So stark altert die deutsche Bevölkerung bis 2060

foto magnific

Der demografische Wandel ist in Deutschland in vollem Gang. Wie stark die deutsche Bevölkerung altert, zeigt die Statista-Grafik auf Basis der Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamtes. Die Alterspyramide in Deutschland entwickelt danach bis 2060 immer stärker eine Urnenform – unten schmal und nach oben breiter werdend. Diese Form kommt zustande, weil einerseits die Geburtenzahlen abnehmen und andererseits die Lebenserwartung zunimmt. Gut zu erkennen ist, das demnächst die so genannte Babyboom-Generation in Rente gehen wird. Als Babyboomber werden die geburtenstarken Jahrgänge der Zeit von 1955 bis 1965 bezeichnet. Das Wirtschaftswunder sorgte damals für steigende Geburtenraten. Das staatliche Rentensystem wird daher in den kommenden Jahren großen finanziellen Belastungen ausgesetzt. Für die Prognose wurde eine moderate Entwicklung bei der Entwicklung der Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und der Bevölkerungswanderung (Zu- und Wegzug) angenommen. Auf dieser Seite des Statistischen Bundesamtes können Sie bei diesen drei Annahmen variieren und sich dafür jeweils weitere Alterspyramiden anzeigen lassen [1].

Matthias Janson

https://de.statista.com/infografik/19053/altersaufbau-der-deutschen-bevoelkerung/

 

[1] https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/index.html#!v=2&o=2060v2


Seit wann hat Deutschland ein Geburtendefizit?

In Deutschland sterben seit 1972 jedes Jahr mehr Menschen als geboren werden. Datenbasis der Statista-Infografik ist das Statistische Bundesamt. Dieses Geburtendefizit hat sich zuletzt verstärkt und im vergangenen Jahr vorläufigen Zahlen zufolge mit einen negativen Saldo von 352.000 Menschen einen neuen Negativ-Rekord erreicht. 2025 wurde auch die niedrigste Geburtenzahl seit 1946 registriert: In diesem Jahr kamen rund 654.000 Kinder zur Welt. Neben der steigenden Lebenserwartung nimmt auch der starke Geburtenrückgang der vergangenen Jahrzehnte Einfluss auf die Alterung der deutschen Bevölkerung. 1950 wurden auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland gut 1,1 Millionen Kinder geboren, 2024 waren es rund 680.000.

Besonders stark stiegen die Geburtenzahlen Ende der 1950er Jahre und erreichten 1964 mit knapp 1,4 Millionen Neugeborenen einen Höchststand. Nach diesem sogenannten Babyboom folgte ein starker Rückgang der Geburten. Wichtige Faktoren hierfür waren unter anderem die mit der Emanzipation der Frauen einhergehende Erwerbsbeteiligung sowie die Verbreitung der Pille. Wie stark sich die Alterstruktur der deutschen Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten verändern wird, zeigt eine weitere Grafik.

Matthias Janson

https://de.statista.com/infografik/30153/zahl-der-geborenen-und-gestorbenen-in-deutschland/

 

[1] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD22_N033_12.html

 

Wie viele Menschen arbeiten trotz Rente weiter?

foto magnific

Management Summary

Die Daten zeigen deutliche Unterschiede beim Weiterarbeiten nach Rentenbeginn in Europa: Im Durchschnitt bleibt rund ein Fünftel der Rentnerinnen und Rentner unter 70 in den ersten sechs Monaten nach Renteneintritt erwerbstätig, mit besonders hohen Quoten in Nordeuropa und den baltischen Staaten, während Deutschland mit 14,3 Prozent nur leicht über dem unteren europäischen Bereich liegt. Als zentrale Treiber gelten institutionelle Anreize, flexible Regelungen und steuerliche Attraktivität, während starre Systeme und unvorteilhafte Rahmenbedingungen die Weiterarbeit bremsen. Für Deutschland bedeutet dies: Längeres Arbeiten im Alter kann zwar helfen, Fachkräfteengpässe abzufedern und zusätzliche Beiträge zu generieren, wird die strukturellen Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Rentenversicherung angesichts des demografischen Wandels aber nicht allein lösen. Die DIW-Ergebnisse unterstreichen zugleich, dass insbesondere Gesundheit, Qualifikation und flexible Beschäftigungsmodelle entscheidend dafür sind, das Potenzial älterer Erwerbstätiger besser zu nutzen.

