Von transparenteren Recherchen bis Kombi-Abos: Wann die Deutschen mehr für Journalismus zahlen würden

  • 32 Prozent der Nutzer*innen journalistischer Angebote sind bereit, für diese über 15 Euro im Monat auszugeben.
  • Transparentere Recherchen und Quellen würden bei 43 Prozent der Deutschen die Zahlungsbereitschaft für Journalismus steigern.
  • Auch weniger Werbung, exklusive Inhalte und Kombi-Abos hätten positive Effekte auf die Zahlungsbereitschaft vieler Deutscher.

 

Wie ist es um die Zahlungsbereitschaft der Nutzer*innen journalistischer Angebote bestellt? Und mit welchen Maßnahmen lassen sich finanzielle Potenziale noch besser ausschöpfen? Antworten auf diese Fragen liefert eine repräsentative Umfrage von nextMedia.Hamburg, die im Vorfeld des scoopcamps, der Innovationskonferenz für Medien, vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführt wurde.

Anzeige

 

Die Umfrage von nextMedia.Hamburg zeigt, dass Nutzer*innen journalistischer Angebote zu großen Teilen (81 Prozent) dazu bereit sind, für Journalismus zu zahlen – die meisten Befragten (30 Prozent) bezifferten ihre Zahlungsbereitschaft auf fünf bis 15 Euro pro Monat. Gleichzeitig ist jede*r dritte*r Nutzer*in dazu bereit, monatlich insgesamt über 15 Euro für gedruckte und digitale Produkte auszugeben. Dabei gilt: Je älter die Nutzer*innen, desto höher die Zahlungsbereitschaft. Bei den über 65-Jährigen sind es 45 Prozent, die mehr als 15 Euro zahlen würden. Jede*r Zehnte dieser Altersgruppe ist sogar bereit, mehr als 40 Euro monatlich für Journalismus auszugeben.

Anzeige

Die Umfrage liefert auch wichtige Anhaltspunkte, wie Medienmacher*innen die Zahlungsbereitschaft der Deutschen erhöhen könnten. Im Rahmen der Befragung gaben 43 Prozent der Deutschen an, dass transparentere Recherchen und Quellen zu einer Steigerung ihrer Zahlungsbereitschaft führen würden. Jede*r Vierte würde bei weniger Werbung mehr Geld für Journalismus ausgeben und 19 Prozent wünschen sich mehr oder bessere exklusive Inhalte. Kombi-Abos würden bei 15 Prozent der Deutschen zu einer höheren Zahlungsbereitschaft führen. Das Kombinieren von Abonnements scheint dabei insbesondere für die jüngere Zielgruppe interessant: Derartige Modelle würden bei jedem*r Vierten der 18- bis 39-Jährigen die Zahlungsbereitschaft steigern. Eine personalisierte Nachrichtenauswahl (sechs Prozent) und bessere Unterhaltungsformate (drei Prozent) scheinen dagegen keine Mittel zu sein, mit denen die Zahlungsbereitschaft für Journalismus entscheidend gesteigert werden kann. Gleichsam zeigt die Tatsache, dass 31 Prozent der Deutschen angeben, unter keinen Umständen mehr Geld für journalistische Angebote ausgeben zu wollen, die Notwendigkeit, weiter an innovativen Paid-Modellen zu arbeiten und neue Angebote zu schaffen, die Nutzer*innen einen echten Mehrwert bieten.

Anzeige

Ein gutes Beispiel, wie es gehen kann, ist die Zusammenarbeit von Journalist*innen und Wissenschaftler*innen, die in der Corona-Pandemie zuletzt von vielen Medienhäusern forciert wurde. Die meisten Deutschen zählen bei komplexen Themen wie Corona nämlich vor allem auf die Expertise von Wissenschaftler*innen, die von 81 Prozent der Deutschen als am glaubwürdigsten angesehen werden. Das erklärt auch den Erfolg des NDR-Podcasts »Das Coronavirus-Update« mit Prof. Dr. Christian Drosten, Leiter der Virologie in der Berliner Charité. Das bisher erfolgreichste Format der ARD Audiothek hatte bereits im März über 15 Millionen Aufrufe, gewann zuletzt den Online Grimme Award sowie den Deutschen Radiopreis und zeigt, wie fruchtbar die Zusammenarbeit von Journalist*innen und Wissenschaftler*innen sein kann – auch vor dem Hintergrund der Vertrauensfrage: Denn nahezu niemand (nur zwei Prozent) schenkt bei komplexen Themen wie Corona Journalist*innen alleine am meisten Vertrauen.

