Alte Hasen und junge Hüpfer: Was Altmanager von der Generation Y lernen können

Illustration: Absmeier, Pixabay

Jede Führungskraft und jeder Personaler kennt sie – die Generation Y oder die Millennials. Es sind die Fachkräfte der Jahrgänge 1980 bis 1995, die sich nun im Berufsleben fest verankern und zum Teil schon leitende Positionen einnehmen. Trotzdem sind diese Mitarbeiter vielen Führungskräften noch immer ein Rätsel in der Zusammenarbeit, in der Kommunikation und in den Vorstellungen, wie sich die Arbeitswelt gestaltet. »Bei den ›alten Hasen‹ und den ›jungen Hüpfern‹ treffen oft noch Welten aufeinander, die kaum vereinbar erscheinen«, unterstreicht Christian Rampelt, Gründer und Geschäftsführer von dfind.com, und ergänzt: »Dabei unterscheiden sich die Werte gar nicht so sehr voneinander und Altmanager können von der Generation Y sogar noch etwas lernen.«

 

Gemeinsamkeiten finden

Ein engagierter Mensch, der sinnvolle Maßnahmen für sein Unternehmen realisiert, der nicht nur in Kernarbeitszeiten denkt, sondern für seine Projekte auch nach Feierabend brennt. Einer, der mit hoher Leistungsbereitschaft bei der Sache ist, nicht nur nach Anweisung arbeiten kann, sondern mitdenkt, selbst Lösungen findet und sogar andere Kollegen begeistern kann. Einer, der ausreichend private Zeit zum Ausgleich einfordert, damit er langfristig gesund und motiviert bleibt. Das klingt doch nach einem perfekten Mitarbeiter, den sich jeder Geschäftsführer wünscht. Mit genau diesen Werten lebt die Generation Y. »Anders als den Vorgängergenerationen ist es den Millennials ebenso wichtig, das Leben zu genießen und eine ausgewogene Work-Life-Balance zu erreichen«, weiß Rampelt zu berichten und ergänzt: »Starre Gefüge, wie feste Arbeitszeiten oder -plätze, engen die jungen Professionals zu sehr ein, da sie aufgrund der digitalen Medien immer und überall gut vernetzt sind.« Diese Art zu arbeiten gehört zum New-Work-Ansatz. Zwar ist dies für alteingesessene Führungspersönlichkeiten schwer zu akzeptieren und noch schwerer umzusetzen, doch letzten Endes profitieren auch sie von mehr Flexibilität und Freizeit, wenn sie nach diesem Ansatz für sich und ihre Mitarbeiter streben.

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Zusammenarbeit neu definieren

Unter dem Begriff New Work verbergen sich viele kleine Stellschrauben, die in ihrer Gesamtheit die Arbeitswelt verändern. Christian Rampelt erklärt: »Um Alt und Jung zusammenzubringen, ist der richtige Weg Diversität statt Vereinheitlichung. Nur so können die Potenziale aller Generationen und einzelner Personen gewinnbringend zusammenwirken.« Um den Austausch zu fördern und so die Potenziale jedes einzelnen Mitarbeiters voll zu nutzen, gilt es in flachen Hierarchien und mit agilem Management zu arbeiten. Der Chef oder Abteilungsleiter nimmt hier den Posten eines Coaches ein, er gibt häufiges Feedback an seine Mitarbeiter und lässt gleichermaßen Meinungen, Ansichten und Feedback seines Teams zu. In der neuen Arbeitswelt ist es auch nicht verboten, Fehler zu begehen. Viele Führungskräfte sind damit aufgewachsen, dass Fehler nur etwas Schlechtes sind: Es dürfen keine gemacht werden und deswegen werden sie nicht geduldet. Das bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass alle Unternehmensprozesse immer gleich ablaufen. Gleich bedeutet zwar Sicherheit, aber auch Stillstand. »Heutzutage hat sich eine Fehlerkultur etabliert, die davon lebt, dass neue Wege ausprobiert werden und Fehler nicht als Fehler, sondern als Lehr- und Lernerfahrung behandelt werden – sie helfen dabei, Schritt für Schritt immer weiter zu wachsen und zu optimieren«, so Rampelt. Häufigere Absprachen ermöglichen zudem ein Vorgehen nach dem Fail-Fast-Konzept, bei dem ein Team Fehler schon präventiv identifiziert, statt erst dann darauf aufmerksam zu werden, wenn es zu spät ist oder sie schon passiert sind.

 

Digitalisierung als hilfreiches Mittel

So manch eine Führungskraft fragt sich im Stillen: »Wie schaffen die Jungen das nur, alle Aufgaben unter einen Hut zu bekommen?« Die Antwort ist einfach und führt direkt zu weiteren Sorgen bei Altmanagern. Es sind die digitalen Prozesse, Mobile Business mit Laptop und Smartphone, Cloud sowie Collaboration-Tools für internationale Vernetzung und Kommunikation. Die Generation Y ist mit Smartphone und Internet aufgewachsen und weiß die Vorteile, die damit einhergehen, für sich zu nutzen. Noch fällt es vielen Führungskräften schwer, sich einzugestehen, dass die junge Generation ihnen in dieser Hinsicht voraus ist – sie weigern sich, Ratschläge oder Hilfe anzunehmen. Doch gilt es zu bedenken, dass die Generation Y Diversität, Synergien und Unterstützung im Team unter anderem als maßgebliche Aspekte des Berufslebens sieht. »Statt also Angst vor dem Schritt in die Digitalisierung zu haben, nutzen intelligente Führungskräfte die jungen Fachkräfte, um von ihnen zu lernen und so ihr Unternehmen in die digitale Welt zu führen«, resümiert Christian Rampelt.

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