Vollzeit statt Teilzeit: Großes Potenzial bei weiblichen Fachkräften

Fast jede dritte weibliche Fachkraft in Deutschland würde Vollzeit arbeiten, wenn sich die Kinderbetreuung optimal organisieren ließe. Weitere 16 Prozent würden eine Steigerung ihrer Wochenarbeitszeit unter dieser Bedingung zumindest in Erwägung ziehen. Das hat StepStone in einer Befragung von mehr als 15.000 Fach- und Führungskräften herausgefunden. Schätzungen von StepStone zufolge beläuft sich die Anzahl von Frauen, die unter den richtigen Voraussetzungen in Vollzeit arbeiten würden, allein unter Fachkräften auf bis zu eine Million.

»Jeder zweite Hochschulabsolvent ist heute weiblich. Nie war der Anteil hochqualifizierter Frauen in Deutschland so hoch wie heute. Doch viele Frauen arbeiten familiär bedingt nur in Teilzeit«, erklärt StepStone Geschäftsführer Dr. Sebastian Dettmers. »Gelänge es, dieses kostbare Potenzial für den Arbeitsmarkt zu nutzen, wäre das ein Meilenstein im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Unternehmen und Frauen profitieren gleichermaßen, wenn weibliche Fachkräfte ihre Karrierewünsche besser umsetzen können.«

Die StepStone Studie zeigt zudem, dass Teilzeitarbeit und Familiengründung Frauen auf ihrem Karriereweg bremsen: Mehr als jede zweite hatte schon einmal das Gefühl, in ihrer beruflichen Entwicklung gegenüber Vollzeitbeschäftigten benachteiligt worden zu sein. Auch Elternzeit hat offenbar negative Folgen für die Karriere von Frauen. 45 Prozent der weiblichen Fach- und Führungskräfte geben an, die Elternzeit habe ihrer Karriere geschadet. Bei den Männern sieht das anders aus: Die große Mehrheit spürt keinerlei Nachteile aufgrund ihrer familienbedingten Auszeit. Diese fällt bei Männern allerdings auch bedeutend kürzer aus – sofern sie überhaupt Elternzeit nehmen.

Über die Gender Studie von StepStone
Deutschlands führende Online-Jobbörse hat im Frühjahr 2016 mehr als 15.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland zu ihrem Karriereverlauf befragt. Männer und Frauen waren unter den Umfrageteilnehmern zu gleichen Teilen repräsentiert. Die Studie liefert einen umfassenden Überblick über die Einstellung von Männern und Frauen zu den Themen Arbeitszeitmodelle, Personalverantwortung und Führung, Zusammenarbeit sowie Bewerbungsverhalten.

infografik stepstone weibliche fachkräfte de

 


 

Starke Fachkräftenachfrage führt zu mehr Lohngerechtigkeit

Männer verdienen in Deutschland immer noch deutlich mehr als Frauen – das gilt auch im Fachkräftebereich. Laut einer aktuellen Studie der Online-Jobbörse StepStone liegt der Pay Gap zwischen männlichen und weiblichen Fach- und Führungskräften bei 29 Prozent – und damit 7 Prozent höher als der vom Statistischen Bundesamt berechnete Gehaltsunterschied aller Erwerbstätigen in Deutschland. Aber: In vielen Berufen, in denen Fachkräfte besonders stark nachgefragt sind, fällt der Gender Pay Gap vergleichsweise gering aus. So liegt er bei IT-Fachkräften bei 7 Prozent und bei Ingenieuren bei 13 Prozent. Wesentlich größer ist die Gehaltskluft in Bereichen wie Marketing (24 Prozent) und Vertrieb (25 Prozent), in denen das Angebot auf dem Fachkräftemarkt die Nachfrage eher übersteigt.

»Wo die Nachfrage nach hoch qualifizierten Fachkräften steigt, entwickeln sich auch die Gehälter positiv. Von dieser Tendenz, die wir im gesamten Fachkräftemarkt beobachten, scheinen auch weibliche Fachkräfte zu profitieren«, kommentiert Dr. Sebastian Dettmers, Geschäftsführer der Jobbörse StepStone. »Unternehmen suchen heute in manchen Bereichen händeringend Spezialisten. Entsprechend qualifizierte Frauen befinden sich also in einer guten Ausgangslage für die Jobsuche oder die nächste Gehaltsverhandlung.«

IT-Fachkräfte: Frauen beim Gehaltsniveau fast gleich auf

  • Bei IT-Fachkräften geht die Gehaltsschere deutlich weniger auseinander als in anderen Berufen: Männliche IT Fachkräfte bringen es auf ein Jahresverdienst von 57.030 Euro, weibliche Fachkräfte auf 53.090 Euro
  • Auch bei den Ingenieuren und technischen Berufen sind die Unterschiede vergleichsweise niedrig: Männer verdienen 58.440 Euro pro Jahr, Frauen 51.840 Euro

Fast 12.000 Euro Gehaltsdifferenz im Vertrieb

  • Während männliche Fachkräfte im Vertrieb jährlich im Durchschnitt 57.110 Euro nach Hause bringen, liegt das Jahresgehalt ihrer Kolleginnen fast 12.000 Euro darunter – bei 45.700 Euro
  • Bei Marketing-Experten fällt die Differenz kaum geringer aus als im Vertrieb. Männer kommen auf ein durchschnittliches Jahressalär von 55.940 Euro, Frauen lediglich auf 45.250 Euro
Über den StepStone Gehaltsreport 2016
Der Gehaltsreport liefert Arbeitnehmern und -gebern einen umfassenden Überblick über Durchschnittsgehälter in der Bundesrepublik mit detaillierten Daten je nach Branche, Berufsfeld, Berufserfahrung und Unternehmensgröße. Für den Gehaltsreport hat StepStone die Gehaltsdaten von rund 50.000 Fach- und Führungskräfte ausgewertet, die an einer Online-Befragung teilgenommen haben. Die angegebenen Durchschnittsgehälter sind Bruttojahresgehälter mit allen variablen Bezügen (Boni, Prämien, Weihnachtsgehalt usw.). Aus Gründen der Vergleichbarkeit wurden nur Angaben von Arbeitnehmern in Vollzeit berücksichtigt.
Mehr Informationen unter www.stepstone.de/gehaltsreport
 Über die Gender Studie von StepStone
Deutschlands führende Online-Jobbörse hat im Frühjahr 2016 mehr als 15.000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland zu ihrem Karriereverlauf befragt. Männer und Frauen waren unter den Umfrageteilnehmern zu gleichen Teilen repräsentiert. Die Studie liefert einen umfassenden Überblick über die Einstellung von Männern und Frauen zu den Themen Arbeitszeitmodelle, Personalverantwortung und Führung, Zusammenarbeit sowie Bewerbungsverhalten.
Mehr Informationen https://www.rethink-blog.de/studien/vollzeit-statt-teilzeit-grosses-potenzial-bei-weiblichen-fachkraeften/

Warum verdienen Frauen weniger?

Nur 13 Prozent IKT-Gründungen durch Frauen

Unternehmen in Deutschland auf Wachstum eingestellt: Zehntausende unbefristete Jobs für Fachkräfte

Arbeitsmarkt-Report 2016: Jedes zehnte Job-Angebot für IT-Fachkräfte

Positive Unternehmensaussichten verstärken Fachkräftemangel von IT-Profis

Fachkräfte kennen ihren Marktwert

Arbeit in Teilzeit nimmt zu

Mittelstand: Zeitwertkonten nutzen, aber richtig

Weitere Artikel zu

Schreiben Sie einen Kommentar