Fünf Tipps für sichere Cloud-Nutzung

Ab in die Cloud? Aber sicher!

Illustration: Absmeier, Pixabay

Die Cloud-Technologie hat in den vergangenen Jahren nicht nur den IT-Markt, sondern auch die Geschäfts- und Arbeitswelt stark verändert. Im Zuge der Digitalisierung und Vernetzung von Geschäftsprozessen hat die Datensicherheit außerdem eine neue Bedeutung erlangt. Diese Relevanz hat auch der Gesetzgeber erkannt und ergänzend zu bestehenden branchenspezifischen Vorgaben mit der DSGVO ein Instrument geschaffen, das die Durchsetzung des Datenschutzes auch in der digitalen Welt auf breiter Ebene ermöglicht. Mit dieser Entwicklung sind die Auswirkungen von IT-Sicherheitsvorfällen nun deutlich unmittelbarer wirtschaftlich spürbar, da mit Datensicherheitsverstößen Haftungsfragen einhergehen und das Vertrauen der Kunden Schaden nehmen kann. Mit großer Skepsis wird angesichts komplexer Anforderungen in vielen Unternehmen daher der Umzug in die Cloud betrachtet. Dabei sind Daten in der Cloud prinzipiell überaus sicher. Risiken für Datenverluste oder Sicherheitsvorfälle entstehen hingegen dadurch, wie die Cloud genutzt wird. Theoretisch können bereits kleine Unachtsamkeiten der Nutzer massive Datenverluste nach sich ziehen – die darüber hinaus womöglich nicht sofort vom Unternehmen entdeckt werden können. Verschärft wird dieses Risiko dadurch, dass Cyberkriminelle dies erkannt haben und ihre Angriffstaktiken auf Schwachstellen in der Nutzung erweitert haben.

Die Herausforderung für Unternehmen besteht also darin, einerseits die gesetzlichen Anforderungen an den Datenschutz zu erfüllen und außerdem sicherzustellen, dass die Nutzung der Cloud möglichst sicher erfolgt. Zwar bringt jedes Unternehmen in dieser Hinsicht individuelle Voraussetzungen mit, doch im Allgemeinen sind die folgenden fünf Aspekte ein geeigneter Ausgangspunkt:

 

  1. Eng mit dem Cloud-Provider zusammenarbeiten

Was die Datensicherheit anbelangt, besteht in der Cloud eine geteilte Verantwortung zwischen Anbieter und Nutzer. Wobei der letztgenannte in der Lage sein muss, nachzuweisen, dass er bei der Auswahl des Anbieters größte Sorgfalt hat walten lassen. Dafür sollte zu Beginn Klarheit darüber bestehen, für welche Datenarten Cloudanwendungen genutzt werden sollen. Sind auch personenbezogene Daten betroffen, muss im Sinne der DSGVO geklärt werden, ob die Daten ausschließlich innerhalb des EU-Raums verarbeitet, gespeichert und gesichert werden. Ebenso sollten Nutzer sich vergewissern, dass ihr Anbieter über einen geeigneten Malware-Schutz und ausreichende Wiederherstellungsmechanismen verfügt. Falls der Anbieter mit Subunternehmen zusammenarbeitet, sollte vertraglich festgehalten werden, dass alle Vereinbarungen auch für diese gelten.

Wichtig für Nutzer ist es darüber hinaus, gemeinsam eine Verfahrensregelung bei Sicherheitsvorfällen zu treffen und die internen Prozesse entsprechend anzupassen, damit die gesetzlich geltenden Meldefristen eingehalten werden können.

 

  1. Intelligenten Malware-Schutz einsetzen

Mit ihren vielfältigen Sharing-Möglichkeiten bergen Cloudanwendungen ein hohes Risiko für die Verbreitung von Malware, beispielsweise durch infizierte Dokumente. Mit dem enormen Aufkommen an Daten und der Schnelligkeit des Austauschs sind signaturbasierte Antivirenlösungen längst überholt. Mit automatisierten Sicherheitslösungen, die in Echtzeit alle Dateien in der Cloud auf Malware überprüfen, kann ein geeignetes Schutzniveau erzielt werden. Idealerweise sollten diese über Machine Learning-Funktionen verfügen, mit denen anhand verhaltensbasierter Analysen auch bislang noch unbekannte Bedrohungen als verdächtig gekennzeichnet und entsprechend eingedämmt werden können.

Dieser Schutz sollte nicht ausschließlich auf die Cloud beschränkt bleiben. Denn die Endpoints, die auf diese Dateien zugreifen, stellen ebenfalls ein Risiko dar. Auch dort sollte es möglich sein, potenziell gefährliche Daten vor ihrem Weg in die Cloud herausfiltern zu können. Der Cloud-Malware-Schutz sollte daher mit den Endpoint-Security-Tools kompatibel oder in einer Lösung enthalten sein.