 

Wo weitere Chancen für Medienhäuser liegen, wie mit den aktuellen Entwicklungen der Branche umgegangen werden sollte und welche Potenziale die Zusammenarbeit von Wissenschaftler*innen und Journalist*innen eröffnet, diskutieren am 24. September Expert*innen, Entscheider*innen und Innovator*innen der IT- und Medienbranche beim scoopcamp. Die Innovationskonferenz für Medien findet in diesem Jahr erstmals als hybrides Live-Event statt, das sowohl analog als auch digital besucht werden kann und verspricht den Teilnehmer*innen ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Highlights, von der Keynote des New Yorker Journalismus-Professors Jeff Jarvis bis zum großen Abschlusspanel mit dpa-Geschäftsführer Peter Kropsch und anderen Mediengrößen.

 

Auf www.scoopcamp.de können neben Digital-Pässen heute noch die letzten Tickets für die digitalen Masterclasses (29 Euro zzgl. Mwst.) erworben werden, die sich tiefgreifend mit aktuellen Trends im Journalismus beschäftigen und exklusive Einblicke in die Arbeit renommierter Nachrichteninstitutionen wie Tagesschau, Deutsche Presse-Agentur dpa oder ZEIT ONLINE ermöglichen. Die Backstage-Pässe, die Zugang zur Veranstaltung vor Ort gewähren, sind hingegen schon ausverkauft.
Unterstützt wird das diesjährige scoopcamp von ZEIT ONLINE und NOZ Medien sowie MEEDIA als Medienpartner.
Das digitale Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von nextMedia.Hamburg über 2.500 Personen am 03. und dem 04. September 2020 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren und im Speziellen für Nutzer*innen journalistischer Angebote.
Über das scoopcamp:
Das scoopcamp ist die Innovationskonferenz für Medien. Seit 2009 lädt Hamburg@work – und seit 2014 nextMedia.Hamburg – jährlich zusammen mit der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH mehr als 250 Expert*innen, Entscheider*innen und Innovator*innen der IT- und Medienbranche zur Diskussion über Trends und aktuelle Themen an der Schnittstelle zwischen Redaktion, Programmierung und Produktentwicklung ein. Im Fokus stehen Themen wie »Data Journalism«, »Social Media« und »New Storytelling« in digitalen Medien.

 

53 Artikel zu „Medien Bezahlung“

Millennials: Paul und die zwanghafte Liebe zur modernen Technik

Sie werden als Millennials oder Generation Y bezeichnet, junge Erwachsene zwischen 25- und 34 Jahren. Sie haben meist ein gutes Technikverständnis, egal ob sie die Technik schon in die Wiege gelegt bekommen haben oder als Jugendliche erstmals Kontakt mit der Technik hatten. Und diesen technischen Fortschritt, der so selbstverständlich geworden ist, möchten sie auch nicht…

Ein Drittel der deutschen Führungskräfte wünscht sich bessere Fachkompetenzen im IT-Bereich

Ein Drittel der deutschen Führungskräfte setzt infolge der Pandemie stärker auf Soft Skills.   32 % der befragten Führungskräfte sehen in der durch die Corona-Pandemie beschleunigten digitalen Transformation eine Chance für ihr Unternehmen; andererseits mangelt es im IT-Bereich zum Teil an notwendigen Fachkenntnissen. 36 % aller Führungskräfte glauben, dass Soft Skills im Arbeitsalltag künftig stärker…

Lebenseinkommen: So viel verdienen wir in unserem Berufsleben

Wie viel Gehalt verdienen wir in unserem gesamten Berufsleben? Und ab wann zahlt sich ein Bachelor- oder Masterabschluss gegenüber einer nicht-akademischen Ausbildung aus? Die Vergütungsexperten von Gehalt.de haben auf Basis von 740.984 Datensätzen die Brutto-Lebenseinkommen von Beschäftigten nach Qualifikation, Geschlecht und Führungsverantwortung analysiert. Zusätzlich haben sie ausgewählte Branchen und Berufe betrachtet. Die Ergebnisse: Frauen erhalten…

Industriespionage: Zero-Day in Autodesk 3ds Max benutzt, um geistiges Eigentum zu stehlen