 

Weiterarbeit im europäischen Vergleich

In Europa arbeiten im Schnitt etwa ein Fünftel der Rentner unter 70 Jahren in den ersten sechs Monaten nach Rentenbeginn weiter. Wie die Statista-Infografik mit Daten des OECD-Reports Pensions at a Glance (PDF-Download [1]) zeigt, gibt es dabei ein auffälliges Nord-Süd-Gefälle: Über 40 Prozent der Rentner in den baltischen Staaten und Norwegen sowie rund ein Drittel in Finnland, Island und Schweden tun dies. Am anderen Ende des Spektrums kombinieren in Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Luxemburg, Slowenien und Spanien nur etwa ein Zehntel der Rentner oder weniger ihre Rente mit einer Erwerbstätigkeit. Deutschland liegt mit einem Anteil von 14,3 Prozent nur wenig darüber.

 

Warum es ein Nord-Süd-Gefälle gibt

Die OECD benennt mehrere strukturelle Gründe für das erwähnte Nord-Süd-Gefälle. So seien viele Rentensysteme in Nordeuropa stärker beitragsorientiert und eine längere Arbeitszeit führt hier zuverlässig zu spürbar mehr Rente. Zudem gäbe es hier im Schnitt weniger finanzielle Abschläge für Weiterarbeit und das Kombinieren von Arbeit und Rente sei vergleichsweise unkompliziert und zudem auch steuerlich attraktiv. In Südeuropa hingegen seien die Rentensysteme meist stärker staatsfinanziert und hätten starre Regeln. Arbeiten nach Rentenbeginn sei steuerlich und/oder rechtlich unattraktiv oder führe zu Rentenkürzungen. Generell sei der frühere Renteneintritt historisch fest verankert.

 

Finanzielle Motive und soziale Gründe

Die Beweggründe für ein Weiterarbeiten nach dem Renteneintritt sind laut OECD sehr unterschiedlich: Die Mehrheit der Erwerbstätigen in den baltischen Staaten gibt finanzielle Gründe an, während in Norwegen die Mehrheit angibt, aus Freude an der Arbeit weiterzuarbeiten. In Finnland und Schweden sind die Beweggründe vielfältiger, insbesondere in Schweden, wo ein Viertel der Erwerbstätigen angibt, dies vor allem zu tun, um sozial integriert zu bleiben – ein deutlich höherer Anteil als in jedem anderen europäischen Land.

 

Kann längeres Arbeiten die Rentenkasse entlasten?

Könnte eine längere Arbeitszeit über das Regelaltersalter hinaus die Finanzierungslücke der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland verringern? Vermutlich nicht vollständig, denn der demographische Wandel (sinkende Geburtenzahlen, alternde Bevölkerung, längere Lebenserwartung) ist so stark, dass er – selbst bei steigender Erwerbstätigkeit im Ruhestand – eine enorme Belastung für das Umlage‑Rentensystem darstellt. Die Beiträge, die ältere Erwerbstätige zahlen, würden allein wahrscheinlich nicht ausreichen, um die deutlich steigenden Rentenausgaben langfristig auszugleichen. Als Voraussetzung braucht es flexible Teilzeitmodelle und altersgerechte Arbeitsplätze. Zudem muss sich die kulturelle Akzeptanz wandeln, denn in Deutschland gilt Arbeit nach Rentenbeginn noch nicht als Norm.

 

DIW-Studie: Potenzial älterer Erwerbstätiger

Eine neue DIW-Studie ergänzt die OECD-Daten. Danach sind nach Erreichen der Regelaltersgrenze sind noch sieben Prozent der Älteren erwerbstätig – mit durchschnittlich 19 Wochenstunden. Je besser die gesundheitliche Verfassung und je höher das Ausbildungsniveau, desto größer sei die Erwerbsbeteiligung im Alter. Die DIW-Experten weisen daraufhin, dass Ältere schon heute teilweise den zunehmenden Fachkräftemangel lindern würden. Es sollte daher verstärkt darauf hingearbeitet werden, dass ein höherer Anteil von Erwerbstätigen jenseits der Regelarbeitsgrenze im Arbeitsmarkt bleibt. Gesundheitsfördernde Maßnahmen, Fort- und Weiterbildung auch in höherem Alter oder Reformmaßnahmen im Steuer- und Sozialrecht könnten dies begünstigen.