 

  1. Identitäts- und Zugriffsmanagement implementieren

Die Unternehmens-IT ist nicht mehr ausschließlich auf den Firmenstandort beschränkt. Prinzipiell können Mitarbeiter und mitunter auch externe Auftragsnehmer von überall über ihre Accounts auf die Clouddaten zugreifen. Allein die Zugangsdaten bieten dafür keinen geeigneten Schutz. Mit Identity and Access Management (IAM) kann durch Einbeziehung kontextabhängiger Faktoren das Sicherheitsniveau erhöht werden. Beispielsweise können Richtlinien erstellt werden, in denen definiert wird, dass der Zugriff aus bestimmten Ländern oder über ungesichertes WLAN verweigert wird. Darüber hinaus können die Zugriffsrechte je nach Abteilung, Position, Dokumentenarten, Standort, Endgerät oder Zeiträume verfeinert werden.

 

  1. Datenverschlüsselung und DLP nutzen

Ergänzend zu der Eliminierung von umgebungsbedingten Risiken spielt der unmittelbare Schutz der Daten in der Cloud eine zentrale Rolle. Durch eine Verschlüsselung nach höchstem Standard ist dafür gesorgt, dass Daten bei Verlust für Dritte unbrauchbar sind. Mit zusätzlichen Data Loss Prevention (DLP)-Funktionen erhält die IT-Abteilung einen anwendungsübergreifenden Überblick aller Datenströme, der damit verbundenen Benutzeraktivitäten und ist in der Lage, bei Bedarf kontrollierend einzugreifen.

 

  1. Unternehmensangehörige schulen

In der vernetzten Welt können auch Personen eine Schwachstelle für IT-Umgebungen darstellen. Hacker setzen mittlerweile in hohem Maße auf Social-Engineering-Angriffstaktiken, da diese in der Regel erfolgreicher sind. Mit regelmäßigen Schulungen über aktuelle Betrugsversuche sowie der Möglichkeit, verdächtige Ereignisse mit geringem Aufwand melden zu können, können Mitarbeiter für ihre wichtige Rolle sensibilisiert und in die IT-Verteidigungsstrategie integriert werden.

 

Datensicherheit in den Fokus rücken

Die Notwendigkeit all dieser Sicherheitsmaßnahmen auf verschiedenen Ebenen zeigen auch auf, wie die Anforderungen der Datensicherheit und die Besonderheiten der Cloud-Technologie zusammenwirken. Unternehmen müssen dafür Sorge tragen, dass die von ihnen verarbeiteten Daten stets sicher sind – und dies beschränkt sich nicht auf den Cloud-Speicherort, sondern schließt potenzielle Risiken für Datenverluste, die durch die Nutzung der Cloud entstehen könnten, mit ein. Ergänzend zum traditionellen Schutz des eigenen Netzwerks müssen Unternehmen auch alle Übertragungswege in die Cloud sichern. Ein lückenloser Schutz kann am besten erzielt werden, wenn ausgehend von den Daten und ihren Verarbeitungswegen geeignete Sicherheitsmaßnahmen entwickelt werden.

 

Michael Scheffler, Regional Director Central and Eastern Europe, Bitglass

 

2605 Artikel zu „Cloud Sicherheit“

Markt für E-Mail-Sicherheit boomt, da sich Cyberangriffe häufen und Unternehmen zunehmend Cloud-Mailboxen nutzen

Für integrierte Lösungen, die mit mehrstufigen, komplexen Angriffen umgehen können, werden erhebliche Wachstumschancen bestehen, so Frost & Sullivan. E-Mail ist zum bevorzugten Medium für die Verbreitung von Malware und Malware-freien Angriffen geworden, und Hacker haben begonnen, Social-Engineering-Techniken für das Vorgeben, jemand anders zu sein, und andere Formen von Täuschung und Betrug einzusetzen. Die ständig wachsende…

Cloud Security: Sechs Maßnahmen für effektive Cloud-Sicherheit

Sicherheitsverantwortung in der Cloud durch Shared-Responsibility-Modell: Unternehmen tragen als Kunden Eigenverantwortung für kritische Bereiche. Die zunehmende Nutzung von Public-Cloud-Ressourcen macht es erforderlich, dass Unternehmen ihre Sicherheitsverantwortung ernster nehmen. Basierend auf dem Modell der geteilten Sicherheitsverantwortung von Anbieter und Kunde ergeben sich einige entscheidende Anforderungen an zuverlässige Cloud-Sicherheit. Sechs grundlegende Maßnahmen für effektive Cloud-Sicherheit helfen das…

Rohde & Schwarz Cybersecurity und Utimaco bieten hardwaregestützte Sicherheit in der Cloud

Mit der Kombination von R&S Trusted Gate des IT-Sicherheitsexperten Rohde & Schwarz Cybersecurity und dem High-Security-Modul von Utimaco bieten die beiden Unternehmen jetzt auch hardwaregestützte Sicherheit in der Cloud. Kryptografisches Material kann separat in einem Hardware-Sicherheitsmodul generiert werden. Somit steht den Kunden zukünftig auch eine zusätzliche Hardwareoption zur Einhaltung höchster Sicherheitsanforderungen mittels R&S Trusted Gate…