Whitepaper: Aktuelle Einblicke in die Welt der kommerziellen Cyberspionage und cyberkriminellen Söldnergruppen. Bitdefender-Forscher haben kürzlich einen ausgeklügelten Cyber-Spionageangriff per Advanced-Persistent-Threat-(APT) untersucht. Eines der betroffenen Zielunternehmen ist an Architekturprojekten mit milliardenschweren Luxusimmobilien in New York, London, Australien und Oman beteiligt. Zu den Kunden und Projekten des Unternehmens gehören Luxusresidenzen, hochkarätige Architekten und weltbekannte Innenarchitekten. Bitdefenders Untersuchung…

Kein Wirtschaftswachstum ohne privaten Konsum

Die Corona-Pandemie lässt die privaten Konsumausgaben in den meisten Länder deutlich schrumpfen. Das ist insbesondere für die Länder ein Problem, in denen die Konsumausgaben normalerweise hoch sind und somit einen wichtigen Treiber der Volkswirtschaft darstellen. In der Grafik sind die Konsumausgaben in Relation zur Wirtschaftsleistung gesetzt, um die Vergleichbarkeit zur verbessern (Datenquelle: OECD). Dabei setzen sich Griechenland und…

Virtuelle Events, digitales Geld: Experte rät Veranstaltern von Anfang an zur Bezahlschranke

Cash auch nach Corona: Nach Umzug vieler Veranstaltungen ins Netz sollten Anbieter von Online-Formaten nicht Fehler anderer Branchen wiederholen.  7 Tipps zur erfolgreichen Umsetzung. Ob Workshops, Yoga-Kurse oder Seminare: Viele Anbieter tun sich seit dem Corona-bedingten Umzug ihrer Formate ins Netz schwer, diese zu monetarisieren. Das auf Online-Events spezialisierte Unternehmen Eventnet rät jedoch dazu, Event-Teilnehmer…

Mehrheit der IT-Fachkräfte in Deutschland arbeitet nicht an der Entwicklung zukunftsfähiger Technologien

Die aktuelle So-arbeitet-Deutschland-Studie von SThree zeigt: Weniger Gehalt für Frauen – IT-Expertinnen fordern Lohntransparenz. Weniger Geld und schlechtere Karrierechancen: 66 Prozent der IT-Expertinnen in Deutschland erleben Benachteiligungen im Berufsleben aufgrund ihres Geschlechts. Da sie die Diskriminierung primär beim Gehalt zu spüren bekommen (52 Prozent), fordert knapp die Hälfte der befragten IT-Expertinnen (49 Prozent) mehr Gehaltstransparenz.…

Mit Optimismus und Zuversicht durch die Krise

Generell sind die Deutschen in der Krise, verglichen mit anderen Ländern, relativ optimistisch und zuversichtlich. Eine knappe Mehrheit fühlt sich gut und sicher – 68 Prozent können sich sogar vorstellen langfristig von Zuhause aus zu arbeiten. Die größten Sorgen machen sich die Befragten in Deutschland um ihre körperliche Gesundheit (42 Prozent sehr oder extrem besorgt)…

Hard Skills oder Soft Skills – ist das die Frage?

HR braucht eine neue innovative Rollendiskussion. Digitale Transformation und New Work sind die Buzzwords dieser Tage. Die Digitalisierung und Globalisierung hat und wird unsere Arbeitsweise radikal verändern – daran besteht kein Zweifel. Veraltete klassische Arbeitsstrukturen werden einer zeitlich, räumlich und organisatorisch flexiblen Arbeitsweise weichen, die den Mitarbeitern neue Freiräume für Kreativität und die Entfaltung der…

2020 viel Dynamik im Storage-Umfeld: Container, Analytics und KI zünden die nächste Stufe

Auch wenn Storage und Data Management sowie die damit verbundene Infrastruktur mittlerweile oft unter »Commodity« eingeordnet wird, so sieht Pure Storage auch in Zukunft hier ein erhebliches Potenzial für Unternehmen und deren Kunden. Für das Jahr 2020 geht Güner Aksoy, Director Central Europe bei Pure Storage von 6 wichtigen Entwicklungen aus, die direkte Auswirklungen auf…

Wie Digitalisierung unser Lernen verändert

Am 28. Januar 2020 hält Christian Baudis, Digitalunternehmer, Futurist und ehemaliger Google-Deutschland-Chef, auf der LEARNTEC eine Keynote zum Thema »How digitalization changes the way we learn«. Im Interview spricht er über den Inhalt seiner Keynote und zeigt auf, wie sich das Lernen in Zukunft verändern wird.   Herr Baudis, wir sind im Jahr 2030 und…