Matthias Janson

https://de.statista.com/infografik/35532/anteil-der-menschen-die-in-den-ersten-6-monaten-nach-bezug-der-ersten-altersrente-weiterarbeiten/?lid=ji8fwki60z97

 

[1] https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2025/11/pensions-at-a-glance-2025_76510fe4/e40274c1-en.pdf

 

2286 Artikel zu „Rente“

Rente & Vorsorge: Viele Menschen sparen zu wenig für ihre Rente

Der neue Pension Survey verdeutlicht, dass Sicherheit für viele Menschen der wichtigste Faktor in der Altersvorsorge bleibt und gleichzeitig große Teile der Bevölkerung nicht zusätzlich sparen [1]. Die Erkenntnisse sind zentral für die anstehende Reform der geförderten Vorsorge.   Auf Initiative von 14 europäischen Versicherungs- und Finanzverbänden diskutieren europäische Entscheidungsträgerinnen und -träger, Wissenschaft und Branche…

Mit der Aktivrente gegen den Fachkräftemangel: Welche Chancen Unternehmen und Politik jetzt haben

Mit der geplanten Aktivrente können ältere Arbeitnehmer, die das gesetzliche Rentenalter erreicht haben, ab 2026 pro Jahr 24.000 Euro steuerfrei hinzuverdienen. Durch diesen Anreiz könnte die Erwerbstätigkeit von Rentnern in Deutschland laut einer Befragung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung um bis zu zehn Prozent steigen – umgerechnet 33.000 zusätzliche Vollzeitstellen würden entstehen. Doch erst, wenn…

Cybersecurity für KMU: Es fehlt die kohärente Strategie

Fast ein Viertel der Führungskräfte in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland versteht die geschäftliche Relevanz von Cybersicherheit nicht vollständig, was zu Verzögerungen bei Entscheidungen und Investitionen führt. Die Überwachung und Abwehr von Cyberbedrohungen stellt für viele IT-Führungskräfte eine Vollzeitaufgabe dar, wobei ein erheblicher Teil der Zeit für das Troubleshooting von Sicherheitstools aufgewendet wird.…

Kaufkraft der Rente: Wo ist die Rentenkaufkraft am höchsten?

Die Kaufkraft der Rente schwankt regional um bis zu 70 Prozent. Das geht aus einer Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor [1]. So stehen Rentnerinnen und Rentner im Eifelkreis Bitburg-Prüm preisbereinigt nur 856 Euro zur Verfügung. In der thüringischen Stadt Gera hingegen – dem Ort mit dem bundesweit…

Solidarität der Boomer könnte deutsches Rentensystem stabilisieren

Ohne direkte Mehrbelastung jüngerer Generationen: Sonderabgabe auf alle Alterseinkünfte würde einkommensschwache Rentnerinnen- und Renterhaushalte entlasten und Altersarmut reduzieren – Umverteilung nur in der gesetzlichen Rentenversicherung wäre hingegen wenig zielgenau.   Ein »Boomer-Soli« – eine Solidaritäts-Sonderabgabe auf sämtliche Alterseinkünfte – kann ein wichtiger Baustein zur Stabilisierung des Rentensystems in Deutschland sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine…

Was ist Deutschlands Rentenproblem?

Das deutsche Rentensystem gerät zunehmend in Schieflage. Das zeigt die Statista-Grafik auf Basis von Daten der Deutschen Rentenversicherung. Demnach wächst die Zahl der Rentner stärker als die der Beitragszahler: Die Zahl der Beitragszahler ist seit 1992 um 23,4 Prozent gestiegen. Im selben Zeitraum nahm die Zahl der Altersrentner allerdings um 58,3 Prozent zu. Diese Entwicklung…

Wenn die Babyboomer in Rente gehen

Bis zum Jahr 2040 dürfte Deutschland der IW-Bevölkerungsprognose zufolge rund 4,8 Millionen Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 66 Jahren durch Zuwanderung gewinnen. Wäre dies nicht der Fall, hätte das Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer aus dem Erwerbsleben in den nächsten Jahren deutlich dramatischere Folgen.   Während es in den 1950er und 1960er…

