Nur 13 Prozent IKT-Gründungen durch Frauen

grafik lhlk gründerwettbewerb frauen juni16 (c) LHLK

Frauen sind unter den Gründern nach wie vor in der Minderheit. Von 2014 auf 2015 ist zwar laut »Deutscher Start-up Monitor« ein leichter Anstieg der Gründerinnenzahl zu erkennen – von 10,7 Prozent aller deutschen Start-up-Gründungen auf 13 Prozent – doch von einem Trend lässt sich auf dieser Basis noch nicht sprechen. Ein Start-up wird dabei laut DSM u.a. als technologieorientiertes und/oder innovatives Unternehmen definiert, das jünger als 10 Jahre sein muss.

Dabei schrecken Frauen keinesfalls vor der Selbstständigkeit zurück, denn im allgemeinen Gründungsgeschehen sind Frauen mit 43,3 Prozent vertreten. Noch höher sind die Beteiligungen von Frauen an Existenzgründungen durch freiberufliche Tätigkeiten. So weist der Gründungsmonitor der KfW für das Jahr 2014 in diesem Bereich 56 Prozent Existenzgründungen durch Frauen aus. Zu den Freiberufen zählen publizistische Tätigkeiten, beratende und begutachtende Berufe sowie medizinische Assistenz- und Heilberufe.

Die Gründe für die Zurückhaltung der Frauen bei der Gründung von Start-ups sind Gegenstand aktueller Untersuchungen. Eine Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM Bonn) zeigt jedoch, dass ein Kinderwunsch oder eine Elternzeitunterbrechung in der Erwerbsbiographie dabei, anders als vielleicht erwartet, keinen negativen Einfluss auf das Gründungsverhalten von Frauen haben.

Wolfram Groß, Projektleiter des »Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen«: »Gründungen im IKT-Bereich zählen heute zu den wichtigsten Motoren der Wirtschaft, da von ihnen besonders viele Innovationen geschaffen werden. Im Jahr 2013 lag die Innovatorenquote, also der Anteil an Unternehmen, die innerhalb eines gewissen Zeitraums zumindest ein neues Produkt oder einen neuen Prozess eingeführt haben, in der deutschen IKT-Branche bei 74 Prozent. Dies ist im Branchenvergleich der zweithöchste Wert, nach der Chemie- und Pharmaindustrie, die mit 76 Prozent einen geringfügig höheren Wert aufweist. Wenn wir Frauen dabei unterstützen, ihre innovativen Ideen im IKT-Bereich umzusetzen, könnten wir diesen Wert sogar noch erhöhen. Durch die wachsende Zahl der MINT-Studentinnen, die von rund 60.000 Studentinnen in 2008 auf über 100.000 Studentinnen im Jahr 2014 angestiegen ist, hoffen wir, dass sich nun vermehrt Frauen auf den Weg zum eigenen IKT-Unternehmen machen. Mit dem Gründerwettbewerb möchten wir Frauen gezielt dabei unterstützen, ihre Vorhaben im IKT-Bereich umzusetzen.«

[1] Der »Gründerwettbewerb – Digitale Innovationen« ist ein Ideenwettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), der in zwei Phasen verläuft. In der ersten Phase können sich IKT Start-ups mit einer kurzen Ideenskizze bewerben. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten eine schriftliche Einschätzung ihrer Gründungsidee hinsichtlich Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken. Die Top-50 der ersten Runde haben in Phase 2 die Möglichkeit, ihr Konzept zu überarbeiten. Ausgezeichnet werden schließlich bis zu sechs Gründungsideen mit Hauptpreisen von jeweils 32.000 Euro. Darüber hinaus werden bis zu 15 weitere Gründungsideen mit jeweils 7.000 Euro ausgezeichnet. Jährlich finden zwei Wettbewerbsrunden statt. Die erste Runde des neuen Wettbewerbs startet am 01. Juli 2016. Weitere Informationen unter www.gruenderwettbewerb.de.

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