mit Start-ups enorm profitieren und ihren digitalen Horizont erweitern, umgekehrt bietet sich Start-ups die Möglichkeit, konkrete Probleme zu lösen und erste Kunden zu gewinnen.«

Hamburg bildet künftig mit Dortmund einen Twin-Hub für die Logistik. Während es im Ruhrgebiet um die Intralogistik und den Einsatz des Internet of Things (IoT) für die Logistik geht, liegt der Schwerpunkt in Hamburg auf den maritimen Logistikketten sowie City-Logistik. In und um Hamburg haben 12.000 Logistikunternehmen mit zusammen mehr als 330.000 Beschäftigten ihren Sitz. Unter anderem soll in der Hansestadt ein Next Logistics Accelerator entstehen, der innerhalb von zwei Jahren insgesamt 20 Logistik-Start-ups in ihrer Gründungsphase fördern soll. Bühler: »In den kommenden Monaten wird das Hub-Konzept vor Ort weiter entwickelt. Unternehmen, die die Digitalisierung der Logistik nicht nur bewältigen, sondern gestalten wollen, haben dazu in Hamburg jetzt die Chance.«

Weitere Digital Hubs sind bereits in Frankfurt (FinTech) und München (Mobility) gegründet worden, in Berlin entsteht ein Hub zu IoT. Weitere Standorte für Hubs rund um die deutschen Leitindustrien werden auf dem Digitalgipfel der Bundesregierung am 12./13. Juni in Ludwigshafen bekanntgegeben.

 

[1] Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat.Dabei wurden 508 Unternehmen ab 50 Mitarbeitern mit Logistikprozessen aus allen Branchen befragt. Die Fragestellung lautete: »Wenn Sie an den Logistikbereich Ihres Unternehmens denken: Wie würden Sie das Verhältnis zu Start-ups der Internet- und Digitalbranche beschreiben?«

 


 

Nie wieder Stau und Lkws, die von alleine fahren: moderne Technologie für die Logistik

 

Selbstfahrende Autos, lernfähige Systeme und urbane Logistik sind drei der wichtigsten Trends, die 2017 die Logistikbranche beschäftigen werden. Dahinter liegt modernste Technologie; wer sie zu nutzen versteht, kann von den Trends profitieren – solange die eigene Basis stimmt. Die Software AG fasst zusammen, welche Technologien an Bedeutung gewinnen:

  1. Selbstfahrende Autos

Weniger Unfälle, günstigere Versicherungen, bessere Fahrweise und weniger Verbrauch – das versprechen die Hersteller führerloser Autos und Lkw. Technisch sind wir nicht mehr weit entfernt davon. Die letzten Bedenken sind zwar noch nicht ausgeräumt, doch laut Roland Berger fließen 85 Prozent der Entwicklungskosten für »Automated Trucks« in Software. Mit Erfolg: Vor einem Jahr fuhr der erste autonome Lkw auf der A8 bei Stuttgart, und in kontrollierten Umgebungen verladen heute Gabelstapler ihre Paletten bereits ohne Fahrer. 2017 wird ein heißes Jahr für autonomes Fahren, besonders für Logistiker.

  1. Lernfähige Systeme

Nicht nur Google und IBM setzen auf Machine Learning, auch in der Logistik lösen lernfähige Systeme bereits Probleme. Amazon setzt im Forschungszentrum Berlin auf ein System, das automatisch die Größe von Paketen vorhersagt und regionale Prognosen zum Bedarf bestimmter Produkte erstellt. Selbstlernende Software soll in Zukunft Sendungsinformationen lesen und verstehen sowie ganze Arbeitsgänge vollautomatisch kontrollieren können. Dafür müssen große Datenmengen zusammengetragen und mit massivem Aufwand analysiert werden. Diese Entwicklung kostet, Logistikunternehmen zögern daher vor einer Adaption. Doch der schnelle Fortschritt und sinkende Kosten bei Computing, Speicher und Hardware wird diesen Trend schon bald Realität werden lassen.

  1. Urbane Logistik

Städte werden immer voller, der Verkehrsinfarkt ist Alltag. Einige Logistikunternehmen wollen eine kooperative Belieferung in Ballungsräumen anbieten und Warenströme bündeln. Intelligente und mobile Warenübergabesysteme sowie Elektromobilität für den urbanen Wirtschaftsverkehr versprechen eine grünere, effizientere Zukunft für Städte. Die technologische Infrastruktur ist hier weitestgehend vorhanden. Lediglich die Vernetzung und Koordination der Beteiligten steht noch aus. Dies zeigt, dass Logistiktrends oft direkt mit der technischen Entwicklung zusammenhängen.

Fazit: Erst vorsorgen, dann Trends nutzen

Die IT-Infrastruktur vieler Logistiker ist bereits auf einem sehr ausgereiften Stand. Doch bei der Nutzung ist noch viel Luft nach oben. Sich selbstständig steuernde Systeme, die Informations- und Güterflüsse aktiv und so autonom wie möglich lenken, sind der nächste Schritt. Zuerst muss jedoch die Basis stimmen.

»Mit innovativer Technologie lassen sich viele Probleme von heute lösen«, ermutigt Werner Rieche, Geschäftsführer der Software AG Deutschland. »Die Grundlage hierfür bietet eine flexible, digitale Business-Plattform, die bereits heute vielfach zum Einsatz kommt und nach Bedarf notwendige Komponenten ergänzt. So können Logistiker die transportierten Güter und Waren hinsichtlich Standort und Außeneinflüsse überwachen, Leerfahrten reduzieren, Kapazitäten erhöhen und eine verbesserte Visibilität schaffen.«

Beispiel: Digital Business Platform

Mit einem solchen Herzstück steht der Digitalisierung nichts mehr im Wege. Eine Plattform wie die Digital Business Platform bietet eine zentrale Stelle, an der alle Informationen zusammenlaufen. Dies ermöglicht die Sammlung sämtlicher für das Liefernetzwerk relevanten Informationen sowie deren Aufbereitung und Analyse, um durch gesteigerte Visibilität und Kontrolle den Grad der Automatisierung zu erhöhen. So lassen sich zudem fundierte Entscheidungen leichter, schneller und verlässlicher als bisher treffen. Dem Ziel der sich selbst steuernden Systeme ist man dann einen Schritt näher gekommen. Für die Zukunft der Logistik ist eine umfassende digitale Business-Plattform daher bereits heute eine wichtige Investition.

 


 

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