Chrome, Firefox und Edge im Test: Firefox macht vieles besser als seine Konkurrenten

Das Internet ist zu einem festen Bestandteil unseres Alltags geworden und wir alle nutzen Browser, um Websites zu besuchen und Informationen abzurufen.   Um sicher, schnell und komfortabel im Internet zu surfen, stehen Nutzenden heutzutage zwar eine ganze Reihe verschiedener Browser zur Verfügung. Dennoch steht in der Gunst der Nutzenden Google Chrome mit einem weltweiten…

Neues Lieferkettengesetz ab 2023: In vier Schritten zur transparenten Supply Chain

Neues Jahr, neue Regeln: Ab 2023 gilt für Unternehmen ab 3.000 Arbeitnehmern das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), das Unternehmen in die Verantwortung nimmt, Schädigungen der Umwelt und Menschenrechtsverletzungen zu identifizieren und zu vermeiden¹. Bei Verstößen können juristische Personen und Personenvereinigungen empfindliche Bußgeldzahlungen von bis zu zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen². Das Problem: Zurzeit fehlt vielen Unternehmen der…

Digitalisierung der Logistik: Optimiert vom Lager bis zur Apotheke – Der transparente Weg des Medikaments

Die Digitalisierung der Logistik ist gerade im medizinischen Bereich besonders wertvoll. Die Noweda hat diesen Schritt gewagt und dabei viel gewonnen: Der Pharmagroßhändler profitiert durch die Einführung der Telematik-Software couplinkyourfleet von transparenten und deutlich effizienteren Logistikprozessen. 

Von transparenteren Recherchen bis Kombi-Abos: Wann die Deutschen mehr für Journalismus zahlen würden

32 Prozent der Nutzer*innen journalistischer Angebote sind bereit, für diese über 15 Euro im Monat auszugeben. Transparentere Recherchen und Quellen würden bei 43 Prozent der Deutschen die Zahlungsbereitschaft für Journalismus steigern. Auch weniger Werbung, exklusive Inhalte und Kombi-Abos hätten positive Effekte auf die Zahlungsbereitschaft vieler Deutscher.   Wie ist es um die Zahlungsbereitschaft der Nutzer*innen…

Auf dem Weg zur transparenten KI

  Im Schach, Poker und Go hat künstliche Intelligenz (KI) die Menschheit längst überflügelt. Auch Röntgenbilder oder Aktienkurse analysiert sie bereits ähnlich gut – und teilweise sogar besser – als ein Experte aus Fleisch und Blut. Doch auch die präzisesten KI-basierten Analysen haben einen Makel: Bis jetzt ist es für einen Menschen oft kaum nachvollziehbar,…

Respektrente: Das Wort des Jahres 2019

Das Wort des Jahres 2019 ist »Respektrente«. Das hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) bekannt gegeben. Das Wort bezeichnet die Einführung einer Grundrente für Personen, die 35 Jahre erwerbstätig waren und dennoch eine Rente unterhalb des Existenzminimums beziehen. Auf dem zweiten Platz liegt die »Rollerchaos«, den dritten vergab die Jury an den Anglizismus »Fridays…

Sinkendes Rentenniveau erhöht Altersarmutsrisiko deutlich

Was würde ein niedrigeres Rentenniveau für die Altersarmut und den Bezug von Grundsicherung bedeuten? Deutlich mehr RentnerInnen als bisher stünden finanziell schlecht da, wenn nicht gegengesteuert wird. Langfristig sollten unter anderem die private und betriebliche Altersvorsorge ausgebaut werden Sinkt das Rentenniveau wie erwartet von heute 48 Prozent auf etwa 43 Prozent im Jahr 2045, steigt…

Auto wichtiger als Rente: Aufholbedarf bei Altersvorsorge

Rund 1.099 Euro investieren die Deutschen durchschnittlich pro Jahr in ihre private Altersvorsorge mit Lebens- und Rentenversicherungen. In anderen europäischen Ländern ist es wesentlich mehr. Die Vorsorgebereitschaft ist in Deutschland weniger stark ausgeprägt als in vielen anderen europäischen Ländern. Das geht aus der jährlichen Erhebung des europäischen Versicherungsverbands Insurance Europe hervor: Mehr als das Dreifache…