Sicherheit in der Cloud: Herausforderungen bei Cloud-First-Strategie bewältigen

Die heutige vernetzte Welt basiert auf der Datenzugänglichkeit von überall, zu jeder Zeit und auf jedem Gerät. Die Geschwindigkeit und Agilität, die mit Hosting-Diensten und -Anwendungen in der Cloud einhergeht, sind für den Erfolg zentral. Die damit verbundenen Vorteile haben Unternehmen in den letzten Jahren gezwungen, zumindest einige und in manchen Fällen sogar alle ihre…

IT-Sicherheitsprognosen 2019 – Fokus auf die Cloud

Im Jahr 2019 werden Cyberkriminelle neue innovative Wege beim Ausnutzen von Sicherheitslücken finden. Sie werden weiterhin IoT-Geräte auf ihrem Radar haben und außerdem in der Cloud nach neuen Möglichkeiten suchen, um gefährdete Anwendungen angreifen zu können. Unternehmen sollten daher daran arbeiten, effektivere Sicherheitslösungen einzusetzen, die aber auch ihr Budget nicht überfordern.

Datensicherheit in der Cloud: Best Practices gegen Man-in-the-Cloud-Attacken

Das Nutzen von Cloud-Services gehört für die Mehrheit der Unternehmen längst zum festen Bestandteil der IT-Strategie. Die Möglichkeit des Datenzugriffs jederzeit und überall bringt zahlreiche Vorteile mit sich, allen voran verbesserte Flexibilität und erhöhte Produktivität. Die gestiegene Popularität dieser Dienste ist jedoch von böswilligen Akteuren nicht unbemerkt geblieben, was neue Arten von Cyberangriffen hervorgebracht hat.…

Die 5 häufigsten Bedenken hinsichtlich der Public-Cloud-Sicherheit

Wer ist eigentlich für die Sicherheit in der Public Cloud verantwortlich? Keine leichte Frage. Vor allem, weil Sicherheitsverletzungen weitreichende Folgen nach sich ziehen können. Aus Sicht von Rackspace sind dies die 5 häufigsten Bedenken von Unternehmen, wenn es um die Public-Cloud-Sicherheit geht:   1) Schützen Amazon, Microsoft und Google meine Cloud nicht? Die Cloud-Sicherheit besteht…

Europas Unternehmen haben Nachholbedarf in Sachen Cloudsicherheit

Nutzung von Cloudanwendungen deutlich gestiegen. Office 365 und AWS auf dem Vormarsch.   Eine aktuelle Studie liefert einen Überblick zur Nutzung von Cloudanwendungen in Europa [1]. Untersucht wurden dafür 20.000 Unternehmen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Italien, Spanien und Großbritannien. Während die Nutzung von Office 365 mit 65 Prozent einen neuen Rekordwert erreicht hat, lässt…

Die Vorteile ausgereifter Cloud-Sicherheitsstrategien

Ein neues Cloud-Security-Maturity-Model mit Benchmarks bietet Unternehmen Orientierung bei der Nutzung von nicht-IT-geführten Cloud-Services. Erfahrene Unternehmen haben doppelt so wahrscheinlich einen Cloud-Security-Architekten eingestellt wie andere Unternehmen.   Netskope stellt den neuen »The Maturity of Cloud Application Security Strategies«-Report vor, in dem die Enterprise Strategy Group (ESG) im Auftrag von Netskope die geschäftlichen Vorteile der Nutzung…

Analytics aus der Cloud – Datensicherheit und technologische Reife sind ausschlaggebend

Siebzig Prozent der befragten weltgrößten Unternehmen sagen, dass Analytics langsamer als andere Geschäftsanwendungen in die Cloud wechselt. Datensicherheit und leistungsschwache, unausgereifte Technologien sind größte Hindernisse.   Für die Mehrheit der größten Unternehmen der Welt (83 Prozent) ist die Cloud der beste Ort für Analytics. Dies ist das Ergebnis der Studie »The State of Analytics in…

Cloud-Sicherheit im Wandel – Unternehmen müssen umdenken

Unternehmen in der EMEA-Region haben häufig Bedenken, wenn es darum geht, Sicherheit in der Cloud umzusetzen. Doch genau dies, für Cloud-Sicherheit zu sorgen und Sicherheitsfähigkeiten aus der Cloud zu nutzen, ist unvermeidlich – und hier zeichnet sich eine Änderung der Denkweise ab. Cybersicherheitsexperten empfinden Veränderungen zu häufig als Verlust der Kontrolle, die sie wiedererlangen müssen.…

Das unsichtbare Sicherheitsnetz Cloud-Backup: Backup- und Disaster Recovery

Viele Unternehmen setzen auf eine Kombination verschiedener Backup-Lösungen, häufig über mehrere Standorte hinweg. Im Krisenfall macht es solch eine Strategie jedoch oft schwierig, Dateien zeitnah wiederherzustellen. Dagegen bieten Cloud-integrierte Lösungen einfaches Testen der Disaster-Recovery-Strategie und im Notfall die rasche Rückkehr zum Normalbetrieb. Daten sind für Unternehmen heute wertvolle Rohstoffe und müssen besser gesichert werden als…

Weitere Artikel zu