IT-Vorhersagen für das Jahr 2020 und für 2025

Es ist in der Zukunft ein nahtloser Ansatz zur Verhinderung von Sicherheitsverletzungen durch gestohlene Zugangsdaten, missbrauchte Privilegien oder kompromittierte Fernzugriffe notwendig. Durch erweiterbare Privileged-Access-Management-Plattformen erfahren Organisationen eine einfache Skalierung ihrer Privilege-Security-Programme, um einer veränderten Bedrohungslage für Endpunkt-, Server-, Cloud-, DevOps- und Netzwerk-Umgebungen zu begegnen. Unternehmen brauchen eine erhöhte Visibilität und Kontrolle, um Risikobegrenzung, Compliance-Einhaltung und…

Alte Hasen und junge Hüpfer: Was Altmanager von der Generation Y lernen können

Jede Führungskraft und jeder Personaler kennt sie – die Generation Y oder die Millennials. Es sind die Fachkräfte der Jahrgänge 1980 bis 1995, die sich nun im Berufsleben fest verankern und zum Teil schon leitende Positionen einnehmen. Trotzdem sind diese Mitarbeiter vielen Führungskräften noch immer ein Rätsel in der Zusammenarbeit, in der Kommunikation und in…

Gehaltsübersicht 2020: Weiterhin rosige Aussichten für IT-Experten

Fachkräftemangel und Wechselbereitschaft lassen Gehälter steigen. Auch im kommenden Jahr halten die Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt die Zügel in der Hand: der Fachkräftemangel und der dadurch entstehende Konkurrenzkampf um qualifizierte Mitarbeiter, lässt die Gehälter im IT-Bereich 2020 erneut um durchschnittlich 3 % steigen. Das zeigt die neue Gehaltsübersicht des Personaldienstleisters Robert Half. Die jährlich veröffentlichte…

Steigende Gehälter in der IT-Sicherheit

Die Nachfrage nach IT-Security ebbt nicht ab und die Gehälter für die Sicherheitsexperten steigen kontinuierlich. Laut einer aktuellen Auswertung der Vergütungsanalysten von Compensation Partner verdienen Beschäftigte in der IT-Security über 63.000 Euro (brutto) jährlich. Führungskräfte bekommen in diesem Bereich über 100.000 Euro im Jahr. Die lukrativste Stadt ist München und im Branchenvergleich dominieren das Verkehrs-…

Diese Unternehmen zahlen in Deutschland am besten

Für viele Fach- und Führungskräfte ist das Gehalt ausschlaggebend, wenn sie sich für oder gegen einen Job entscheiden. In dieser Hinsicht haben Unternehmen mit einem hohen Gehaltsniveau beim Konkurrenzkampf um gutausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter also die Nase vorn. Eine aktuelle Auswertung der Job- und Recruitingplattform Glassdoor zeigt, welche Arbeitgeber hierzulande die höchsten Gehälter zahlen [1].…

Europa: Wenn Urlaub nicht selbstverständlich ist

Viele Europäer können sich keinen Urlaub leisten. Griechenland, Kroatien und Italien sind bei den Deutschen beliebte Ziele für einen Sommerurlaub. Ein großer Teil der dortigen Bevölkerung kann sich allerdings keine einwöchige Urlaubsreise pro Jahr leisten, wie aktuelle Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat für 2018 zeigen. In Kroatien können 51,3 Prozent der Bevölkerung keinen Urlaub außerhalb…

Deutsche Wirtschaft hinkt bei Blockchain hinterher

Während der Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr zeigte sich, dass Deutschland momentan im viel zitierten Lieblingssport nur noch zum unteren Durchschnitt gehört. Neue Ansätze sollen die entstandene Lücke zur Weltspitze wieder schließen. Ähnlich verhält es sich im Bereich Wirtschaft: Was beispielsweise das Thema Blockchain betrifft, gilt es für die Bundesrepublik noch einiges nachzuholen. Nur knapp zwei…

Arbeiten im Umland: Die zehn Landkreise mit den höchsten Gehältern in Deutschland

Egal ob Berlin, Hamburg oder München – Deutschlands Großstädte sind seit Jahren Hotspots für Fachkräfte auf Jobsuche. Wie eine neue Auswertung der Online-Jobplattform StepStone zeigt, hat aber auch das Umland eine Menge attraktiver Arbeitgeber zu bieten. Hier die Top Ten der Landkreise, in denen Fachkräfte die höchsten Gehälter erzielen:   Platz 1: Landkreis München (BY)…