Monetarisierung von Self-Tracking-Daten hat großes Potenzial

Etwa ein Fünftel aller Deutschen trackt in mindestens einem Lebensbereich seine Daten. Der Großteil der sogenannten Self Tracker trackt im Bereich Fitness und Gesundheit. Wie die Studie »Quantified Wealth Monitor 2016« zeigt, würden 54 Prozent der Befragten ihre Daten einer Krankenkasse anvertrauen [1].

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Im Zuge der Quantified-Self-Bewegung erfasst bereits ein erheblicher Bevölkerungsteil kontinuierlich Daten über sich selbst. Gleichzeitig entstehen durch die zunehmende Generierung und Speicherung personenbezogener Daten immer detailliertere Datenvorräte über Kunden auf Unternehmensseite. Viele Unternehmen aus traditionellen Branchen wie Banken, Versicherungen und Energie stecken in Ertragskrisen. Sie haben Interesse daran, diese Datenbestände zu monetarisieren, wissen allerdings nicht, mit welchen Verwendungen und unter welchen Umständen die Bürger einverstanden sind. Bei einem Verstoß gegen das Datenschutzempfinden der Verbraucher droht ein erheblicher Imageschaden und der Verlust von Kunden.

Kontrafaktisches Verhalten

In bisherigen Befragungen, die Einstellungen zum Datenschutz auf pauschale Art und Weise abfragen, finden sich regelmäßig große Mehrheiten für die Wichtigkeit der Privatsphäre und weitreichende Nutzungseinschränkungen für die kommerzielle Verwertung von Daten. Das Verhalten der Bürger ist allerdings kontrafaktisch: sowohl in der breiten Nutzung von Online-Diensten als auch in wissenschaftlichen Experimenten zeigt sich eine starke Bereitschaft, die eigenen Daten gegen Dienstleistungen und Prämien einzutauschen.

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Bereitschaft zur Erhebung, Weitergabe und Verwertung personenbezogener Daten

Notwendig ist also eine realistische Untersuchung des Verbraucherverhaltens in Bezug auf die Bereitschaft zur Erhebung, Weitergabe und Verwertung personenbezogener Daten. Für die Suche nach potenziellen Kooperationspartnern bedarf es eines Marktüberblicks über Self Tracking-Anbieter und Online Shops.

Der Quantified Wealth Monitor 2016 von Dr. Grieger & Cie. Marktforschung bietet einen Überblick über die Einstellungen der Verbraucher zum Datenschutz, die Verbreitung von Self Tracking-Anwendungen und die Monetarisierungsmöglichkeiten für verschiedene Daten.

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Unternehmen erhalten neutrale und valide Informationen, um beurteilen zu können, welche Angebote und Prämien auf Akzeptanz stoßen.

Die Basis hierfür ist eine repräsentative Bevölkerungsbefragung mit einer Stichprobengröße von 1.011 in Deutschland lebenden Personen.

Die Studie untersucht unterschiedliche Fragestellungen aus den Bereichen Quantified Self, Big Data, Datenschutz, Online Shopping und Monetarisierung von Daten:

  • Wie wichtig ist den Verbrauchern heute Datenschutz? In welchen Bereichen gilt dies besonders? Was erwarten sie für Entwicklungen in der Zukunft?
  • Welche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen die Verbraucher? Welche Bevölkerungsanteile sind Opfer von Internetkriminalität geworden?
  • Welcher Bevölkerungsanteil ist bereit, Unternehmen persönliche Daten zur kommerziellen Nutzung zu überlassen? Welche Faktoren beeinflussen dies?
  • Für welche Prämien lassen sich Verbraucher zur Übermittlung von Daten gewinnen?
  • Wie weit verbreitet ist das selbstständige Überwachen des eigenen Verhaltens in verschiedenen Bereichen? Wie zufrieden sind die Nutzer von Geräten und Apps aus diesem Bereich?
  • Wie weit verbreitet ist die Akzeptanz von Datenerhebung bei Einkäufen im Internet? Wie zufrieden sind die Nutzer von Online Shops?

Hier einige wesentliche Erkenntnisse aus der Studie:

  • 54 Prozent der Deutschen wären prinzipiell damit einverstanden, ihre selbst erhobenen Daten zum Bewegungsverhalten an die Krankenkasse zu übermitteln – 21 Prozent davon bereits für einen Bonus von 50 Euro im Jahr.
  • Der Weitergabe ihrer Daten an den Arbeitgeber würden 44 Prozent der Bevölkerung für ein zusätzliches halbes Monatsgehalt zustimmen.
  • Ihre Kfz-Versicherung Daten zum Fahrverhalten weiterzugeben käme für 44 Prozent infrage – dafür erwarten sie durchschnittlich einen Bonus von 160 Euro im Jahr.
  • Wer bei seiner letzten Autofahrt mindestens einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung begangen hat, ist erstaunlicherweise eher zur Weitergabe seiner Daten an die Kfz-Versicherung bereit (47 Prozent der männlichen Verkehrsteilnehmer).
  • Bei der Übermittlung von Gesundheitsdaten an Banken sind die Deutschen eher zurückhaltend, doch für eine Ermäßigung von rund 550 Euro würde jeder Dritte zustimmen.
[1] Studie Quantified Wealth Monitor 2016 von Dr. Grieger & Cie. Marktforschung: Potenzial für Monetarisierung von Daten https://www.grieger-cie.de/quantified-wealth.html


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